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Sport Wintersport
09/14/2021

Ski-Weltmeister Marco Schwarz: "Die Ziele gehen mir nicht aus"

Der 26-jährige Kärntner liefert Einblicke in sein Training, einen Ausblick auf die neue Saison und erklärt, warum Marcel Hirscher nicht mehr nervt.

von Christoph Geiler

Man muss die Rennläufer der ÖSV-Slalom- und Riesentorlaufmannschaft gerade um ihren Arbeitsplatz beneiden. Auf dem Pitztaler Gletscher erleben sie dieser Tage Sonnenaufgänge der spektakulärsten Art, das Panorama in über 3000 Metern Seehöhe ist - im wahrsten Sinne des Wortes - überragend.

Natürlich haben sich die ÖSV-Techniker nicht zum Sightseeing auf dem höchsten österreichischen Gletscher versammelt. Die Athleten rund um Marco Schwarz und Manuel Feller absolvieren gerade einen der wichtigsten Trainingskurse im Rahmen der Vorbereitung auf den neuen Weltcup-Winter, der am 23.Oktober in Sölden eröffnet wird.

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Denn die Österreicher haben den Pitztaler Gletscher in dieser Woche für sich allein. Dank der hervorragenden Beziehungen von Herren-Cheftrainer Andreas Puelacher zum Pitztaler Gletscher-Pionier Hans Rubatscher wurde das Skigebiet extra für die Technik-Mannschaft aufgesperrt. "Wir finden hier wirklich perfekte Bedingungen vor", sagt Marco Schwarz.

Der Kärntner geht voller Tatendrang und Zuversicht in die neue Saison. Im vergangenen Winter hatte Marco Schwarz groß abgeräumt und seine Trophäensammlung ordentlich erweitert. Der 26-Jährige wurde in Cortina Weltmeister in der Kombination, er gewann im Riesentorlauf die Bronzemedaille und sicherte sich zudem die kleine Kristallkugel im Slalomweltcup.

Im "Das 3440", dem höchstgelegenen Cafe Österreichs, stellte sich Marco Schwarz den Fragen der Journalisten. Der Kärntner sprach über  . . .

  • den vergangenen Winter

"Es war eine sehr intensive Saison. Da ist während der Rennen gar nicht viel Zeit geblieben, um alles zu reflektieren. Natürlich freue ich mich immer wieder aufs Neue, wenn ich einmal zurückblicke, aber der Fokus war bei mir eigentlich schnell Richtung nächster Winter."

  • die gestiegene Erwartungshaltung

"In Wahrheit mache ich mir wahrscheinlich selbst den größten Druck. Ich denke schon, dass jetzt die Erwartungshaltung der Öffentlichkeit und der Medien größer sein wird. Andererseits  habe ich den Eindruck, dass die Erfolge im letzten Winter bei mir schon für eine gewisse Entspannung gesorgt haben. Zugleich will ich noch mehr: Ich bin jetzt erst 26, die Ziele gehen mir nicht aus, ich will schon noch was erreichen und bin sehr hungrig."

  • Die Ambitionen im Kampf um den Gesamtweltcup

"Das große Ding muss auf einen zukommen. Und vor allem muss man ein, zwei Disziplinen haben, in denen man wirklich um den Sieg mitfährt. Da wartet auf mich im Riesentorlauf schon noch viel Arbeit, bis ich dort um das Podium mitkämpfen kann. Im Riesentorlauf fehlt noch das hundertprozentige Selbstvertrauen."

  • Starts in den Speeddisziplinen

"Ich werde in dieser Saison vielleicht den einen oder anderen Super-G mitnehmen. Die Abfahrt ist mir im Moment zu zeitaufwändig. So sehr mir die Speedbewerbe auch Spaß machen, es braucht Jahre, bis man dann in der Abfahrt wirklich konkurrenzfähig ist und um die Podestplätze mitfahren kann. Mir geht's im Moment eher darum, den einen oder anderen Weltcuppunkt mitzunehmen. Wenn ich mehr Zeit investieren würde, könnte ich sicher einen Schritt vorwärts machen, aber mein Fokus liegt auf den technischen Disziplinen."

  • Die Olympischen Spiele in Peking

"Natürlich ist der Fokus auf die Winterspiele gerichtet, aber im Moment ist Olympia noch weit weg. Ich mache mir darüber nicht so viele Gedanken, sondern schaue lieber von Rennen zu Rennen. Damit bin ich bisher immer gut gefahren und dann ist man auch im Kopf frischer."

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  • seine Entwicklung als Rennläufer und Persönlichkeit

"Ich bin heute mit Sicherheit viel entspannter als mit 20 Jahren. Über die Saisonen lernt man einfach viel dazu. Ich mache mir heute weniger Druck, wenn es im Training vielleicht einmal nicht so läuft und ich weiß, dass man deshalb nicht gleich alles über den Haufen schmeißen muss."

  • den langen Schatten von Marcel Hirscher

"Natürlich ist er immer noch präsent, aber sicher nicht mehr so wie im ersten Winter nach seinem Rücktritt. Ich denke schon, dass wir den Sprung gut geschafft haben. Das erste Jahr hat's vielleicht schon ein bisschen genervt, als es nur dieses Thema gab, mit der letzten Saison hat sich das relativ gut erledigt."

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