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22.03.2018

Weshalb der KAC bereits im Sommerurlaub ist

© Bild: DIENER / Kuess

Der KAC scheiterte an Bozen, jenem Team, das jetzt Meister Vienna Capitals fordert

Aus im Viertelfinale – die Saison bei Rekordmeister KAC endete mit einem Albtraum. Als Vizemeister in die Saison gestartet, waren die Erwartungen in Klagenfurt hoch. Doch schon in der ersten Play-off-Runde gegen Bozen wurden die Schwächen des KAC schonungslos aufgezeigt. 4:2 gewannen die Südtiroler, die sich erst als achtes und letztes Team in der letzten Runde der Qualifikationsrunde das Ticket für das Viertelfinale holten.

Bezeichnend war das 2:0 im sechsten und letzten Spiel am Dienstag in Bozen. „Wenn man keine Tore schießt, kann man einfach nicht gewinnen“, sagte KAC-Sportdirektor Dieter Kalt am Tag danach. Am Mittwoch gab es auch das erste Gespräch mit Trainer Steve Walker, um die Saison zu analysieren.

Die Gründe für das frühe Scheitern sind schnell gefunden. Eine Zahl aus den Statistiken erklärt vieles: Nur 5,43 Prozent der Schüsse gingen ins Tor der Bozener. Das ist der schlechteste Wert der acht Viertelfinalisten. Mit 12,55 Prozent führt Linz (jetzt im Semifinale gegen Salzburg) die Wertung an. Damit haben die Black Wings 30 Tore, also 20 mehr als der KAC in sechs Partien erzielt.

Die Klagenfurter hatten die gesamte Saison über Probleme mit dem Toreschießen. Goalgetter Jamie Lundmark erzielte vergangene Saison 32, aktuell nur acht. 2016/2017 gab es zehn Spieler, die mindestens zehn Tore erzielten. Jetzt waren es nur noch fünf. „Spieler, die unsere Tore schießen sollten, waren lange Zeit verletzt oder krank“, sagt Kalt.

Und dann kommt im Viertelfinale mit Bozen ein Gegner, der extrem defensiv spielt. Kalt: „Sie waren mit fünf Mann vor dem Tor, wir sind kaum in die Räume gekommen.“ Bei Puckgewinn schwärmen die Bozener aus und haben im Angriff genügend Qualität. „Es ist ein Stil, der leider Erfolg hatte. Beim KAC will ich diesen Stil nicht sehen“, sagt Kalt.

Wie es in Klagenfurt weitergeht, steht in den Sternen. Coach Walker hat zwar einen Vertrag, doch beim KAC ist nichts mehr sicher. Auch nicht der Job von Dieter Kalt. „Es überwiegt jetzt die Enttäuschung im Klub.“ Walker steht für Kalt nicht zur Diskussion. Aber: Im Moment regiert in Klagenfurt die Aufregung. „Wir sollten erst bilanzieren, wenn die Emotionen abgeklungen sind.“

Wiener Gefühle

© Bild: DIENER / Eva Manhart

Die Emotion der Erleichterung dominiert bei den Vienna Capitals, die ab Sonntag im Semifinale auf die Defensiv-Künstler aus Bozen treffen. Die Wiener kamen gegen Innsbruck ordentlich ins Schwitzen und beendeten die Serie beim 5:3 am Dienstag mit drei Toren in den letzten fünf Minuten. Kapitän Nödl sagt: „Wir sind müde und sehr erleichtert, dass wir am Freitag nicht noch einmal spielen müssen. In einem siebenten Spiel weißt du nie, was passiert. “

Ob die Wiener den Abwehrriegel von Bozen knacken können? Caps-Coach Aubin erwartet: „Sie sind defensiv extrem stark und bestrafen jeden Fehler. Im Endeffekt müssen wir unser bestes Eishockey abrufen, damit wir gegen sie eine Chance haben.“ Das letzte Heimspiel gegen Bozen verloren die Capitals am 20. Jänner 2:3.

Der Kampf um den Finaleinzug

Sonntag, 17.20: Salzburg – Linz (ServusTV). 17.30: Capitals – Bozen (Sky).
Dienstag,19.15:  Bozen – Capitals (Sky). 20.20:  Linz  – Salzburg (ServusTV).
Donnerstag, 29. März, 19.15: Salzburg – Linz (Sky), 20.20:  Capitals – Bozen (ServusTV).
31. März:  Linz – Salzburg, Bozen – Capitals.
Falls nötig: Montag, 2. April, Mittwoch, 4. April, Freitag, 6. April.
Wenn beide Best-of-seven- Serien nach spätestens fünf Spielen zu Ende sind, beginnt das Finale bereits am 6. April.