Sport | Wintersport
08.11.2017

Schröcksnadel: "Wir sind Armenhäusler"

Der ÖSV-Boss übt Kritik an der Politik, die Adler stimmen sich auf den Saisonstart ein.

Peter Schröcksnadel ist gerade wieder einmal nicht sonderlich gut auf die Politiker zu sprechen. Im KURIER-Interview hatte der ÖSV-Präsident zuletzt ja ausnahmsweise einmal lobende Worte für das Sportverständnis "der Roten" gefunden, was ihm auch prompt etliche Beschwerden von Seiten der ÖVP einbrachte, aber am Bergisel gefiel sich der wortgewaltige Tiroler nun wieder in der bewährten Rolle des Kritikers.

"Wir sind Armenhäusler", schimpfte Schröcksnadel, als er oben vom Sprungturm auf das Bergiselstadion blickte. "Das Ambiente hier ist Nachkriegszeit. Überall anders haben sie schönere Stadien."

Der ÖSV-Boss würde sich erwarten, dass die öffentliche Hand in Hinblick auf die Nordische Heim-WM 2019 die ehrwürdige Anlage am Bergisel modernisiert. Aber bislang gibt’s nur mündliche Zusagen, weshalb der Skiverband nun kurzerhand selbst 350.000 Euro in eine moderne Eisspur investierte. "Dieses Geld könnten wir woanders gut gebrauchen", ärgert sich Schröcksnadel. "Es ist eigentlich nicht die Aufgabe eines Sportverbandes, selbst die Infrastruktur zu bezahlen." Sprachs und richtete seinen "Lieblingsfreunden" noch einen lieben Gruß aus: "Wir als Verband blamieren uns sicher nicht, sondern die Politik blamiert sich."

So mancher ÖSV-Skispringer konnte sich während der Brandrede des Präsidenten ein Schmunzeln nicht verkneifen. Die Österreicher nutzten die Gelegenheit, um sich am Bergisel auf der neuen Eisspur für den Weltcupauftakt in einer Woche in Wisla ( Polen) einzustimmen.

Für Gregor Schlierenzauer (Seitenbandeinriss im Knie) kommt der Saisonstart noch zu früh. Michael Hayböck (Bänderriss im Knöchel) absolvierte gestern seine ersten Sprünge und sollte rechtzeitig fit werden.

ÖSV-Team für Weltcup-Auftakt in Wisla: Clemens Aigner, Manuel Fettner, Michael Hayböck, Daniel Huber, Stefan Kraft, Manuel Poppinger, Markus Schiffner