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Skispringen
06/06/2019

Stefan Kraft: "Golfer werde ich keiner mehr"

In der Luft fühlt sich der Skisprungstar wohler als auf dem Green. Aber machen Sie sich selbst ein Bild.

von Christoph Geiler

Auf dem letzten Loch verlor Stefan Kraft dann endgültig die Lust am Golfen. Und man sah es dem Skisprungstar förmlich an, dass er den Golfschläger am liebsten auf die gleiche Flugbahn geschickt hätte wie zuvor die kleinen Bälle. So viele Anläufe der Salzburger auch nahm, immer landete die kleine weiße Kugel im Teich. "Golfer werde ich keiner mehr", ärgerte sich Stefan Kraft.

Bereits zum sechsten Mal trafen sich einige der besten Skispringer der Welt zur "Skijumpers Golf-Trophy". Im Golfclub Zillertal-Uderns lieferten sich die Teams aus Norwegen und Österreich ein Kräftemessen auf dem Green. Dabei verdienten sich erneut die Gäste aus Skandinavien die besseren Haltungsnoten und verteidigten ihren Titel aus dem Vorjahr. "

Mit den Skisprungskiern ist Stefan Kraft bereits 253,5 Meter geflogen und hält seit 2017 den Weltrekord. Den Golfball hat er noch nie so weit durch die Luft schleudern können. "Aber ich spiele auch extrem selten", gesteht der 26-Jährige. Was er sich selbst im Golf für eine Haltungsnote geben würde? "Gar keine, im Skispringen würde man dazu sagen: ,Das war gerodelt oder gestürzt'"

Weit besser schlägt sich da schon Michael Hayböck. Und das obwohl der Oberösterreicher laut eigenen Angaben "nie eine Trainingsstunde" hatte. Hayböck hat sich das Golfen selbst beigebracht und ist mit einem Single-Handicap mittlerweile die klare Nummer eins im österreichischen Skisprung-Team."Ich gebe mir deshalb eine Haltungsnote 19,0", sagte der 28-Jährige im KURIER-Gespräch.

Aber auch die Schlagfertigkeit von Hayböck und die Unterstützung von Cheftrainer Andreas Felder und Springer Markus Schiffner reichten diesmal nicht, um die norwegischen Kollegen zu bezwingen. Bei den Skandinaviern spielten Anders Forfang, Robert Johansson, Anders Fannemel, Maren Lundby und Coach Alexander Stöckl groß auf.

Die österreichischen Springer befinden sich bereits mitten im Konditionstraining für die neue Saison. "Am Anfang spürst du deinen ganzen Körper, weil er das Training nicht mehr gewohnt ist", erzählen Stefan Kraft und Michael Hayböck, "aber das vergeht und inzwischen taugt's uns, dass wir wieder etwas gemeinsam machen können."