WM-Gold für Karatekämpfe­rin Buchinger

23. KARATE-WELTMEISTERSCHAFT IN LINZ: BUCHINGER (A
Foto: APA/HANNES DRAXLER Alisa Buchinger strahlte mit ihrer Goldenen um die Wette.

Die Salzburgerin gewann in Linz die Kumite-Klasse bis 68 Kilogramm.

Alisa Buchinger schlug bei der Karate-Heim-Weltmeisterschaft in Linz die große Stunde. Die 24-jährige Salzburgerin war in der Kumite-Kategorie bis 68 Kilogramm eine Klasse für sich und ließ im Finale auch der Dänin Katrine Pedersen keine Chance. Mit einem souveränen 9:1-Erfolg setzte sich Buchinger durch und sorgte damit für die erst zweite österreichische WM-Goldmedaille im Karatesport - die erste bei den Damen.

22 Jahre liegt ein österreichischer Sieg bei einer Karate-WM zurück, der Vorarlberger Daniel Devigili hatte 1994 in Kota Kinabalu in Malaysia in der Kumite-Klasse bis 75 kg Gold geholt. "Es wurde Zeit, die Hymne wieder bei einer WM zu hören", meinte Buchinger nach der Siegerehrung. Ihre Webseite muss die 24-Jährige nun ändern, denn das dortige Ziel: "Eines Tages werde ich die Weltmeisterschaften gewinnen" hat sie nun erreicht.

23. KARATE-WELTMEISTERSCHAFT IN LINZ: BUCHINGER (A Foto: APA/HANNES DRAXLER Buchinger (li.) ließ ihrer dänischen Gegnerin keine Chance. Erste Olympiasiegerin 2020 vielleicht? "So weit denke ich jetzt noch nicht", winkte die Europameisterin 2015 ab. Das sei noch weit hin. Zunächst wollte sie erst einmal entspannen und den Triumph genießen. "Auf jeden Fall mit der Familie und Freunden." Ihre Fans hielten sie aber noch eine Zeit lang in der Halle, von Trainingsjacken über Ausweise und Handyhüllen signierte die frisch gebackene Weltmeisterin geduldig alles.

Kaum eine halbe Stunde zuvor war Buchinger unter "Alisa"-Sprechchören und tosendem Applaus auf die Matte gekommen. Nach 35 Sekunden des mit zwei Minuten limitierten Kampfes punktete sie zum ersten Mal. "Jetzt gib ich's nimmer her", habe sie sich gedacht. Und das tat die entschlossene Karateka auch nicht, sondern setzte nach. Gerade einen Treffer landete Pedersen. Freilich habe Buchinger die Gegnerin gekannt, doch "jeder Kampf ist anders".

Titel ist "ein Lebenswerk"

Drei Tage zuvor hatte Buchinger an ihrem 24. Geburtstag am Mittwoch den Weg ins Finale geebnet. Mit Siegen gegen Ivana Comagic, Veronika Semanikova und Silvia Semeraro stürmte sie ins Halbfinale. Dort reichte gegen Marina Rakovic ein Ushiro-Geri zwölf Sekunden vor Schluss zum Sieg.

"Ein Lebenswerk", sagte ihr Trainer Manfred Eppenschwandtner zum Titel. Er arbeitet mit Buchinger, seit sie fünf Jahre alt ist. "Da hat sie sich noch öfter mit links und rechts vertan", plauderte er aus dem Nähkästchen. Das junge Einstiegsalter sieht er mit als Schlüssel zum Erfolg. Sieben Europameisterschaften inklusive U21 bestritten die beiden gemeinsam, sechs Mal sei Buchinger auf dem Podest gestanden.

Doch "ein WM-Finale ist was Anderes, so eine Chance hat man nicht so oft", beteuerte Eppenschwandtner, noch dazu mit einem im Vergleich zu anderen Nationen sehr bescheidenem Budget. Ausgerechnet vor Heimpublikum hatte am Samstag endlich alles gepasst.

Fast alles gepasst hat auch bei Bettina Plank. Die Vorarlbergerin holte am Samstag gegen Shree-Sharmini Segaran aus Malaysia in der Klasse bis 50 Kilogramm nach Kampfrichterentscheid die Bronzemedaille. Wie Buchinger wurde auch Plank ihrer Favoritenrolle gerecht - sie hatte 2015 dem EM-Titel in ihrer Gewichtsklasse geholt und galt als eine der größten österreichischen Medaillenhoffnungen.

(APA / kai) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?