In Marilyns Fußstapfen: Newcomerin spielt auf der Rosenburg
Auf der Rosenburg spielt es diesen Sommer "Sugar. Manche mögen`s heiß" mit v.l.n.r: Okan Cömert, Lola Witzmann, Nina Blum (Intendantin), Adriana Zartl und Daniel Keberle.
Musik der wilden Zwanziger, Hollywood-Glamour und jede Menge Komik: Die Sommernachtskomödie auf der Waldviertler Rosenburg zeigt heuer „Sugar – Manche mögen’s heiß“, nach dem Kultfilm mit Marilyn Monroe.
„Marilyn Monroe wäre 2026 100 Jahre alt gewesen – ein wunderbarer Zufall, wir haben das Stück nämlich nicht deswegen ausgewählt“, erklärt Intendantin Nina Blum gegenüber dem KURIER. Die Gangsterkomödie, in der Männer in Frauenkleider schlüpfen und in einer Girl-Band untertauchen, überzeugte die Intendantin alleine durch die humoristische Handlung.
Große Fußstapfen
Mit Lola Witzmann tritt dieses Jahr eine junge, noch fast unbekannte Schauspielerin in die Fußstapfen der Hollywood-Legende. Die aufstrebende Künstlerin ist erst Anfang 20 und studiert im zweiten Jahr an der Musik und Kunst Privatuniversität in Wien (MUK). „Wir suchten nicht nach einer Monroe-Kopie, sondern nach unserer eigenen Hauptdarstellerin, die wir mit Lola Witzmann gefunden haben. Sie hat so eine totale Purheit, die man auf der Bühne spüren wird“, erläutert die Intendantin.
Lola Witzmann tritt in ihrer Rolle als Sugar Kane in die Fußstapfen von Hollywood-Legende Marilyn Monroe.
Witzmann selbst habe Hochachtung vor der Rolle und wolle auf der Rosenburg die Ukulele-Musikerin Sugar spielen, nicht Marilyn.
„Ich versuche Sugar eher zu verstehen als zu verändern, auch wenn sie so ganz anders ist als ich selbst“, erklärt die 21-Jährige, „ich würde zum Beispiel nicht alles aufgeben für einen Millionär.“ Ihre Leidenschaft für Stepptanz bringt sie ebenfalls in die Rolle mit ein. Ukulele-Spielen musste die Schauspielerin hingegen erst lernen.
Emanzipatorische Ansätze
Auf Ukulele-Klänge und passende Gesangseinlagen dürfen sich Besucherinnen und Besucher der Sommernachtskomödie jedenfalls freuen. Ein Musicalstandort werde man aber keinesfalls; das ist der Intendantin und dem Regisseur wichtig zu betonen. Relevanter als die musikalischen Einlagen seien schließlich die Texte, die Regisseur Markus Ganser eigens für die Sommernachtskomödie neu verfasst habe.
Aus der Filmvorlage habe er vor allem jene emanzipatorischen Ansätze übernommen, die ihrer Zeit bereits voraus gewesen seien. „Der Film war, was #MeToo betrifft, teilweise schon erstaunlich modern. Im Laufe der Handlung erkennen die Männer nämlich, was es bedeutet, eine Frau zu sein“, betont Ganser.
Besonders prägnant sei dabei ein Satz einer der beiden Hauptfiguren: „Anscheinend brauchst du nur einen Rock zu tragen, und du bist für die Männer das rote Tuch wie für einen Stier.“ Diese Erkenntnis führe schließlich auch zu einer Veränderung der Figuren, so der Regisseur. Aus selbsternannten Schürzenjägern würden am Ende vermeintliche Frauenversteher.
Intendantin Nina Blum schließt eine Rückkehr zur Schauspielerei nicht aus.
Seit 11 Jahren arbeiten Markus Ganser und Nina Blum nun schon zusammen. Ganser wollte Blum schon öfter überzeugen, wieder als Schauspielerin auf die Bühne zurückzukehren. Bisher ist es ihm nicht gelungen.
„Ich fühle mich in meiner Rolle als Intendantin sehr wohl“, erklärt die 52-Jährige. Eine Rückkehr zur Schauspielerei schließe die Intendantin aber nie ganz aus, insbesondere bei einem Auftritt auf der Rosenburg.
Von der Leinwand auf die große Bühne
Die Besonderheit des Theaterstandorts Rosenburg liegt nicht nur im Ambiente, sondern auch in seiner außergewöhnlichen Rundbühne. Blum erklärt: „Auf der Rosenburg spielen wir oft Filmkomödien. Das Filmische eignet sich gut für eine Performance auf der 360-Grad-Bühne.“ Schauspielende können auf der Rundbühne von allen Seiten betrachtet werden und wenden ihre Blicke deshalb auch in alle Richtungen.
Dieses Jahr steht auf der Rosenburg zudem erstmals eine echte Liveband mit professionellen Musikerinnen auf der Bühne. Mittels Hub-Bühne wird die vierköpfige Frauenband bei ihrem Einsatz aus der Unterbühne nach oben gefahren. Neben der imposanten Bühne ist auch das Theaterzelt ein wesentliches Merkmal des Spielorts. Es ist wetterfest und schützt die Zuschauenden gegebenenfalls vor Wind und Regen, kann aber auch nach oben geschoben werden, um kühle Abendluft an heißen Tagen zu spenden.
Schmunzeln in harten Zeiten
Am Gelände der Rosenburg wird es außerdem, wie jedes Jahr, ein vielfältiges kulinarisches Angebot geben. Premiere feierte die diesjährige Sommernachtskomödie am 25. Mai, gespielt wird bis 9. August.
Bis dahin will die Sommernachtskomödie auf der Rosenburg Besucherinnen und Besucher zum Schmunzeln bringen - und das „in einer Zeit, in der uns manchmal das Lachen im Hals stecken bleibt“, wie Intendantin Nina Blum zusammenfasst.
Kommentare