Schauspieler Martin Leutgeb wurde in der Schule gemobbt

© Andreas Hochgerner

Stars Austropromis
06/09/2020

Narben aus der Kindheit: Martin Leutgeb erinnert sich an Traumatisches

Beim Fotoprojekt gegen Hass im Netz, kamen auch traumatische Erinnerungen aus der Kindheit hoch.

von Lisa Trompisch

Verletzte Kinderseelen hallen oft bis ins Erwachsenenalter nach. Wie sagte der berühmte Psychologe Paul Watzlawick doch schon: „Man kann in der Wahl seiner Eltern nicht vorsichtig genug sein.“ Und anscheinend auch nicht in der Wahl der Lehrer, Mitschüler, Freunde ...

Beim Projekt #unhatehuman von Fotograf Andreas Hochgerner geht es eigentlich um Hass im Netz, aber beim Shooting kamen auch Erinnerungen aus der Vergangenheit hoch.

So wie bei Schauspieler Martin Leutgeb (53), der es in seiner Schulzeit wahrlich nicht leicht hatte. Der fröhliche, unbekümmerte Bursch erlebte, als er in die Schule kam, eine regelrechte Ablehnung. „Ich war völlig überfordert und meine Fantasie hat nicht ausgereicht“, erinnert er sich. Er war Legastheniker und das wurde damals nicht erkannt, sondern mit Dummheit verwechselt. Sein Lehrer unterstützte ihn nicht, sondern machte ihn auch immer wieder zum Gespött der Klasse.

Das ging so weit, dass sich der Bub vor lauter Stress und Angst vor der Schule sogar übergeben musste. „Jeder ist eine Pflanze und braucht eine besondere Pflege, die sie gedeihen und wunderschön werden lässt. Und bei mir war halt mein Lehrer derjenige, der der Pflanze einen Stein raufgelegt hat und dann konnte sie nicht wachsen. Den Stein habe ich weggeschubst, aber ich erinnere mich noch an die Kraft, die es brauchte, ihn wegzubekommen. Nach fast 50 Jahren sind diese Muster noch gegeben“, so der Schauspieler, der sich damals mehr Hilfe von seinen Eltern gewünscht hätte.

Auch Kabarettistin Gudrun Nikodem-Eichenhardt (Kernölamazonen) musste sich in ihrer Jugend traumatischen Erlebnissen stellen. „Man sagt ja immer, Kinder sind grausam, ist auch in Ordnung so. Bei mir war Übergewicht immer ein Thema. Schon als Kind in der Schule war’s so, dass sie mir mit Stricknadeln nachgelaufen sind und gesagt haben, man müsse mir das ganze Fett auslassen“, erinnert sie sich.

„Oder eine Lehrerin, die gesagt hat: ,Gudrun, du schaust nicht so aus, als hättest du es notwendig, dass du unter der Stunde trinkst.’ Das waren wirklich unnötige Kommentare“, sagt sie. Ausgemacht hat sie das alles mit sich alleine, ihren Eltern gar nichts davon erzählt. „Es hat mein Leben sehr intensiv beeinflusst. Jetzt bin ich 40 und kann aber sagen, super, ich glaube, ich bin drüber. Wenn ich jetzt zunehme, weil ich in den Wechsel komme oder warum auch immer, ist es mir wurscht“, stellt sie klar.

„Das alles ist auch genau der Grund, warum ich bei dieser Kampagne #unhatehuman mitmache und mein Gesicht dafür sehr gerne hergebe. Ich stehe zu 100 Prozent dahinter, dass Hass wirklich niemandem etwas bringt!“

Diese Promis unterstĂĽtzen die Kampagne #unhatehuman

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