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Stars
11/26/2021

Nächster Tiefschlag für US-Schauspielerin Halle Berry

Mit dem Sportler-Drama "Bruised" hat Schauspielerin Halle Berry ihr Regie-Debüt gegeben.

Seit einigen Jahren schon kämpft sich Halle Berry aus ihrem langjährigen Karriere-Tief heraus. Nach der Science-Fiction-Serie "Extant" und Nebenrollen in den Actionfilmreihen "Kingsman" und "John Wick" ist die US-Amerikanerin dem Boxdrama "Bruised" nun auch unter die Filmemacher gegangen. Die 55-Jährige spielt in ihrem Regiedebüt eine Mixed-Martial-Arts-Kämpferin. Der Film wurde am 24. November 2021 auf Netflix veröffentlicht. Berry ist darin als Jackie Justice zu sehen, die bereits vor Jahren ihre vielversprechende Karriere beendet und dann das Angebot erhält, gegen die aktuell beste MMA-Kämpferin in einem nicht genehmigten Kampf in den Ring zu steigen. Die Kritiken für die erste Regiearbeit der Oscar-Preisträgerin fällt durchwachsen aus. 

Halle Berry: Gemischte Kritiken für "Bruised"

"Hätte sie sich doch bloß für ein anderes Drehbuch entschieden", schreibt etwa der Spiegel. Kritisiert wird vor allem, dass das Drehbuch genretypische Stereotype bedient - "von der schweißtreibenden Trainings-Montage bis zur bösen osteuropäischen Gegnerin", heißt es in der Tiroler Tageszeitung über die Netflix-Produktion, für die als Genrevorbild die "Rocky"-Boxfilme dienten. "Zumindest holt Berry in ihrem Regiedebüt aus sich selbst eine weitere großartige Schauspielperformance heraus", betont filmstarts.de. Auf der Filmkritik-Plattform rottentomatoes.com bekommt Berrys Streifen von 10 möglichen im Schnitt nur knapp über 5 Punkte. 

Nach einem gelungenen Comeback sieht es also nicht wirklich aus. 

Vom Oscar-Star zum Flop-Garanten

2002 wurde Halle Berry für das Drama "Monster’s Ball" mit einem Oscar als beste Hauptdarstellerin geehrt. Seitdem konnte sie schauspielerisch keine großen Erfolge mehr verbuchen. In der Vergangenheit hat sie schon öfter ein Händchen für Flop-Projekte bewiesen. Schon ihr erster Film nach ihrem Oscargewinn, der Horror-Streifen "Gothika", wurde von Kritikern verrissen – wovon sich der Ruf der Schauspielerin lange nicht erholen konnte.

Drei Jahre später versuchte sich Berry als Superheldin in der Comic-Verfilmung "Catwoman", konnte aber ebenfalls nicht überzeugen. Sie bekam für ihre Darbietung eine Goldene Himbeere – die sie persönlich entgegen nahm.

Bei der Verleihung teilte Berry dann auch noch gegen die Produktionsfirma aus. "Danke, dass ihr mich für diesen Scheiß-Film gecastet habt. Danke an den gesamten Cast für dessen schlechte Performance", schimpfte sie bei der Verleihung des Anti-Preises.

Die negativen Kritiken für "Catwoman" sollten auch Filmemachern in schlechter Erinnerung bleiben. So machte "Wonder Woman"-Regisseurin Patty Jenkins 2016 in einem Interview unter anderem den Misserfolg von "Catwoman" dafür verantwortlich, dass "Wonder Woman" derart lange nicht zustande gekommen war.

Auch in den kommenden Jahren schaffte es Halle Berry nicht, ihren Ruf als Flop-Garant zu retten. Filme wie "Perfect Stranger" (2007), "Frankie & Alice" (2010), "Dark Tide" (2012) oder "The Call" (2013) brachten nur einen Bruchteil der Produktionskosten ein.

US-Schriftsteller Ira Madison behauptete in einem Daily Beast-Artikel sogar, Berry würde von Produzenten inzwischen nur noch für "Low-Budget-Billigware" angeheuert werden, mit der diese während des Sommerlochs "ein paar Dollar" verdienen wollen.

Auch der Wechsel ins Serienfach löste keine Begeisterung aus. Die TV-Serie "Extant", in der die Schauspielerin in der Hauptrolle zu sehen war, erwies sich als weiterer Flop und wurde nach nur einem Jahr abgesetzt.

Diskriminiert?

Berry selbst macht den Mangel an Diversität in Hollywood für ihre Karriere-Flaute verantwortlich.

"Unsere Städte sind voll mit schwarzen und dunkelhäutigen Menschen. Sehr oft sehen wir leider Filme, die in Chicago, New York, Atlanta und anderen großen Metropolen spielen, in denen farbige Menschen keine Rolle spielen", sagte Halle Berry 2016 bei der Makers Conference.

Sie habe gehofft, ihr Oscar-Gewinn würde schwarzen Frauen die Tür zu neuen Möglichkeiten öffnen. "Aber hier zu sitzen, 15 Jahre später, und zu sehen, dass keine weitere farbige Frau mehr durch diese Tür gegangen ist, bricht mir das Herz", so Berry damals.

Private Skandale

Ein turbulentes Privatleben und drei gescheiterte Ehen setzten dem einstigen Oscar-Star zudem zu.

Nach der Scheidung von ihrem ersten Mann, Baseballspieler David Justice, heiratete Berry Musiker Eric Benét. Die Ehe scheiterte nach nur vier Jahren und sorgte zudem für Schlagzeilen, weil sich Benét nach der Trennung wegen Sexsucht in Behandlung begeben musste.

Berrys Beziehung mit Model Gabriel Aubry, mit dem sie Tochter Nahla hat, endete 2010 in einem erbitterten Sorgregechtsstreit. Noch heute muss Berry Aubry monatlich 20.000 US-Dollar Unterhalt zahlen.

2013 traute sich die US-Amerikanerin mit dem französischen Schauspieler Oliver Martinez, mit dem sie einen gemeinsamen Sohn hat. Nur zwei Jahre nach der Hochzeit war schon wieder Schluss.

Wie sehr ihr die gescheiterten Beziehungen zugesetzt haben, enthüllte Halle Berry 2017 in einem Interview mit Entertainment Tonight. "Ich habe gelernt mit drei gescheiterten Ehen zu leben, was nicht einfach ist - vor allem, wenn Kinder im Spiel sind", sagte sie.

"Wir Frauen heiraten und denken, dass die Ehe für immer halten wird und dass das unser Prinz auf dem weißen Pferd ist", so Berry weiter. "Wir heiraten mit dieser Hoffnung und wenn diese zerbricht, fühlt sich das wie ein großes Scheitern und eine große Enttäuschung an."

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