Sport | Wintersport
27.01.2018

Die Adler sind weit entfernt von alten Höhen

Das ÖSV-Team springt in Zakopane am Stockerl vorbei, Polen siegt.

Die bisherigen Auftritte im Olympia-Winter verleiten dazu, tief im Skisprung-Archiv zu kramen. Zumal sich an den Schanzentischen auch noch kaum jemand findet, der sich an eine ähnliche Flaute der österreichischen Skispringer zu erinnern vermag. Prompt ist das schlechteste Olympia-Abschneiden seit drei Jahrzehnten zu befürchten: Bei den Winterspielen 1988 in Calgary waren die ÖSV-Springer das letzte Mal leer ausgegangen. Damals wurde noch im guten alten Parallelstil gesprungen, und der jetzige Chefcoach Heinz Kuttin war auf der Normalschanze als Sechster der stärkste der schwachen Österreicher.

Der Kärntner wird in dieser Saison nicht müde zu betonen, dass die Vorbereitung perfekt verlaufen wäre, den Athleten bloß die Sicherheit und das Selbstvertrauen fehlten, und überhaupt viel mehr möglich wäre. Denn: „Ich sehe viel Potenzial nach vorne“, versicherte Kuttin.

Doch langsam aber sicher schwinden die Hoffnungen auf die große Trendwende zum Guten. Auch im Teambewerb in Zakopane (Polen) verpassten die vier Olympiastarter Michael Hayböck, Manuel Fettner, Stefan Kraft, Gregor Schlierenzauer am Samstag den angestrebten Podestplatz und landeten hinter Polen, Deutschland und Norwegen auf dem vierten Platz. Auf Rang drei fehlten dem ÖSV-Quartett bereits 68,4 Punkte.

Damit bleibt die Bilanz in diesem Winter unterdurchschnittlich und unbefriedigend: Nur in einem der fünf Teambewerbe (inklusive Skiflug-WM) reichte es für die Top drei, in Einzelspringen kann Weltcupgesamtsieger Stefan Kraft bis zum heutigen Wettkampf in Zakopane gerade einmal drei dritte Plätze vorweisen.

„Verkrampft Skispringen funktioniert nicht,“ sagt Trainer Heinz Kuttin, der mittlerweile einen härteren Ton anschlägt. „Irgendwann reicht es, sie können viel mehr. Du musst arbeiten, Vertrauen geben, du musst aber auch einmal einen Tritt in die Hintern geben. Sie müssen sich an der Nase nehmen.“