Sport | Wintersport
11.09.2018

Was von der neuen Eishockey-Saison zu erwarten ist

Regeländerungen, viele Legionäre, ein Klagenfurter Super-Talent und starke Gegner für Österreichs Nationalteam.

Schon bevor am Freitag die Saison in der Erste Bank Eishockey-Liga beginnt, konnte ein prestigeträchtiger Erfolg eingefahren werden: Dank der Erfolge der drei EBEL-Vertreter Bozen, Salzburg und Capitals in der Champions Hockey League wurde die Deutsche Eishockey Liga von Platz fünf verdrängt. Punkte im Ligenranking sind deshalb wichtig, damit weiterhin drei Teams an der CHL teilnehmen können.

Vor der am Freitag startenden EBEL bietet der KURIER einen Überblick über Neues, Altes und Erfreuliches.

Das ist neu

Die Regeln: Stärker geschützt werden Spieler, die den Puck nicht mehr am Schläger haben. Hier können Referees den Täter bis zu vier Minuten auf die Strafbank schicken. Um das Spiel schneller zu machen, gibt es künftig Strafen, wenn bei einem Bully ein Team zum zweiten Mal verwarnt werden muss. Sollten nach der Platzierungsrunde zwei Teams punktegleich sein, dann wird jenes Team vorgereiht, das im Grunddurchgang die bessere Platzierung hatte.

Gute Neuigkeiten gibt es beim KAC, dessen 59-jährige Stadthalle zwar nicht abgerissen wurde, aber wenigstens wird der Kabinentrakt neu gebaut. Bis die Arbeiten fertig sind wird der Rekordmeister das erste Monat nur Auswärtsspiele bestreiten.

Das ist alt

Vor elf Jahren wurde die Ausländerbeschränkung aufgehoben. Einziges Limit ist das Punktesystem, wonach jeder Spieler mit Punkten bewertet wird: Legionäre mit vier, Österreicher abgestuft von null (Unter-24-Spieler) bis vier Punkte. Jeder Kader darf 60 Punkte erreichen. Der Grund war, dass die ligatauglichen Österreicher zu teuer waren. Die Folge ist aber: Dornbirn geht mit 14 Ausländern in die Saison. Innsbruck mit 13. Beim Duell am Freitag werden also 27 Legionäre auf dem Eis stehen – absurd. Aber auch Salzburg, das eine vorbildliche Akademie hat, setzt auf zehn Legionäre. Villach (9) und KAC (8) bilden das untere Ende dieser Liste. Die Capitals haben von elf auf zehn reduziert. Die Liga startet wieder einen Versuch, die Time-on-Ice-Statistik einzuführen. Sollte die (vorerst noch interne) Datenerfassung funktionieren, könnten TV-Gelder künftig an Einsatzzeiten der Österreicher geknüpft werden.

Nichts geändert hat sich an den TV-Partnern. ServusTV überträgt weiterhin im Grunddurchgang nur im Internet. Dafür verlegte Sky das bei den Fans so ungeliebte Top-Spiel von Donnerstag auf Freitag. In dieser Woche beginnt die TV-Übertragung gleich mit dem Schlager Linz gegen Capitals (19.15 Uhr).

Das macht Freude

Vom KAC kommen auch aus dem Nachwuchs gute Nachrichten. So dürfen sich Eishockeyfans auf den 16-jährigen Thimo Nickl freuen. Der Verteidiger ist 1,86 Meter groß (derzeit noch 73 Kilo leicht) und einer der seltenen Rechtsschützen. Nach seiner Leistung im ersten Einsatz beim Turnier in Zvolen wurde er bereits von Scouts beobachtet.

Der Klassenerhalt Österreichs bei der A-WM in Dänemark bringt den Teamspielern eine Vielzahl an interessanten Gegnern. Bis zum ersten WM-Spiel in der Slowakei wird Österreich 17-mal testen. Davon 16-mal gegen A-Nationen. Im Dezember wurde Österreich nach Luzern eingeladen, wo die Schweiz, Slowakei und Russland II Gegner sein werden. Für die WM-Vorbereitung gibt es engen Kontakt mit Schweden, USA und Kanada.