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12/09/2020

Sechs Dinge, die sich ändern, wenn Charles König ist

Queen Elizabeth II. erfreut sich zum Glück bester Gesundheit, ein Rücktritt ist nicht in Sicht. Eines Tages wird ihr ihr Sohn aber nachfolgen.

Seit 1953 ist Queen Elizabeth II nun schon das Oberhaupt der britischen Monarchie. Ihr ältester Sohn Charles ist der Erste in der Thronfolge und wird ihr als solcher nach ihrem Ableben als König mit großer Sicherheit nachfolgen - sofern er nicht auf den Thron verzichtet. Allerdings: Die Queen hat als solche auch die Rolle des Oberhaupts der Commonwealth Länder inne - jene Position müsste der künftige König ebenfalls übernehmen.

Charles auf dem Thron: Was sich sofort ändert und was später

Sofort König

Bevor er offiziell der neue König wird, muss Charles zuvor vom Staatenbund des Commonwealths als Oberhaupt akzeptiert werden. Queen Elizabeth II hat 2018 verkündet, sich Charles als Nachfolger zu wünschen und die Regierungschefs haben dem auch zugestimmt. Sollte die Queen eines Tages nicht mehr sein, ist Charles also ab sofort und ohne Umwege neuer König und Oberhaupt der 53 Commonwealth-Länder. Charles muss so auch nicht mehr als König "ernannt" werden, auch wenn es nach dem Wechsel eine Reihe an Formalitäten abzuarbeiten geben wird.

Die Krönung

Charles muss so dann auch nicht mehr als König "ernannt" werden, auch wenn es nach dem Wechsel eine Reihe an Formalitäten abzuarbeiten geben wird. Die Krönung eines neuen Königs findet traditionellerweise nie sofort, sondern einige Monate nach dem Tod des verstorbenen Vorgängers oder der Vorgängerin statt.

Trennung von persönlicher Herzenssache

Wie im August bekannt wurde, verlängert Ökobauer Prinz Charles nicht den Pachtvertrag für die Home Farm in der Nähe seines Landgutes Highgrove im Südwesten Englands. Seit 35 Jahren betreibt er dort schon erfolgreich umweltfreundliche Landwirtschaft. In Großbritannien gilt der Thronfolger als einer der Pioniere in diesem Bereich. Im nächsten Frühjahr müsste er den Vertrag verlängern - um weitere 20 Jahre. "Der Prinz von Wales wird nicht den Pachtvertrag für die Home Farm erneuern, aber wird weiter ökologischen Landanbau in Sandringham betreiben", sagte sein Sprecher in London. Britische Medien werteten die Entscheidung des Prinzen als Schritt für seine künftige zeitaufwendige Rolle als König.

Die Sache mit dem Namen

Bevor Charles König wird, muss er sich entscheiden, unter welchem Namen er regieren möchte. Der frühere Palastsprecher Dickie Arbiter sagte gegenüber dem US-Magazin "People", dass Charles dafür einen seiner Mittelnamen wählen könnte: Philip, Arthur oder George. Diese Meinung vertrat früher bereits eine weitere palastnahe Quelle. Laut einem Zeitungsbericht will sich Charles lieber "König George" nennen, wenn er einmal den Thron von seiner Mutter übernimmt. "Darüber hat es viele Gespräche mit dem Prinzen gegeben", sagte ein "vertrauenswürdiger Freund" von Charles einst gegenüber der britischen Tageszeitung "The Times". "Wir nehmen alle an, dass es so kommen wird." Ein weiterer Freund sagte in der Vergangenheit, die königliche Familie werde beizeiten über den Namen entscheiden, "aber er hat von George geredet". Angeblich will der Kronprinz lieber nicht "King Charles" genannt werden, weil der Name an einige blutige Episoden in der Geschichte seines Landes erinnere. König Karl I. hatte den Englischen Bürgerkrieg ausgelöst und wurde 1649 enthauptet; sein Sohn, König Karl II., verbrachte zunächst 18 Jahre im Exil und wurde vor allem durch seine vielen Mätressen bekannt, die ihm den Beinamen "The Merry Monarch" ("Der fröhliche Monarch") einbrachten. 

Wird Camilla Queen?

Sobald er König ist, wird sich Charles' Leben ändern - auch in Bezug auf seine Frau muss er dann eine bestimmte Entscheidung treffen: Nämlich jene, welchen Titel sie künftig tragen wird.  Bisher hatten die Frauen eines britischen Königs auch immer dessen Titel übernommen. Camilla hatte einst allerdings gesagt, sie wolle keine "Königin" sein. Das Büro von Prinz Charles hatte bereits vor der Hochzeit des Paars im Jahr 2005 bekanntgegeben, Camilla werde nach der Krönung von Charles den Titel "Prinzessin Gemahlin" (Her Royal Highness Princess Consort) wird. Eigentlich ist für die Ehefrau eines britischen Königs der Titel Queen Consort vorgesehen.

Sparefroh Charles

Sobald er König wird, werde der 72-Jährige den anderen Royals einige ihrer Privilegien kürzen, berichtet Nigel Cawthorne, der Autor des Buches "Prince Andrew: Epstein and the Palace". In Zukunft soll die Monarchie an die Anforderungen des 21. Jahrhunderts angepasst werden. Dies würde aber auch bedeuten, dass die königlichen Familienmitglieder auf zahlreiche ihrer bisher standesgemäßen Ansprüche verzichten werden müssten. "Es ist ein Privileg, als Windsor geboren zu werden. Aber das bedeutet nicht, dass Mitglieder der Familie Anspruch auf Häuser oder andere Vorzüge der 'Firma' haben sollte", schreibt Cawthorne über Charles' angebliche Gesinnung.

Es liegt keine einfach Zeit hinter Königin Elizabeth. Die Fehlgeburt von Herzogin Meghan war neben dem "Megxit" einer von vielen Schlägen in diesem Jahr. Mehrere Mitglieder der Königsfamilie hatten sich mit dem Coronavirus infiziert. Ihr Sohn Prinz Andrew soll zudem in einen Missbrauchsskandal verwickelt sein. Eine US-Amerikanerin wirft ihm vor, sie als Minderjährige missbraucht zu haben. Ein immer wieder spekulierter Rücktritt der Queen zeichnet sich derzeit aber nicht ab.

Zumindest einen Lichtblick gibt es bei den Royals: Prinzessin Eugenie, eine Enkelin der Monarchin und die Tochter von Andrew, ist schwanger. Sie lebt mit ihrem Mann Jack Brooksbank nun im Frogmore Cottage, wo einst Harry und Meghan wohnten - und fast in Sichtweite der Queen, die die meiste Zeit im Schloss Windsor wegen der Pandemie verbringt.

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