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06/10/2020

Anna Wintour gibt "verletzendes und intolerantes" Verhalten zu

Die berühmt-berüchtigte Fashion-Ikone räumt ein, als Chefin der "Vogue" Fehler gemacht zu haben. Schwarze Mitarbeiter und Designer seien nicht genug gefördert worden.

Von Vogue-Chefin Anna Wintour ist normalerweise nicht zu erwarten, dass sie ihr eigenes Fehlverhalten reflektiert. Die derzeit anhaltende Debatte über Rassismus und Diskriminierung scheint die 70-Jährige jedoch nachhaltig beeindruckt zu haben. Am Donnerstag wandte sie sich mit einer ungewohnt emotionalen E-Mail an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der US-Ausgabe des Modemagazins.

Wintour entschuldigt sich bei schwarzen Mitarbeitern

Darin gab sie zu, sich als Chefin "verletzend und intorelant" verhalten zu haben. Offenbar möchte Wintour aber ab jetzt einen anderen Weg einschlagen, weg von der gefürchteten Fashion-Ikone. "Ich möchte zunächst eure Gefühle anerkennen und mein Einfühlungsvermögen für das zum Ausdruck bringen, was so viele von euch durchmachen: Traurigkeit, Schmerz und Wut. Ich möchte dies besonders den schwarzen Mitgliedern unseres Teams sagen - ich kann mir nur vorstellen, wie diese Tage waren. Aber ich weiß auch, dass der Schmerz, die Gewalt und die Ungerechtigkeit, die wir sehen und über die wir sprechen, schon lange bestehen. Das zu erkennen und etwas dagegen zu unternehmen, ist überfällig", schrieb Wintour einem Bericht von Page Six zufolge.

Verantwortung für "verletzende und intolerante" Inhalte

Weiter sagt sie, dass die US-Vogue nicht ausreichend mit schwarzen Redakteuren, Schriftstellern, Fotografen und Designern gearbeitet habe. "Wir haben auch Fehler gemacht und Bilder oder Geschichten veröffentlicht, die verletzend oder intolerant waren. Ich übernehme die volle Verantwortung für diese Fehler", erklärte die Chefredakteurin. Generell gäbe es viel zu wenig schwarze Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei dem US-Magazin, weswegen Wintour nun um Anregungen und Feedback bittet, wie man das "nicht einfache" Arbeitsumfeld für schwarze Kollegen verbessern könne, heißt es bei Page Six. "Dies ist ein historischer und herzzerreißender Moment für unser Land und es sollte eine Zeit des Zuhörens, Nachdenkens und der Demut für diejenigen von uns in privilegierten und autoritären Positionen sein", so Wintour in ihrer Mail.

Zuletzt geriet Anna Wintour wegen der Entlassung des ehemals hochrangigen Vogue-Redakteurs André Leon Talley unter Beschuss. Dieser beschuldigte seine Ex-Chefin, ihn entlassen zu haben, weil er "zu alt, zu fett und zu uncool" gewesen sei. Die Anschuldigungen sind in seinen Memoiren "The Chiffon Trenches" nachzulesen.

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