Cornelius Obonya

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01/12/2020

Cornelius Obonya: "Gentleman zu sein ist eine grundsätzliche Haltung"

Der Mime tritt mit dem "Russian Gentlemen Club" auf. Im Interview spricht er über Gentlemen und Russland.

von Stefanie Weichselbaum

Es gibt Russland kaum ohne Vodka und es gibt Wien kaum ohne Wein“, sagt Schauspieler Cornelius Obonya (50) im KURIER-Interview. Na dann, Prost! Denn genau um die Art des Genusses von Alkoholhaltigem geht es bei seinem neuesten Projekt. Für einen Abend (16. Jänner im Wiener Metropol) wurde Obonya in den „Russian Gentlemen Club“ (Sänger Georgij Makazaria, Allrounder Roman Grinberg, Violinist Aliosha Biz, Akkordeonspieler Alexander Shevchenko) aufgenommen.

„Ich werde Texte über das russische oder österreichische Gefühl lesen, wie man trinkt, was man trinkt, dass man Geselligkeit sucht, wenn man trinkt, und wir hoffen, dass das unterhalten kann“, erzählt Obonya. Der Rest der Gruppe wird hauptsächlich den musikalischen Part übernehmen. Aber, soviel sei verraten, auch Cornelius Obonya wird gesanglich zum Zug kommen.


Und wie der Name der Combo schon sagt, sind alle Mitglieder wahre Gentlemen. „Das hat aber nichts damit zu tun, ob man glatt polierte Schuhe, einen gut sitzenden Anzug oder sonstige Dinge trägt. Das ist eine grundsätzliche Haltung, glaube ich“, so Obonya, der überzeugt davon ist, dass es auch Gentlewomen gibt. „Denn auch Frauen sind nicht der Versuchung abhold, irgendwie Blödsinn zu machen, genauso wie Männer. Die hatten nur viel öfter Gelegenheit dazu, weil sie oft in ganz anderen Positionen sind. Es ist eine Frage der inneren Haltung, einer gewissen Klarheit, einer Ruhe, einer Höflichkeit, sich seiner eigenen Position bewusst zu sein, ohne in irgendeiner Art und Weise andere Menschen herabzusetzen, die nicht so eine Position haben.“

Apropos Haltung: Obonyas Einstellung Russland gegenüber war in seinen ersten Lebensjahren auch sehr angespannt. „In der Kindheit habe ich damit große Furcht verbunden. Ich bin ein totales Kind des Kalten Krieges. Das heißt, Nachrichten aus Moskau, aus der bösen, bösen Sowjetunion, waren ’vergrieselte’ Bilder mit einem manchmal kommentierenden Journalisten, der auch nur als Standbild da war, denn es gab keine Aufnahmen damals. Und in den Erzählungen meiner Großeltern war der Russe die Bedrohung schlechthin.“

Im Laufe der Zeit hat sich dies aber gewandelt: „In den letzten Jahren hat sich das Gott sei Dank sehr, sehr entspannt. Ich halte mich gern an den russischen Menschen, an seine Lebensfreude und seine Literatur und Musik.“

Geht es allerdings um die russische Politik, distanziert sich der Schauspieler ganz klar: „Im Moment gibt es so eine Russland-Affinität, speziell in Österreich, was auch die politische Seite betrifft. Politisch habe ich damit definitiv nichts am Hut.“

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