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Der Geschmack des ESC: Auch der Gaumen kommt auf seine Kosten

Rund um den Song Contest kann man sich international durchkosten – von Tafelspitz bis Balkan-Burger.
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Für den Eurovision Song Contest muss in der Stadthalle alles bis ins letzte Detail perfekt choreografiert werden, auch kulinarisch. Das Essen für rund 7.000 Gäste muss nicht nur am Bombenkommando vorbei, es wird auch auf Regieanweisung serviert (später mehr dazu). Im Gegensatz zur durchorchestrierten Stadthalle wird auch der trubelige Naschmarkt zur ESC-Bühne. Dort gibt es morgen, Mittwoch, die Möglichkeit, sich durch alle 32 ESC-Länder zu kosten.

In und um den Marktraum findet von 14 bis 19 Uhr der „Eurovision Markt Contest“ statt. Die Liste der Spezialitäten ist lang, auch wenn noch nicht alle Details feststehen. Der KURIER hat bei den Standlern vor Ort aber schon einige der Gerichte in Erfahrung bringen können.

Von Matjes bis Pljeskavica

Die Marktraum-Standler vergrößern sich für einen Tag mit einem Extra-Stand als Außenposten am Vorplatz der Markthalle. Einer davon ist „Fangfrisch von Alex“, bei dem es schwedische Matjesbrötchen aus Reinanke und Rotauge geben wird. Etwas mit Wels und Gemüse soll es bei „Blün“ geben, je nach Wetter wahrscheinlich einen Salat oder Suppe.

Der Burger-Laden „Brutal am Markt“ macht eben keine Burger, sondern Fish and Chips, die repräsentativ für Großbritannien stehen. Die gibt es ergänzend zum regulären Angebot im Innern der Markthalle. Den Außenstand überlässt man dafür der

St. Charles Apotheke, die den offiziellen ESC-Duft „Fairplay“ präsentieren wird.

Weg vom Fisch und hin zum Fleisch: Die Bio-Fleischerei „Wald gut“ aus dem Waldviertel ist seit Tag eins für ihren Leberkäse bekannt, der so gut geht, dass sogar die benachbarte Billa-Filiale neidisch sein soll. Für den ESC wird man die Balkanküche vertreten, speziell mit Pljeskavica. Das Rinderhackfleischgericht wird als Burger im Lepinja-Fladenbrot mit Salat, Sauerrahm und Ajvar interpretiert.

Einen Vorgeschmack gibt es am 13. Mai auch auf den neusten Marktraum-Stand von „Wiener Tofu“.

Tofu-Variationen

Die Manufaktur ersetzt die Käserei „Fratelli Valentino“. Bis sich die Manufaktur am Naschmarkt eingerichtet hat und offiziell aufsperren kann, wird es laut Betreibern noch bis Mitte Juni dauern. Beim ESC-Mark macht man dennoch mit, genauer mit frittierten Naturtofu in drei Länder-Variationen: mit Kürbiskernöl, Tomate-Basilikum und deutscher Currysauce.

In der Stadthalle wird bis zum ESC-Finale am 16. Mai hingegen vor allem der österreichischen Küche eine Weltbühne gegeben.

Das Floridsdorfer Unternehmen „Impacts Catering“ kocht für rund 7.000 Gäste trotz strenger Auflagen und komplexer Logistik regional, bio und vor allem frisch vor Ort. Die Lkw mit 250 Kilo Fisch, 40.000 Weingläsern und 60.000 Tellern müssen dafür die Kontrolle durch Bombenspürhunde passieren.

Jede Sekunde zählt

Serviert werden in den verschiedenen Logen unter anderem Saiblingsfilet, Tafelspitz oder Maibock, im Green Room jedoch nur auf Regieanweisung. Um die Übertragung nicht zu stören, hat das Team dafür von 45 Sekunden bis zu drei Minuten Zeit.

Am Finaltag ist man laut Geschäftsführer Christian Chytil mit bis zu 200 Mitarbeitern vom Mittagessen bis zum Mitternachtssnack für die After-Show-Party im Einsatz. Damit keine Lebensmittel verschwendet werden, wird alles durchgehend gekühlt und Restbestände zurück nach Floridsdorf gebracht. Dort holt der Samariterbund die Lebensmittel ab, um Bewohner in Altersheimen zu verköstigen.

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