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Stars Austropromis
12/04/2020

Opernstar Elīna Garanča: "Mache mir Sorgen um meine Kinder und meinen Vater"

Opernsängerin Elīna Garanča im Interview über Frauen, Corona und die schwierige Situation für die Kulturszene.

von Stefanie Weichselbaum

In der Corona-Krise sind besonders die Frauen stark gefordert. Neben Homeoffice-Tätigkeiten müssen oftmals auch noch die Kinder betreut und im Moment sogar unterrichtet werden.

Im Zuge der "look! Women of the Year“-Gala, die heuer online stattfand, wurden diese Frauen vor den Vorhang gebeten. In der Kategorie "Woman for Women“ wurde in diesem Jahr die lettische Mezzosopranistin Elīna Garanča (44) für ihr Engagement für junge Künstler ausgezeichnet.

"Es macht mich glücklich, dass das, was ich tue, Sinn macht und dass meine Arbeit und Aktivitäten andere inspirieren und hoffentlich motivieren. Wir leben in einer sehr schwierigen Zeit, in der die Wahrnehmung von Frauen oft missverstanden wird und ich mir nichts anderes wünsche, als dass diese Weiblichkeit wiederhergestellt und wieder gefeiert wird“, sagt der Opernstar zum KURIER.

Heimunterricht

Als Mutter der zwei Töchter Catherine (9) und Cristina (6) musste sie nun auch ihre Lehrfähigkeiten auspacken, was sich zu Beginn als nicht so einfach herausstellte. "Am Anfang war es eine große Herausforderung für mich und meine beiden Töchter. Sie haben mich noch nie als Lehrerin erlebt, die zum Beispiel ein mathematisches Problem erklärt, und ich hätte mir mich nie davor als Mathematiklehrerin vorstellen können“, schmunzelte sie. Und die Erinnerungen an die eigene Schulzeit waren dann auch nicht mehr so ganz frisch. "Es stellte sich heraus, dass ich mich nicht mehr an viele Dinge erinnere und buchstäblich alles Neue lernen musste, damit ich es meinen Mädchen erklären konnte.“

Zu guter Letzt wurde dann aber doch alles gut, wie die Opernsängerin erleichtert feststellte. "Wir hatten gute und schlechte Wochen, wir lachten und kämpften zusammen, aber im Allgemeinen bin ich unglaublich glücklich, so viel Zeit mit meinen Kindern zu verbringen, was sonst sehr schwierig ist, wenn ich immer unterwegs bin.“

Und da Elīna Garanča sonst beruflich sehr viel auf Achse ist, geht ihr das nun schmerzlich ab. "Ich vermisse es zu reisen und für das Live-Publikum zu singen, manchmal fühlt es sich an, als wäre mir eine Hand abgeschnitten worden.“

Keine Angst

Und auch sonst bereitet ihr die Pandemie teils schlaflose Nächte. "Mehr als um mich selbst mache ich mir Sorgen um meine Kinder und meinen Vater. Natürlich bin ich supervorsichtig und schütze mich und die Menschen um mich herum so gut wie ich kann, aber ich würde nicht sagen, dass ich Angst habe. Ich verstehe, wie wichtig die Gesundheitsmaßnahmen sind, aber an diesem Punkt bin ich eher müde, die PCR-Tests fünfmal pro Woche durchzuführen, als Angst zu haben.“

Ein vorsichtig optimistisches Bild zeichnete sie von der Zukunft der Kulturszene. "Man kann zweifellos die derzeitige Lage der Kulturszene als düster beschreiben. Wir alle leiden und es wird Jahre dauern, bis sich die tatsächlichen Schäden, die diese Pandemie verursacht hat, zeigen. Aber die Welt hat bereits mehrere Pandemie-Ausbrüche überlebt und wird das Coronavirus auch überleben. Das Positive daran ist, sobald wir den absoluten Tiefpunkt erreicht haben, ist der einzige Weg nach vorne der Weg nach oben.“

Und auch so hat Elīna Garanča eine eigene Methode entwickelt, gut durch diese Zeit zu kommen. "Mein persönliches Motto in diesem Jahr ist, von Tag zu Tag zu leben, und damit, was es gibt, zu arbeiten.“ Außerdem hatte sie endlich wieder Zeit, ihren liebsten Freizeitbeschäftigungen nachzugehen. "Während des Lockdowns wurde ich zur Gärtnerin, Köchin, Installateurin und Malerin – mein Haus und mein Garten sehen jetzt glücklich aus“, so der Opernstar lächelnd.

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