Hollywood-Ikone Marilyn Monroe war gar nicht blond
Auf den ersten Seiten der Biografien berühmter Menschen werden meist Herkunft und Kindheit geschildert. Doch die Monroe-Biografien beginnen oft mit dem traurigen Ende. Weil es so unbegreiflich ist, dass die begehrteste Frau der Welt den einen Mann nicht finden konnte, der sie glücklich machte. Dazu kommt, dass sie eine der größten Hollywood-Karrieren aller Zeiten schaffte, aber nie mit sich und ihrer Leistung zufrieden war. All das und ihre labile Psyche führten wohl dazu, dass sie mit 36 Jahren aus dem Leben schied.
Abgeschoben
Dabei beginnt das Unglück der Norma Jeane Mortenson, als die sie am 1. Juni 1926 in Los Angeles unehelich geboren wurde, schon in der Kindheit. Sie wurde von ihrer Mutter zu mehreren Pflegeeltern abgeschoben, dann wieder zurückgeholt und schließlich in ein Waisenhaus gebracht. Mutter und Großmutter starben in psychiatrischen Anstalten, Marilyn war ab ihrem achten Lebensjahr durch Pflegeväter, Untermieter und einen Cousin mit Gewalt, seelischer Grausamkeit und sexuellem Missbrauch konfrontiert.
Glücklich war sie nur, wenn sie von einer Freundin ihrer Mutter ins Kino mitgenommen wurde. Die Filme der 1930er-Jahre vermittelten der kleinen Norma Jeane, dass sie Schauspielerin – oder besser gesagt: ein Star – werden wollte. Alles andere wurde diesem Wunsch untergeordnet, auch das Privatleben.
Die erste Ehe
Schon ihre erste Ehe mit dem Nachbarn ihrer Pflegeeltern war eine Farce. Sie hatte ihn als 16-Jährige nur deshalb geheiratet, um einer neuerlichen Einweisung ins Waisenhaus zu entgehen. Sie stand in dieser Zeit jeden Tag am Fließband einer Rüstungsfabrik, in der sie von einem Armeefotografen entdeckt wurde. Er hatte den Auftrag, für die Soldaten an der Front Fotos von hübschen Arbeiterinnen der Rüstungsindustrie zu schießen.
Der Fotograf vermittelte Norma Jeane an eine Modelagentur, in der ihr die Agenturchefin riet, ihre rötlich-brünetten, krausen Haare blond färben und glätten zu lassen. Damit war der Weg vom Model zur Schauspielerin geebnet.
Denn Regisseure waren auf der Suche nach einem Sexsymbol, das naiv und daher – nach den Vorstellungen der damaligen Zeit – blond zu sein hatte. „Blondinen bevorzugt“ und „Wie angelt man sich einen Millionär?“ waren dann auch die Titel der typischen Monroe-Filme in den 1950er-Jahren und entsprachen genau diesem Klischee.
Der erste Vertrag bei 20th Century Fox brachte ihr eine Wochengage von 75 Dollar sowie eine Tanz-, Gesangs- und Sprechausbildung. Wie bei jungen Schauspielerinnen üblich, verlangte man von ihr, unverheiratet zu sein, was zur Scheidung von Ehemann Nr. 1 führte. Sie erhielt den Künstlernamen Marilyn Monroe und Kleinstrollen, die so unbedeutend waren, dass sie oftmals aus den Filmen herausgeschnitten wurde.
Eine der berühmtesten Szenen der Filmgeschichte: die Monroe in „Das verflixte 7. Jahr“.
Ihr Ruf als Sexsymbol
Als ihr Vertrag nach einem Jahr nicht verlängert wurde, war sie wieder Fotomodel, als das sie für einen Kalender Nacktaufnahmen machte, die später – als sie schon berühmt war – Aufsehen erregten, weil sie im Playboy erschienen. Letztlich haben diese Aktfotos dazu beigetragen, ihren Ruf als Sexsymbol zu forcieren.
