© Copyright Karl Schöndorfer TOPP/Kurier/Karl Schöndorfer

Stars Austropromis
08/01/2021

Kammersänger Zednik über seine späte Liebe: "Wir wissen die Gnade zu schätzen"

Der Charaktertenor und Tenor mit Charakter wird nun mit dem Musiktheaterpreis fürs Lebenswerk gewürdigt.

von Dieter Chmelar

So beneidens- wie bewundernswert, wenn man mit 81 behaupten kann: "Im Großen und Ganzen bin ich ein Glückskind." Der Kammersänger Heinz Zednik, bereits Gewinner zweier Grammys (Kategorie: "Best Opera Recording"), seit 1994 Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper und seit 2000 Träger des österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst, kann das. Und er wird morgen, Montag (2. August), im Rahmen einer Gala in Steyr auch noch mit dem Musiktheaterpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Der Präsident des Preises, Karl-Michael Ebner: "Zednik ist unbestritten einer der größten Künstler des Landes – mit seinem natürlichen Talent für Komik, Posse und Poesie und seiner schier grenzenlos flexiblen Stimme hat er Geschichte geschrieben."

Ioan Holender, einer von zehn Staatsoperndirektoren in Zedniks Karriere, sagte schon zu dessen 50. Berufsjubiläum: "Die Qualität des zweiten Tenors wurde durch ihn geadelt. Er war eine erstklassige zweite Partie und hat diese zur ersten Partie gemacht."

Spätes Liebesglück

Der Wiener Feschak hätte so manche Partie, auch abseits der Bühne, machen können – "aber die Verehrerinnen hielten sich in Grenzen", sagt er, "obwohl man als Tenor, der in einer stillen Ecke eines Lokals einer Frau 'Dein ist mein ganzes Herz' ins Ohr singen kann, einen gewissen Vorteil gegenüber einem Tischler hat, der über seinen Hobel plaudert."

Apropos: Schon als Knirps bei den Piaristen sang er das Hobellied aus Ferdinand Raimunds "Verschwender" – und das Schicksal setzte Jahrzehnte später in der Tat den Hobel an. Denn seine erste Ehefrau Christl starb plötzlich und unerwartet vor vier Jahren. "Ich war sicher", so Zednik, "dass ich bis zu meinem Tod alleine bleibe." Doch 2018 traf er die (gleichfalls frisch verwitwete) Kärntner kosmetische Chirurgin Dagmar Millesi (65) bei einem Heurigen der "Freunde der Oper".

Auch sie, die keine "wohlerarbeitete" Falte an seinem Antlitz glätten würde, ist Klassikfan und immer wieder als Statistin auf der Bühne.

2019 heirateten sie – wie der KURIER exklusiv meldete. Sie spielen Tennis, reisen zu Opern-Events und genießen ihr spätes Glück. Tenor: "Wir wissen die Gnade, uns getroffen zu haben, zu schätzen."

Zur Person Heinz Zednik

Kindheit & Jugend: Zednik kam am 21. Februar 1940 in Wien (Josefstadt) als Sohn eines Damenhutmachers zur Welt und sang schon als Volksschüler Wienerlieder. Als er neun war, ließen sich die Eltern scheiden, er blieb beim Vater.

Ausbildung: Zednik studierte am Konservatorium Wien, debütierte 1964 in Graz und wurde 1965 Mitglied der Wiener Staatsoper. 1970 bis 1980 sang er bei den Bayreuther Festspielen, u. a. unter Herbert von Karajan.

100 Partien führten den Charaktertenor an die größten Häuser der Welt (Met, Scala, Opéra de Paris und Berliner Staatsoper).

Privat: Nach dem Leukämie-Tod seiner ersten Frau Christl (2017) ist er seit 2019 mit der gleichfalls verwitweten Top-Chirurgin Dagmar Millesi verheiratet.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.