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Kultur
05/10/2019

Life Ball: Keszler - "Verabschiede mich traurig von meinem Kind"

Nach 26 Jahren findet das Benefiz-Event heuer zum letzten Mal statt.

Der Life Ball wird im Juni zum letzten Mal stattfinden. Organisator Gery Keszler verkündete am Freitag offiziell das Aus des Charity-Events. Aufgrund fehlender Gelder lasse sich die Veranstaltung nicht mehr finanzieren. Für das Event, das in diesem Jahr ein Zirkusszenario bieten möchte, fällt nun der letzte Vorhang.

Es sei es in letzter Zeit immer schwieriger geworden, Sponsoren und Spender für den Ball gewinnen zu können, sagte Keszler. "Das Bewusstsein ist heute einfach ein anderes. Dem tragen wir nun auch Rechnung." 26 Jahre nach dem ersten Life Ball sei es an der Zeit, neue Wege zu gehen. "Die Rahmenbedingungen und Umstände haben sich über die letzten Jahre sehr verändert", sagte Keszler.

Die schrägsten Life-Ball-Outfits aus 25 Jahren

Life Ball 1997

Life Ball 1997

Life Ball 1998

Life Ball 1998

Life Ball 1999

Life Ball 1999

Life Ball 2000

Life Ball 2000

Life Ball 2001

Life Ball 2001

Life Ball 2003

Life Ball 2003

Life Ball 2006

Life Ball 2006

Life Ball 2006

Life Ball 2006

Life Ball 2006

Life Ball 2006

Life Ball 2006

Life Ball 2006

Life Ball 2006

Life Ball 2006

Life Ball 2007

Life Ball 2007

Life Ball 2007

Life Ball 2007

Life Ball 2007

Life Ball 2007

Life Ball 2007

Life Ball 2007

Life Ball 2007

Life Ball 2007

Life Ball 2007

Life Ball 2007

Life Ball 2009

Life Ball 2009

Life Ball 2009

Life Ball 2009

Life Ball 2009

Life Ball 2009

Life Ball 2009

Life Ball 2009

Life Ball 2010

Life Ball 2010

Life Ball 2010

Life Ball 2010

Life Ball 2010

Life Ball 2010

Life Ball 2011

Life Ball 2011

Life Ball 2012

Life Ball 2012

Life Ball 2012

Life Ball 2012

Life Ball 2013

Life Ball 2013

Life Ball 2014

Life Ball 2014

Life Ball 2014

Life Ball 2014

Life Ball 2015

Life Ball 2015

Life Ball 2017

Life Ball 2017

Life Ball 2018

Life Ball 2018

Life Ball 2018

Life Ball 2018

"Im Kampf gegen Aids haben wir viel erreicht. Aids hat sich von einem Todesurteil zu einer chronischen Krankheit gewandelt. Durch diesen Erfolg ergibt sich die paradoxe Situation, dass die Zahl der Verbündeten für Aids-Hilfsprojekte international und national abnimmt." Große Herausforderungen gäbe es dennoch - vor allem in Afrika: "Wir werden mit dem Reingewinn des 26. Life Ball unsere Energie jenen Regionen widmen, wo das Problem noch immer akut ist und wir Leben retten können. In Österreich wird von den Organisationen und der öffentlichen Hand hervorragende Arbeit geleistet. Daher wird es Verständnis für unsere Entscheidung geben, dass wir in der Unterstützung heuer auf internationale Projekte fokussieren."

 

Und weiter: "Es waren unglaubliche, fantastische und intensive Jahre. Wir haben mehr bewegt, als wir je zu hoffen gewagt hätten. Ich bin so unendlich dankbar. Es ist nun Zeit, dieses Projekt zu einem guten Abschluss zu bringen."

Keszler: "Empathie und Energie lässt nach"

„Ich verabschiede mich traurig von meinem Kind“, sagte Keszler am Freitagnachmittag zur APA. "Es ist eine Tatsache, dass sowohl von der Wirtschaft als auch von der Empathie für Ehrenamtlichkeit usw. die Energie nachlässt. Der Life Ball ist deshalb ein Statement, das über Jahrzehnte ging, 27 Jahre. Und jetzt wollen wir das einfach am 8. Juni mit einem fulminanten und sehr emotionalen Life Ball mit einem Danke für alle, die sich über ein Vierteljahrhundert engagiert haben, wirklich auch beenden."

Die gesamte Life Ball-Mannschaft stehe hinter dem Entschluss, aufzuhören. "Es ist gut. Es hat sich viel verändert. Wir haben unfassbar viel erreicht und dafür sind wir auch sehr, sehr dankbar. Aber Aufgaben wurden über Jahrzehnte erledigt, große Probleme, die Gott sei Dank jetzt auch keine Probleme mehr darstellen, wie zum Beispiel die Mutter-Kind-Übertragung (von HIV, Anm.). Das wirkt sich jedoch auch auf das Event aus."

Keszler blickt auch zurück in die Geschichte: "Anfang der 1990er-Jahre war es ein Kampf gegen Windmühlen, ein Kampf gegen Tabu, gegen Ausgrenzung - über die Jahre natürlich auch weiterhin. Aber der Life Ball konnte sich etablieren, wurde auch sicherlich zu einem riesigen Spektakel." Und "es ist der Aufwand des Life Balls von Jahr zu Jahr größer geworden".