Als Marilyn 1954 den Baseballstar Joe DiMaggio heiratete, kehrte die Gewalt in ihr Leben zurück. Bekannt geworden ist der Fall im Zusammenhang mit den Dreharbeiten zu dem Film „Das verflixte 7. Jahr“ (1955), in dem ihr Kleid in der legendären Szene über einem New Yorker U-Bahnschacht in die Höhe wirbelt. Hunderte Zaungäste sahen bei dem Spektakel zu, und DiMaggio raste vor Eifersucht. Die Monroe kam am nächsten Morgen mit blauen Flecken übersät ins Studio. Auch diese Ehe hielt nur wenige Monate.
Einfach war der Umgang mit ihr nicht. Ihre aus Österreich stammenden Regisseure Otto Preminger („Fluss ohne Wiederkehr“, 1954) und Billy Wilder („Manche mögen’s heiß“, 1959) klagten, dass die Monroe unpünktlich war, ihre Texte mangelhaft beherrschte und jede Einstellung viel öfter als vorgesehen gedreht werden musste. Dennoch spielte sie in mehr als 30 Filmen. Weil es eben nur eine Monroe gab.
1956 heiratete sie den Dramatiker Arthur Miller, der das Filmscript zu „Misfits – Nicht gesellschaftsfähig“ (1961) als Liebeserklärung an seine Frau schrieb. Doch die Dreharbeiten endeten in einem Chaos, das nach vierjähriger Ehe zu ihrer dritten Scheidung führte.
Der Mann, den sie am meisten liebte, doch auch diese Ehe hielt nur kurz: mit dem Schriftsteller Arthur Miller.
Die Affäre mit Kennedy
Die Monroe stürzte sich in eine Affäre mit John F. Kennedy und redete sich ein, der US-Präsident würde sich ihretwegen von seiner Frau Jacqueline scheiden lassen, wovon keine Rede sein konnte. Die ständigen Enttäuschungen führten zu Depressionen, Suizidversuchen und Aufenthalten in Nervenkliniken. Ihr Leben war geprägt von Alkohol- und Tablettensucht.
Auf den letzten Seiten der Monroe-Biografien geht es dann wieder um ihr trauriges Ende. Sie wurde in der Nacht zum 5. August 1962 in ihrem Haus in Brentwood, Los Angeles, tot aufgefunden. „Der Körper ist der einer 36 Jahre alten, gut entwickelten, gut ernährten weißen Frau, Gewicht 106 Pfund, Größe 1,66 Meter“, steht im Autopsiebericht des Gerichtsmediziners Thomas Noguchi. „Der Kopf ist mit gebleichtem blondem Haar bedeckt, die Augen sind blau.“ Als Todesursache wird eine Überdosis von Barbituraten und anderen Schlafmitteln genannt. „Vermutlich Suizid.“
Sie sind in einer verzweifelten Lebenssituation und brauchen Hilfe? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums.
Unter www.suizid-praevention.gv.at finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich.
- Rat auf Draht ist die österreichische Notrufnummer für Kinder und Jugendliche. Die Nummer ist unter 147 rund um die Uhr anonym und kostenlos erreichbar.
- Die Ö3-Kummernummer ist unter 116 123 täglich von 16 bis 24 Uhr und ebenfalls anonym erreichbar.
- Die Telefonseelsorge ist unter der kostenlosen Telefonnummer 142 rund um die Uhr als vertraulicher Notrufdienst jeden Tag des Jahres erreichbar.
- Auf der Website www.bittelebe.at finden Angehörige/Freunde von Menschen mit Suizidgedanken Hilfe.
Dieses „Vermutlich“ lässt seit sechs Jahrzehnten Mord- und Verschwörungstheorien aufkommen, wobei meist die Mafia und die Kennedys als Drahtzieher genannt werden. Beweise dafür gibt es nicht.
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