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Marcus Strahl: Dieser Rat seines Vaters prägt ihn bis heute

Der Sohn des Schauspielerehepaars Waltraut Haas und Erwin Strahl erzählt, wie er trotz großer Unsicherheit Schauspieler wurde.
Schauspieler und Intendant Marcus Strahl

Er stammt aus einer berühmten Schauspielerfamilie – seine Mutter war Waltraut Haas (1927–2025), sein Vater Erwin Strahl (1929–2011) – und trotzdem war für Marcus Strahl nicht von Anfang an klar, dass auch er eines Tages diesen Beruf ergreifen wird. 

Eigentlich sogar ganz im Gegenteil. „In der Schule war es schon so, wenn ich ein Referat halten musste, bin ich rot angelaufen und habe Panikattacken bekommen“, erzählt er schmunzelnd in der KURIER TV-Sendung „Herrlich ehrlich – Menschen hautnah“.

Die ganze Sendung: 

Herrlich ehrlich: Marcus Strahl

Und irgendwie ist es dann doch passiert, Strahl studierte Theaterwissenschaften und Publizistik und nahm u. a. Schauspielunterricht bei seinem Vater. 

Und der wichtigste Rat, den er von ihm bekommen hat, war, sich selbst treu zu bleiben. „Das heißt, nicht um jeden Preis, jede Rolle anzunehmen, nur weil sie vielleicht vom Geld her verlockend ist, sondern sich immer zu überlegen, ist das wirklich gut für mich, was ich da tue?“

Intendant

Über 40 Jahren steht Marcus Strahl jetzt schon auf der Bühne, seit über 20 Jahren ist er auch Intendant der Wachaufestspiele Weißenkirchen. 

Bis 9. August wird dort noch „Carmen darf nicht platzen“ gegeben.

Von 21. bis 30. August steht dann wieder „Der Wachauer Jedermann“ am Programm und damit auch Strahl wieder selbst auf der Bühne.

„Es ist im Prinzip der Original-Jedermann von Hofmannsthal. Mit einem einzigen Unterschied. Der ,Jedermann’ ist ein reicher Winzer aus der Wachau“, erklärt Strahl. 

„Und ich verspreche den Zuschauern, ich werde nicht Hochmairs ,Jedermann’ imitieren. Ich werde es ihnen ersparen, mit nacktem Oberkörper aufzutreten“, lacht er.

Die Mutter fehlt noch sehr

Das letzte Mal wurde das Stück 2020 gegeben – was auch der letzte Bühnenauftritt von Strahls Mama Waltraut Haas, die Jedermanns Mutter gegeben hat.

Diesmal wird Ulli Fessl diese Rolle übernehmen. „Und ich freue mich auch sehr, dass sie selbst sagt, es ist für sie eine Ehre, es machen zu dürfen. Ich fühle mich auch geehrt. Also wir freuen uns auf sie.“ 

Überhaupt, wenn es um Strahls Mama Waltraut Haas geht, wir er berührend emotional. Er würde sie nach wie vor sehr vermissen, wie er erzählt.

Lisa Trompisch im "Herrlich ehrlich"-Studio mit Marcus Strahl

Lisa Trompisch im "Herrlich ehrlich"-Studio mit Marcus Strahl

Marcus Strahl selbst bereut in seinem Leben nicht wirklich etwas, denn „es war, glaube ich, alles richtig in meinem Leben, was ich gemacht habe. Toi, toi, toi!“, sagt er. 

Dass er es verabsäumt hat, Klavier zu lernen, würde er jetzt aber schade finden. „Und was ich wahnsinnig gerne gemacht hätte, wäre eine Musical-Ausbildung oder überhaupt eine Gesangsausbildung. Ich habe zwar ein bisschen dilettiert und habe ein paar Stunden genommen. Das reicht zwar, wenn ich als Schauspieler ein bisschen was trällern soll, aber ich könnte nie in einem Musical oder einer Operette großartig schmettern. Das geht nicht und das tut mir sehr leid.“ 

Denn wenn er singen könnte, hätte er da eine ganz bestimmte Traumrolle im Sinn – nämlich den Grafen von Krolock in „Tanz der Vampire“. 

„Das habe ich als junger Mann gesehen, und zwar Steve Barton in dieser Rolle. Und das war sehr prägend für mich. Und da war der Wunsch da, ach Gott, warum kann ich nicht singen?

Bühnensprache

Und Marcus Strahl hat auch einen guten Rat an alle Nachwuchsschauspielerinnen und -Schauspieler parat, nämlich richtig zu sprechen, denn die Sprache sei oft das Hauptproblem.

„Es wird nicht mehr so viel Wert daraufgelegt. Man glaubt, natürlich zu sprechen. Ich nenne es auch teilweise Netflix-Deutsch, einfach irgendwas runterzunuscheln und ein bisschen zu versuchen, den deutschen Akzent zu imitieren. Aber das genügt überhaupt nicht. Auf einer Bühne gibt es eine feste Bühnensprache. Es gibt ein festes Regelwerk. Und das muss eine Schauspielerin und ein Schauspieler beherrschen.“

Noch viel mehr von Marcus Strahl gibt's im Video oben.

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