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03/10/2021

40.000 Beschwerden: Meghan-mobbender Moderator Morgan zeigt keine Reue

Der britische Fernsehstar Piers Morgan hat nach einem Streit um die Herzogin seinen Job als Moderator der Sendung "Good Morning Britain" hingeschmissen.

Die Debatte über Rassismusvorwürfe von Herzogin Meghan (39) und Prinz Harry (36) erregt in Großbritannien weiterhin die Gemüter. Nach zahlreichen Beschwerden über seine Kritik an Meghan hat der britische Journalist Piers Morgan seinen Job als Moderator der Sendung "Good Morning Britain" hingeschmissen. Reue zeigt er bislang keine, im Gegenteil. Auf Twitter dankte der 55-Jährige nun seinem verstorbenen früheren Manager: "Er hätte mir geraten, genau dasselbe zu tun", so Morgan in seinem Post, den er mit dem Hashtag "TrustYourGut" ("Vertraue deinem Bauchgefühl") versah. Ob er damit die Art seiner Berichterstattung oder seine Entscheidung, die Sendung zu verlassen meint, ließ er unkommentiert.

Morgan hatte am Montag in seiner Live-Sendung Zweifel an dem Bericht Meghans über ihre Suizid-Gedanken während ihrer Zeit am Palast geäußert. Daraufhin kündigte die Medienaufsicht eine Untersuchung an. Sie hatte mehr als 40.000 Beschwerden von Zuschauern und Zuschauerinnen erhalten.

Morgan ist einer der bekanntesten und profiliertesten TV-Journalisten des Landes und ist für seine beißende Kritik an Politikern und Politikerinnen und Prominenten bekannt. Erst kürzlich sorgte er auch mit Sympathien für Ex-US-Präsident Donald Trump für Aufsehen.

Morgan lieferte sich noch am Dienstag ein heftiges Wortgefecht mit einem Kollegen, der ihm vorwarf, Meghan aus persönlicher Eitelkeit anzugreifen. Der Moderator stürmte daraufhin aus dem Fernsehstudio.

Beistand

Nach den Rassismus-Vorwürfen gegen das britische Königshaus hat Herzogin Meghan auch Unterstützung von Prominenten unterhalten. "Danke Meghan für deinen Mut und deine Führung. Wir alle sind durch dich bestärkt und inspiriert", schrieb US-Superstar Beyoncé auf ihrer Webseite. Dazu postete sie ein Foto, auf dem sie und Meghan sich gegenüberstehen und anlächeln.

Tennisspielerin Serena Williams äußerte nach der Ausstrahlung demonstrativ ihre Bewunderung für den Mut Meghans. "Ich bin stolz auf dich, dass du so tapfer bist. Ich weiß, es ist nie einfach. Ihr beide seid stark - du und Harry", schrieb die 39-Jährige bei Instagram.

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Schauspielerin Jameela Jamil gab auf Twitter an, selbst schon von Morgan diskriminiert worden zu sein und ruft dazu auf, sich gegen derartiges Verhalten zu wehren. "Mögen wir nie wieder zusehen müssen, wie Minderheiten in den Mainstream-Nachrichten ihr Recht auf Würde und Respekt *verteidigen* müssen, während wir von diesem Mann angeschrien werden." Sie selbst habe in der Vergangenheit schon mit Suizidgedanken zu kämpfen gehabt, "weil Piers Morgan im vergangenen Februar unerbittlich gelogen und Hass verbreitet hat", so Jamil in einem weiteren Tweet. "Ich bin aus vielen Gründen froh, dass ich heute noch am Leben bin."

Meghan und ihr Ehemann Prinz Harry hatten in einem am Sonntagabend (US-Ortszeit) ausgestrahlten Interview mit US-Talkshow-Legende Oprah Winfrey schwere Vorwürfe gegen die Königsfamilie erhoben. Unter anderem hatten sie der Familie mangelnde Unterstützung vorgeworfen und sie rassistischer Gedankenspiele bezichtigt. Als sie mit Sohn Archie schwanger gewesen sei, habe es Bedenken gegeben, "wie dunkel seine Haut sein könnte, wenn er geboren wird", erzählte Meghan.

Wer Suizid-Gedanken hat, sollte sich an vertraute Menschen wenden. Oft hilft bereits das Sprechen über die Gedanken dabei, sie zumindest vorübergehend auszuräumen. Wer für weitere Hilfsangebote offen ist, kann sich an die Telefonseelsorge wenden: Sie bietet schnelle erste Hilfe an und vermittelt Ärzte, Beratungsstellen oder Kliniken. Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person von Depressionen betroffen sind, wenden Sie sich bitte an die Telefon-Seelsorge in Österreich kostenlos unter der Rufnummer 142.

Das österreichische Suizidpräventionsportal www.suizid-praevention.gv.at bietet Informationen zu Hilfsangeboten für drei Zielgruppen: Personen mit Suizidgedanken, Personen, die sich diesbezüglich Sorgen um andere machen, und Personen, die nahestehende Menschen durch Suizid verloren haben. Das Portal ist Teil des österreichischen Suizidpräventionsprogramms SUPRA des Gesundheitsministeriums.

Der Buckingham-Palast reagierte am Dienstag auf das Interview - die Erinnerung daran sei teilweise anders, die Vorwürfe würden aber sehr ernst genommen und von der Familie privat aufgearbeitet.

Der "Fall Meghan" ist nicht der erste, bei dem Piers Morgan mit diskriminierenden Aussagen auf sich Aufmerksam machte. 2018 hat mit einer Bemerkung über James-Bond-Darsteller Daniel Craig ("Skyfall") viel Kritik eingefangen. Morgan hatte auf Twitter ein Foto gepostet, auf dem Craig seine kleine Tocher in einer Bauchtrage vor sich trägt. "Oh 007 ... nicht auch noch du?", schrieb er und fügte den Hashtag #emasculatedBond (entmannter Bond) hinzu.

Viele Nutzer und Nuzerinnen kritisierten (zurecht) die ihrer Meinung nach veralteten Ansichten Morgans. Einige Männer posteten daraufhin Fotos von sich und ihrem Nachwuchs in einer Babytrage. Andere lieferten sich einen verbalen Schlagabtausch mit Morgan. Auch Hollywood-Star und "Captain America"-Darsteller Chris Evans schaltete sich in die Debatte ein. "Man muss sich seiner eigenen Männlichkeit wirklich sehr unsicher sein, wenn man sich damit befasst, wie ein anderer Mann sein Kind trägt", schrieb Evans. "Jeder Mann, der Zeit damit verschwendet, Männlichkeit zu quantifizieren, ist innerlich verängstigt." Gegen Popstar Madonna lästerte er in der Vergangenheit beispielsweise wiederholt aufgrund ihres Alters.

 

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