Erika (5, li. mit Bilderbuch), Mutter Anna und Schwester Brigitte

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Stars Austropromis
12/20/2019

Weihnachten wie damals: Eine der Damen wurde eine große Schauspielerin

Trotz Krieg: Die Autorin und Ex-Burgschauspielerin erinnert sich an die süßeste Bescherung ihres Lebens.

von Dieter Chmelar

Als sie fünf Jahre alt war, zu Weihnachten 1944, lag Wien im Bombenhagel des ausklingenden Zweiten Weltkriegs. Erika Pluhar (seit 28. Februar 80), Ex-Burgschauspielerin und längst zur Erfolgsautorin gereift, erzählt von ganz düsteren Zeiten mit strahlenden Momenten.

„Als mein Vater (Anm.: Josef Pluhar, Adjutant eines SS-Obergruppenführers) einrückte, kam meine Mutter (Anna) mit meinen beiden Schwestern (Brigitte, heute 85, und Ingeborg, heute 75) und mir nach Wien zurück und wir sind mitten in den Bombardierungen gelandet. Was habe ich zuerst im Leben erfahren? Krieg. Angst. Katastrophe. Bomben. Wir sind dann nach Oberösterreich evakuiert worden, sinniger Weise in die Nähe von Braunau (dem Geburtsort von Adolf Hitler).“

Sie lebten in einem heute nicht mehr stehenden Holzhaus, unmittelbar am Friedhof. Vorgetanzt hat die Pluhar damals der mit ihrer Mutter befreundeten Gräfin im Ort.

Am Bild: Erika (5, li. mit Bilderbuch), Mutter Anna und Schwester Brigitte

Und dort, in der beschaulichen 900-Seelen-Gemeinde Pfaffstädt, widerfuhr der kleinen Erika das „prägendste Weihnachtserleben als Kind – in dem Örtchen fielen keine Bomben. Friede herrschte, ich musste keine Angst mehr haben. Und meine Mutter und die ältere Schwester bereicherten unser armseliges Weihnachtsfest mit selbst hergestellten Zuckerplätzchen – also wirklich nur aus Zucker, Mehl vielleicht, etwas Rosafarbiges dazu – und alles auf diesem Backblech des alten Bauernherds herausgebacken. Nie in meinem Leben hat mir wieder etwas so köstlich gemundet wie diese Plätzchen!“

Pluhar ergänzt mit Augenzwinkern: „Kein Demel-Törtchen, keine Heller-Bonbonniere – es war für das fünfjährige Mädchen Erika wie das Paradies, sie zu verschmausen!“

Und Erika Pluhars Resümee? „Was sich mir aus diesem Kinder-Erlebnis erhalten hat, ist meine grimmige Abwehr dieses konsumistischen Weihnachtstrubels, dieser kitschigen, sentimentalen Kaufwelt, die aus Weihnachten geworden ist. Also nix wie zu Hause bleiben, in meiner stillen Grinzinger Sackgasse!“ DC

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