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Karl-Theater zeigt Publikum heuer die Katzenzungen

Mit der bekannten Boulevard-Komödie wandeln die Amateurdarsteller auf den Spuren von Elfriede Ott.
Darsteller des Karl-Theaters am Werbesujet des Stücks Katzenzungen

Liebe, Lust und Schokolade - so lässt sich vielleicht die heurige Inszenierung des Karl-Theaters aus Gießhübl, Bezirk Mödling, auf den Punkt bringen. Nostalgisches 80er-Jahre Feeling und eine gute Portion Wiener Schmäh dürfen dabei nicht fehlen.

Am 15. Mai feiert die Komödie „Katzenzungen“ von Miguel Mihura im Arbeiterkammer-Saal in Mödling Premiere. Nachdem in den vergangenen Jahren der Herbst im Zeichen des Schauspiels stand, setzt die mittlerweile sehr professionelle Amateur-Theater-Truppe heuer wieder auf Frühlingsgefühle.

Die Darsteller wandeln damit auf den Spuren von Publikumsliebling Elfriede Ott, die schon 1966 im Theater in der Josefstadt die Hauptrolle in Mihuras Stück übernommen hat. Allerdings in der damals brandneuen Wiener Fassung von Hans Weigl, auf die auch Karl-Theater-Regisseur Robert Mayr setzt. 

„Das war ihre Paraderolle damals“, verrät Vereinsobmann und Karl-Theater-Gründer Karl Rittler. Das Publikum erwarte also heuer ein Klassiker des Boulevard-Theaters. Gepflegte Unterhaltung in Zeiten negativer Schlagzeilen, wie er erklärt.

Liebes(w)irrungen

Doch worum geht es bei dem Stück aus der Feder des Spaniers Mihura? „Es ist eine etwas andere Pretty-Women-Story“, erzählt Rittler. Der schüchterne Schokoladenfabrikant Vincenz verliebt sich in die lebenslustige Stupsi. Vincenz' Mutter und auch die schrullige Tante Fini sind begeistert und schließen die junge Frau sofort in ihr Herz. Was die drei nicht wissen: Stupsi ist im ältesten Gewerbe der Welt tätig. Das sorgt natürlich für gehörige Verwicklungen.

Mit Robert Mayr gibt heuer beim Karl-Theater ein langjähriges Vereinsmitglied sein Regie-Debüt. Erfahrung hat der Amateur-Darsteller diesbezüglich aber bereits lange Jahre bei der Theatergruppe der Pfarre Liesing sammeln dürfen, wo er schon einmal „Katzenzungen“ inszenierte. Mayr kann diverse Fort- und Ausbildungen im Theaterbereich vorweisen. Im Brotberuf ist er Rauchfangkehrer.

Zwei Schauspieler am Werbesujet von Katzenzungen

Stupsi und Vincenz sind verliebt - aber er weiß nicht alles von ihr

In der Rolle der Stupsi wird Dagmar Simon zu sehen sein. Sie ist seit 2018 beim Karl-Theater aktiv. Die Tante Fini gibt Gründungsmitglied Gaby Berger, die auch für das Sommertheater Mödling mitverantwortlich zeichnet. Vincenz spielt Markus Mudrak (seit 2007 dabei), seine Mutter wird von Gründungsmitglied Cristina Trimbacher. verkörpert

Auch Afruz Mashadi, die im Vorjahr erstmals auf der Bühne des Karl-Theaters gestanden hat, wird wieder zu sehen sein. Sie spielt ebenfalls ein „leichtes Mädchen“. In Mayrs Inszenierung wird das Stück, das in den 1960er-Jahren noch als provokanter Tabubruch galt, in die 1980er-Jahre verlegt. Gespielt wird zweieinhalb Stunden - inklusive Pause. Für das Bühnenbild sorgt Andreas Berger, Intendant der Sommerspiele Mödling.

Amateure weithin bekannt

Das Amateurtheater, das weit über die Grenzen des Bezirk Mödling hinaus bekannt ist, feiert heuer das 46-jährige Jubiläum und blickt auf 56 Produktionen, mehr als 450 Aufführungen und 120 Darsteller sowie ein Pferd auf der Bühne zurück. Mehr als 53.000 Zuseher konnten begeistert werden.

Eine enorme Leistung, immerhin wurde die Truppe 1980 „mit acht, neun Leuten“ gegründet, wie Vize-Obmann Herbert Knopf einst erzählte. Das allererste Stück, „Die zwei Halbschönen“ von Franz Rieder, wurde fast ohne Kulissen aufgeführt.

Obmann Karl Rittler aus Gießhübl hatte zuvor den Traum gehabt, eine Theatertruppe aus der Taufe zu heben. 100 Interessierte sahen die zwei Vorstellungen, sechs Monate später wurde der Verein „Karl-Theater“ gegründet. Aktuell bringen sich rund 40 Mitglieder aktiv bei den Stücken ein. Auch Laienschauspieler der ersten Stunde sind - wie heuer - noch auf der Bühne zu sehen.

Professionelles Hobby

Über die Jahre professionalisierte sich das Team zunehmend, absolvierte in Eigenregie Schauspielkurse oder lernte, Bühnenbilder zu bauen. Dennoch bleibt es ein Hobby, Geld verdienen die Mitglieder nicht damit.

Während die „alten Hasen“ sehr aktiv sind, würde sich das Karl-Theater aber über Nachwuchs freuen. „Vor allem Leute um die 20“, verrät Knopf. Interessierte können sich unter obmann@karl-theater.at melden.

"Katzenzungen" wird von 15. bis 30. Mai gezeigt. Die acht Aufführungen finden Freitag und Samstag sowie Donnerstag 28.05. jeweils um 19.30 Uhr und am Sonntag 17.05. um 17 Uhr im Arbeiterkammersaal Mödling statt. Karl-Theater Info-Telefon: 0664/797 11 09. Tickets bei allen Ö-Ticket-Verkaufsstellen, an der Abendkassa oder unter: www.oeticket.com

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