Nicole Schmidhofer.

© APA/dpa/Stephan Jansen

Sport Wintersport Ski-WM 2019
02/03/2019

Ski-WM: ÖSV reist mit 12 Frauen und 14 Herren nach Åre

Hirscher und Schmidhofer führen das österreichische Aufgebot an. Brem und Puchner sind nicht mit dabei.

Der Österreichische Skiverband (ÖSV) hat am Sonntag sein 26-köpfiges Aufgebot für die alpine Ski-WM in Aare bekanntgegeben. Das rot-weiß-rote Team für die Titelkämpfe in Schweden setzt sich aus 14 Herren und zwölf Damen zusammen und wird von ÖSV-Star Marcel Hirscher und 2017-Weltmeisterin Nicole Schmidhofer angeführt.

Große Überraschungen blieben aus. Auf Damen-Seite bekamen die Talente Franziska Gritsch oder Chiara Mair den Vorzug gegenüber Riesentorlauf-Spezialistin Eva-Maria Brem oder Speed-Fahrerin Mirjam Puchner.

"Wir haben uns das mit den sportlichen Leitern Andreas Puelacher und Jürgen Kriechbaum sehr gut überlegt. Wir sind gut aufgestellt", sagte ÖSV-Sportdirektor Hans Pum, der sich "sieben bis acht Medaillen" erhofft. "Wir haben trotz der vielen Ausfälle ein sehr, sehr gutes Team und haben versucht, wirklich alle Disziplinen sehr gut zu besetzen."

Hoffnungen auf dem Speedteam

Bei den Herren nominierte Andreas Puelacher wie bereits am Samstag fixiert sechs Speedfahrer. Platz fand sich auch für die Riesentorlauf-Spezialisten Stefan Brennsteiner und Roland Leitinger.

Im Frauenteam schafften Katharina Huber sowie Mair nach Laufbestzeit im Samstag-Slalom von Maribor auf den letzten Drücker noch den Sprung ins Aufgebot. Gritsch wird die Kombination und den Teambewerb bestreiten. "Da brauchen wir Leute", erklärte Kriechbaum. Für die ehemalige RTL-Kugelgewinnerin Brem fand sich wie für Puchner kein Platz. "Begeistert war keine", schilderte Kriechbaum. "Aber im Grunde stellt sich jede durch ihre Leistungen selbst auf." Das sei nicht der Fall gewesen.

Die verletzten ÖSV-Asse:

In den letzten Wochen vor der WM waren Cheftrainer Jürgen Kriechbaum (Damen) und Andreas Puelacher (Herren) doch zum Improvisieren gezwungen. Bei den Herren muss der zweifache Saisonsieger Max Franz (Fersenbruch) passen. Kriechbaum verlor...

... Anna Veith: Kreuzbandriss rechts beim RTL-Training am 12. Jänner in Pozza di Fassa

Elisabeth Kappaurer: Schien- und Wadenbeinbruch linker Unterschenkel beim RTL-Training in Saas Fee (Schweiz) Ende September  

Sabrina Maier: Schien- und Wadenbeinbruch bei Speed-Training Mitte November in Copper Mountain (USA)

Christine Scheyer: Kreuzband- und Innenmeniskusriss im rechten Knie sowie Impressionsfraktur des Oberschenkels, erlitten am 2. Dezember im Super-G von Lake Louise

Cornelia Hütter: Knorpelfraktur an rechter Oberschenkelrolle, erlitten am 2. Dezember im Super-G von Lake Louise. 5 Wochen Pause

Katharina Gallhuber: Riss vorderes Kreuzband und Innenmeniskusriss im rechten Knie am 14. Dezember beim Slalom-Training auf dem Semmering

Rosina Schneeberger: Außenknöchelfraktur und Operation nach Sturz bei Europacuprennen in Zauchensee im Dezember und acht Wochen Pause  

Stephanie Brunner: Kreuzband- und Innenmeniskusriss links beim RTL-Training am 11. Jänner in Pozza di Fassa  

Nach vielen verletzungsbedingten Ausfällen - vor allem die Technikerinnen traf es hart - ruhen die Medaillenhoffnungen vor allem auf dem Speedteam. Kriechbaum: "In den technischen Bewerben können wir, wenn alles gut geht, eine Überraschung schaffen. In den Speedbewerben haben wir durch die ganzen Siege doch eine andere Ausgangsposition." Erster WM-Bewerb ist am Dienstag der Damen-Super-G.

"Wir sind top aufgestellt"

Herren-Chef Puelacher fährt eigenen Aussagen zufolge "relativ entspannt" nach Aare. "Unsere Leute haben gezeigt, dass wir um Medaillen mitkämpfen können." Der Tiroler verwies auf 25 ÖSV-Podestplätze in 27 Rennen, darunter 15 Siege (zehn Hirscher, je zwei Max Franz und Marco Schwarz, einer Kriechmayr). "Wir sind top aufgestellt, haben Vertrauen in der Brust. Jetzt zählt es, das ist einfach der Saisonhöhepunkt. Wir brauchen aber nicht hektisch werden."

Die erste Medaillenentscheidung bei den Herren steigt am Mittwoch ebenfalls im Super-G. Puelacher will sein Quartett am Montag bekanntgeben. "Das Schlimmste für mich wird, wenn ich die Entscheidung treffen und sagen muss: Du nicht." Zumindest im Slalom bleibt ihm dieser Gang erspart. Am Quintett Hirscher (Titelverteidiger), Schwarz, Michael Matt, Manuel Feller und Christian Hirschbühl gibt es nichts zu rütteln. Im Riesentorlauf sind neben dem Trio Hirscher-Schwarz-Feller zudem Brennsteiner und Leitinger dabei.

Hirscher lässt Kombination aus

Hirscher lässt, wie angekündigt, die Kombination aus. "Ich muss auf meine Ressourcen schauen und klare Prioritäten setzen. Slalom und Riesentorlauf sind meine Kerndisziplinen und darauf werde ich mich vorbereiten", meinte der 2018-Olympiasieger in dieser Disziplin. Puelacher: "Dass Marcel zu den Favoriten gehören würde, ist klar. Ein bisschen schade finde ich es schon, ich hätte ihn gern dabei gehabt. Aber ich verstehe wirklich die Entscheidung."

So starten im Allrounder-Bewerb derzeit nur Wengen-Sieger Marco Schwarz und Romed Baumann fix. Kriechmayr würde bereitstehen. "Wenn mich der Skiverband aufstellt, fahre ich sie", hatte der Oberösterreicher nach der Kandahar-Absage in Garmisch-Partenkirchen Kombi-Ambitionen bekundet. Puelacher sieht in jedem Bewerb "auf jeden Fall" eine Medaillenchance. Großereignisse seien aber immer speziell. "Am Tag X kann immer etwas schieflaufen. Aber auch dann bleiben sie gute Burschen."

  • Der Kader des ÖSV für die Ski-WM:

Frauen (12): Christina Ager, Franziska Gritsch, Ricarda Haaser, Katharina Huber, Katharina Liensberger, Chiara Mair, Bernadette Schild, Nicole Schmidhofer, Ramona Siebenhofer, Tamara Tippler, Katharina Truppe und Stephanie Venier.

Herren (14): Romed Baumann, Stefan Brennsteiner, Daniel Danklmaier, Manuel Feller, Christian Hirschbühl, Marcel Hirscher, Vincent Kriechmayr, Roland Leitinger, Michael Matt, Matthias Mayer, Hannes Reichelt, Marco Schwarz, Otmar Striedinger und Christian Walder.

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