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Wie Adriana Zartl den Spagat zwischen Kabarett und Trauerrednerin schafft

Die Tänzerin, Schauspielerin, Moderatorin und Kabarettistin über ihr bewegtes Leben, ihre neuen Projekte und ihre Aufgabe als Trauerrednerin.
Adriana Zartl, Schauspielerin

Multikulti liegt Adriana Zartl im Blut. Geboren in der italienischen Schweiz, aufgewachsen in Hongkong und Australien, kam sie mit acht Jahren nach Wien. 

Und für sie war immer schon klar, dass sie unterhalten möchte, da sie immer schon "den Kasperl runtergerissen", hat, wie sie lachend in der KURIER TV-Sendung "Herrlich ehrlich – Menschen hautnah" erzählt.

Das ganze Interview

Ihre Ballettlehrerin erkannte das große Talent und riet ihr, die Aufnahmeprüfung an der Wiener Staatsoper zu absolvieren. Ihr Vater hatte zwar damals ein Jobangebot in Rio de Janeiro, aber nachdem seine Tochter die Aufnahmeprüfung bestanden hatte, entschied die Familie, in Wien sesshaft zu werden.

Es folgten Engagements im Fernsehballett des ORF und Zartl war auch Mitglied des Stadlballetts des Musikantenstadls. Sie machte eine Schauspielausbildung und moderierte diverse Sendungen. Ihr Weg führte sie auch nach Deutschland zur RTL-Comedy Nacht. "Ich konnte mich dort ausprobieren und hab mir einfach gedacht: Pfeif drauf, mach einfach!"

Solo-Kabarett

Im Februar 2026 wagte sie mit ihrem ersten Soloprogramm "50+ und geil" (nächster Termin am 6. Juni im Vindobona) den großen Schritt auf die Kabarettbühne. "Ich hab wirklich schon viele Sachen gemacht, aber beim Solokabarett bist du ganz allein verantwortlich. Wenn du hängst, rettet dich niemand. Jedes Mal vor einem Auftritt möchte ich nach Hawaii auswandern, aber, wenn du dann auf der Bühne stehst und unterhältst und wenn dann das Programm vorbei ist, dann ist man echt erleichtert und freut sich, dass die Leute gelacht haben. Es war bis jetzt das Ärgste, was ich gemacht habe." 

Und egal, wie viele Vorstellungen sie spielt, nervös ist Zartl immer, wie sie lachend zugibt.

Manche mögen’s heiß

Am 25. Juni feiert die Sommernachtskomödie Rosenburg mit dem Stück "Sugar – Manche mögen’s heiß" Premiere. Und da hat Zartl wieder Grund, nervös zu sein, denn sie wird die Bandleaderin Sweet Sue spielen. 

"Die Sweet Sue ist gar nicht so sweet. Und das ist eine Herausforderung für mich, denn ich muss ständig streng sein. Etwas, das ich gar nicht bin. Und ich darf überhaupt nicht blödeln und lachen, was ich dauernd tu. Und das ist wirklich schwierig. Da muss ich lauter, schreiend und ernst sein."

Wobei, es gibt durchaus Situationen, wo auch Zartl ihre gute Laune verlieren kann – und zwar beim Autofahren. "Beim Autofahren kann ich mich wirklich wahnsinnig aufregen, auch schimpfen wie ein Rohrspatz."

Trauerrednerin

Und sie kann durchaus auch ernst und vor allem sehr empathisch sein. Zartl ist nämlich auch Trauerrednerin. "Ich glaube, da kommt mir auch zugute, dass ich ein sehr ehrlicher und herzlicher Mensch bin. Ich höre den Leuten sehr gut zu und sie erzählen mir auch ganz viel. Ich versuche, den letzten Abschied nicht tief-tragisch zu formulieren, sondern aufbauend-schön. Es ist ja die letzte Ehre, die man jemandem erweist und mit schönen Worten den Menschen zu verabschieden."

Zwei Frauen sitzen in einem Fernsehstudio in roten Sesseln und führen ein Gespräch vor einem Bildschirm mit der Aufschrift „Herrlich ehrlich“.

KURIER-Redakteurin Lisa Trompisch im Gespräch mit Schauspielerin Adriana Zartl

Für ihr eigenes Leben hat sie von dieser Arbeit nicht nur mitgenommen, dass sie einen weißen Grabstein haben will, sondern, "man kommt drauf, wie kurz das Leben ist und wie sehr man es genießen sollte, denn ich habe von Kindern über ganz alte Menschen alle beerdigt. Mit einem Wimpernschlag kann alles aus sein. So schnell kannst du gar nicht schauen."

Ihr Rat an alle: "Genießt das Leben, jeden einzelnen Moment! Es kann so schön sein. Egal, ob es regnet oder nicht."

Ihrem jüngeren Ich würde sie heute gerne mitgeben: "Entspanne dich. Versuch nicht, jedem zu gefallen, mach dein Ding und es hat alles einen Grund, warum es so ist. Zweifel nie an dir selber. Ziehe es durch und hab Spaß."

Zartl ist mit ihrem Leben glücklich, wie sie erzählt. "Ich würde nix ändern an meinem Leben. Ich bin wirklich happy und ich hab ein perfektes Kind (Sohn Luca ist 15). Es ist alles gut, es ist alles in bester Ordnung."

Dancing Stars

Einen Traum gibt’s noch, sie würde gerne bei der beliebten ORF-Show "Dancing Stars" mitmachen. "Fände ich sehr cool! Tanzen und Blödeln. Vor Jahren wäre ich mal fast dabei gewesen, aber da hatten sie eine Sportlerin zu wenig und dann haben sie eine Sportlerin genommen. Ich glaube, das wäre lustig. Ich könnte gut über mich selbst lachen, aber auch verzweifeln, weil ich sehr ehrgeizig bin."

Im Juli stehen für sie auch Dreharbeiten in Baden (NÖ) zum Thriller "Knock at 8" an. Da spielt sie die Frau an der Seite von "James Bond"-Daniel-Craig-Double Max Fraisl. Die beiden kennen sich schon länger, ihre Kinder sind gemeinsam in die Volksschule gegangen. "Ich bin gespannt, wie er als Ehemann ist."

Noch viel mehr über Adriana Zartl gibt’s im Video oben.

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