Verein wird weiter bestehen

Der Verein "Life+", der für die jährliche Ausrichtung des Balles verantwortlich zeichnet, werde weiter bestehen, erklärte Keszler. "Wir werden weiterhin leidenschaftlich gegen Stigma und Ausgrenzung aufstehen und Flagge zeigen." In den vergangenen Jahren hatte der Life Ball knapp 30 Millionen Euro Spenden für nationale und internationale Aids-Hilfsprojekte lukrieren können.

Keszler dankte an die Anfänge des Life Balls erinnernd allen voran der Stadt Wien und dem damaligen Wiener Bürgermeister Helmut Zilk, der das Event ins Rathaus holte. Direkt an den 2008 verstorbenen Bürgermeister gewandt sagt Keszler: "Es waren Deine Kraft und Fantasie, die uns den Rücken gestärkt haben, dieses Projekt anzugehen. Du warst ein unermüdlicher Botschafter für ein offenes und tolerantes Wien, und der Life Ball ist dafür ein weltweit sichtbarer Leuchtturm."

Für den Life Ball 2019 haben sich US-Schauspielerin und amfAR Botschafterin-Katie Holmes sowie Golden Globe-Gewinnerin Keala Settle angesagt. Die Modenschau wird bereits zum zweiten Mal von Missoni ausgerichtet - auf persönlichen Wunsch von Keszler aufgrund des starken Engagements der Modedynastie. Da der letzte Life Ball viel Publikum anlocken wird, wird ab Montag (13. Mai) ein zusätzliches Karten-Kontingent aufgelegt.

 

Aidshilfe Wien fehlen nun 200.000 Euro an Spendengeldern

Nach dem verkündeten Aus des Life Balls werden der Aidshilfe Wien künftig bis zu 200.000 Euro an Spendengeldern fehlen. Entsprechend enttäuscht zeigte sich Obmann Wolfgang Wilhelm. „Es gibt niemand, der so viel für das Thema gemacht hat, wie Gery Keszler. Sogar Sportveranstaltungen finden große Sponsoren“, sagte der Obmann der APA.

Die 200.000 Euro pro Jahr wurde dafür eingesetzt, unmittelbar in Not geratene HIV-Patienten zu unterstützen sowie Therapielücken zu schließen. „Dies können wir jetzt nicht mehr bezahlen und wissen auch noch nicht, wie wir diese Mittel ersetzen können“, meinte Wilhelm. Das Aus sei auch deshalb so bitter, weil das Ziel, Aids bis 2030 völlig auszurotten, erreichbar scheint. „Es bräuchte da aber eine verstärkte Anstrengung“, so der Obmann,

Persönlich dankte er Keszler, für seine „marathonartige mega Leistung“. „Es hat einen unendlich wichtigen Beitrag sowohl bei der Bewusstseinsbildung als auch finanziell geleistet“, sagte Wilhelm. Mit dem Jugendprojekt Next Generation habe der Organisator auch jüngere Leute erreicht. Zudem sei der Life Ball auch ein international höchst erfolgreiches Event.

Auch die Aidshilfe Steiermark steht vor eine schwierige Situation, wie Geschäftsführer Manfred Rupp am Freitag der APA sagte. Die Aidshilfe-Tätigkeit sei durch Mittel der öffentlichen Hand gedeckt, aber mit den Life-Ball-Spenden habe man z. B. Therapien für Klienten bezahlt, die finanziell nicht so gut situiert seien. 2018 habe man 17.000 Euro dafür erhalten.

Stadt Wien dankt Keszler: Finanzstadtrat "traurig"

Die Stadt Wien hat Life-Ball-Organisator Gery Keszler gedankt. Dieser habe das Bild Wiens als Stadt der Toleranz und Weltoffenheit hinausgetragen: „Die Nachricht, dass der Life Ball 2019 der letzte sein wird, stimmt mich traurig“, zeigte sich Finanzstadtrat Peter Hanke (SPÖ) über das Aus wenig erfreut.

Gery Keszler hat über viele Jahre mit unermüdlichem Engagement und großem Erfolg dieses wundervolle Projekt aufgebaut und vorangetrieben. Vielen von HIV und Aids betroffene Menschen in Österreich und auf der ganzen Welt wurde damit geholfen und die Stigmatisierung von HIV-positiven Menschen erfolgreich bekämpft“, sagte Hanke.

So sieht die Style Bible für den Life Ball 2019 aus

Hereinspaziert: Georgij Makazaria bittet in die Manege

Willkommen in der Welt des Zirkus

Dort darf natürlich eine bärtige Frau nicht fehlen

Und Lili Paul als zauberhafter Engel

Langsam gewinnt die Zirkuswelt an Farbe

Und hier auch noch in Blau

Life Ball-Chef Gery Keszler mit dem berühmten Roncalli-Clown

Im Vorfeld des Shootings wird fleißig geschminkt und geklebt

Styling unter erschwerten Bedingungen

Gery Keszler mit den Models aus der Style Bible

Akrobatik von Lili Paul