Das sagen die Promis zum Life-Ball-Aus

Conchita und Dagmar Koller
Sie waren teilweise Unterstützer der ersten Stunde. Was Dagmar Koller, Conchita & Co. zu Gery Keszlers Entscheidung sagen.

Manche haben's geahnt, andere waren ziemlich überrascht. Gery Keszlers gab ja Freitagvormittag bekannt, dass er den Life-Ball heuer am 8. Juni zum letzten Mal veranstalten wird. Der KURIER hat bei jenen nachgefragt, die ihn immer wieder unterstützt haben.

Das sagen die Promis zum Life-Ball-Aus

Moderator und Schauspieler Alfons Haider

„Es tut mir sehr weh, Wien verliert sein wichtigstes Signal der Gleichstellung und der Offenheit und ein wichtiges Event neben dem Opernball. Dem Gery wird das am wehsten tun. Es war eines der innovativsten, lustigsten, provokativsten  Events, die es je gegeben hat. Bin aber überzeugt, dass ihm was anderes einfällt. Gery ist nicht pensionsreif.  Der Life Ball lebt in den zigtausenden Menschen, die überlebt haben, weiter.“

Das sagen die Promis zum Life-Ball-Aus

Sozialstadtrat Peter Hacker

„Ich finde es sehr bedauerlich, dass der Life Ball heuer nach 26 Jahren zum letzten Mal veranstaltet wird. Diese Entscheidung ist aber verständlich, denn ein Event wie der Life Ball lebt von Sponsoren und von Spenden. Nichtsdestotrotz war und ist der Life Ball einer der größten und international bedeutendsten Veranstaltungen Wiens. Dieser unfassbare Erfolg ist untrennbar mit der Person von Gery Keszler verbunden. Ohne seine enorme Energie, sein eisernes Beharrungsvermögen und seine Fähigkeit andere zu begeistern und mitzunehmen, hätte es diesen Ball über mehr als ein Vierteljahrhundert nicht gegeben. Natürlich darf man niemals vergessen, warum es diesen Ball gegeben hat – dieser Event hat maßgeblich dazu beigetragen, dass das Tabu rund um AIDS gebrochen wurde und es wurde dadurch sehr viel Geld zur Bekämpfung dieser heimtückischen Krankheit lukriert.“

Das sagen die Promis zum Life-Ball-Aus

Musical-Diva Dagmar Koller

„Es war jetzt schon ein Ball für jedermann. Es ist schade, dass man das aufgibt. Ich verstehe zwar, dass Gery müde geworden ist, die ganze Bettlerei nach Sponsoren ist mühsam. Ich finde, er sollte das weitergeben an ein junges Team. Man sollte das jetzt nicht so einfach abwürgen. Ich war immer gerne mit dabei, habe den Life Ball nur ein einziges Mal versäumt. Das war damals, als mein Mann gestorben ist.“ 

Das sagen die Promis zum Life-Ball-Aus

Chris Lohner (mit Gery Keszler)

„Ich hab’ ihm schon gratuliert, wir haben ja schon länger gesprochen, wie schwierig das mit den Sponsoren ist. Wir leben in einer Zeit, in der die Empathie verloren geht. Ich habe ihm auch gesagt, wann immer er etwas braucht, bin ich zur Stelle. Ich war damals auch die erste, die er gefragt hat, ob ich das mit ihm machen würde. Na klar, habe ich gesagt. Das hat ihn auch bestärkt. Wir sind schon lange befreundet.“

 

Das sagen die Promis zum Life-Ball-Aus

Eventveranstalter Andi Lackner

„Ich bin, traurig aber auch froh für Gery persönlich. Leider hat sich die Stimmung in Österreich sehr gedreht und nicht der, der Gutes tut, wird beachtet, sondern die, die gegen Anderssein aufhetzen, werden gehört. Es war und ist großartig, was Gery und sein Team erreicht haben, dieses Fest der Freiheit, Toleranz und Liebe wird fehlen. Wien verliert ein buntes Wahrzeichen und glanzvolle Momente der Solidarität.“

 

Das sagen die Promis zum Life-Ball-Aus

Norbert Kettner, Direktor des WienTourismus.

„Ich nehme das für den Life Ball angekündigte Aus mit großem Bedauern zur Kenntnis. Der Life Ball war über ein Vierteljahrhundert lang ein wichtiges und lautes Signal im Kampf gegen Aids. Gery Keszler und sein Team haben in dieser Zeit viel erreicht, mit großartigem persönlichen Einsatz, unbeirrt und zu jeder Zeit im Sinn der Sache gearbeitet. Auch für den Tourismus hat die leuchtstarke Veranstaltung Bedeutung. Gery Keszlers Lebenswerk wird das Image der Stadt über Bestehen des Balls hinaus positiv prägen. Der WienTourismus war viele Jahre lang stolzer Partner des Life Ball und wird ihn vermissen. Gery und seinem Team wünsche ich alles Gute für die Zukunft und sage Danke für die jahrelange gute Kooperation“, erklärt Norbert Kettner, Direktor des WienTourismus.

Das sagen die Promis zum Life-Ball-Aus

Moderator Günter Tolar (mit Dagmar Koller)

„Auf der einen Seite finde ich es schade, weil der Life Ball  vielen Leuten  helfen konnte. Und Wien verliert auch ein Event mit Weltgeltung. Auf der anderen Seite kann man es auch so sehen, dass HIV in den Köpfen der Menschen angekommen ist. Ich möchte den Gery Keszler fast in die Nähe eines Heiligen stellen, weil er mit einem unglaublichen Mut und einer unglaublichen Sturheit für die Sache gekämpft hat.“

Das sagen die Promis zum Life-Ball-Aus

Gastronom Bernd Schlacher

"Ich finde das sehr schade. Ich finde, dass Gery Keszler für die Welt und für die Gesellschaft mit dem Life Ball etwas Wundervolles geleistet hat. Auch das Bewusstsein, das er für HIV geschaffen hat, ist unfassbar. Da haben auch ,Nicht Main-Stream-People', also Homosexuelle, Lesben und Transgender an Akzeptanz gewonnen.Es ist natürlich schwieriger geworden. HIV existiert heute immer noch, aber nicht mehr so wie in den 1990er Jahren. Da sind ja wirklich viele Menschen daran gestorben. Mittlerweile gibt es ja schon gute Medikamente. Die Jungen sehen HIV ganz anders als meine Generation. In den ersten zwei Jahren kann ich mich noch erinnern, dass mein Team und ich zwei Tage lang ohne Schlaf durchgearbeitet haben bis die letzten Gäste um 6/halb 7 Uhr früh nachhause gegangen sind. Aber es war toll."

 

Kommentare