vea kaiser

© /Hombauer Matthias

Vea Kaiser
09/12/2014

Bitte nicht Fräulein sagen!

Die Bestseller-Autorin schreibt ab morgen in der freizeit.

von Barbara Mader

Es war der 20. September 2011 und Vea Kaiser war unterwegs zum Baumarkt, um ein neues Fahrradschloss zu kaufen. Die Fahrgäste in der U2, es muss bei der Station Messe gewesen sein, werden sich wahrscheinlich noch daran erinnern, wie ihre Mitpassagierin, eine bildhübsche Brünette, plötzlich aufsprang und Freudenschreie ausstieß.

Vea Kaiser hatte gerade erfahren, dass der renommierte Kiepenheuer & Witsch-Verlag ihren Roman veröffentlichen wollte.

Der satirische Heimatroman "Blasmusikpop" wurde zum Bestseller und Vea Kaiser, damals 22-jährige Altgriechisch-Studentin aus St. Pölten, zu einer der erfolgreichsten Autorinnen Österreichs.



Preis-Verleih-Pupperl

Gerade ist die heute 25-jährige Vea Kaiser ("Vea" übrigens kein Künstlername) bei der "Buch-Liebling"-Gala als Autorin des Jahres ausgezeichnet worden und ab morgen schreibt sie eine Kolumne in der Freizeit. Hier wird man Allerhand aus der "fabelhaften Welt" der Vea Kaiser erfahren. Alltags- und sonstige Skurrilitäten sollen darin vorkommen. Und, ohne zu viel vorwegzunehmen, Kärntner Kirchenchöre und die Freiwillige Feuerwehr.

Nicht, dass jetzt alle begriffen hätten, dass sie Erfolgs-Autorin ist. Auch bei der "Buch-Liebling"-Gala hat sie wieder einer für ein Preis-Verleihungs-Pupperl gehalten, dessen Telefonnummer man ungeniert erfragen darf. Solche Irrtümer klärt sie resolut und wortgewandt auf. Hübschsein, sagt sie, ist Vor- und Nachteil zugleich. Die Marketing-Leute haben natürlich große Freude, doch um als Autorin ernst genommen zu werden, muss man sich doppelt anstrengen. Wer sie in die Kategorie "Fräuleinwunder" stecken will, den lässt Vea Kaiser wissen, dass dies schon allein literaturhistorisch falsch ist. Der Begriff sei für junge Autorinnen um die Jahrtausendwende erfunden worden. "Dafür bin ich die falsche Generation." Ob hinter diesem Attribut auch Sexismus steckt? "Natürlich. Sagt man bei Männern etwa ,Jünglings-Wunder‘ ?"

Herodot und Euripides

Klar könnte sie auch "mit Brille und Kapuze" Interviews geben. Sie sieht das aber entspannt. Auf Diskussionen über ihre Jugend oder ihr Aussehen lässt sich Vea Kaiser gar nicht ein. Sie spricht über Herodot und Euripides genauso selbstverständlich wie über falsche Wimpern. Klassische Philologie ist ihre Leidenschaft. Mit ihrem Freund, einem Italiener, redet sie manchmal Latein – zugegebenermaßen auch aus der Not heraus, weil’s mit dem Italienisch noch nicht so klappt. Verständigungsschwierigkeiten weiß sie grundsätzlich leicht zu umschiffen. Mit ihrer tauben Jack-Russell-Hündin Alma kommuniziert sie in Zeichensprache. Der Hund versteht garantiert alles!

Wer Vea Kaiser zum Interview trifft, bekommt schon um acht einen Termin. Ungewöhnlich früh für Kreative. Nicht für Frau Kaiser. Sie arbeitet täglich ab sechs Uhr Früh. Dieser Tage ist Abgabe für den neuen Roman, der im Frühjahr erscheint. Die nächsten fünf Bücher hat sie auch schon im Kopf, ihr gehen die Geschichten einfach nicht aus. Sie ist eine harte Arbeiterin, sagt sie selbstbewusst. Und räumt doch ein, dass es auch so etwas wie Glück gibt. Dankbarkeit ist definitiv eine Kategorie. Der Familie, den Freunden gegenüber, und ganz besonders den Omas und Opas, von denen sie so viele ihrer Geschichten hat.

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