Nach Schock in Crans-Montana: US-Star Lindsey Vonn meldet sich zu Wort

US-Star Lindsey Vonn, Nina Ortlieb und Marte Monsen stürzten bei der Abfahrt in Crans-Montana. Nach der Untersuchung meldete sie sich auf Instagram.
Vonn hatte Schmerzen

Endet das Wintermärchen um Ski-Königin Lindsey Vonn vor dem letzten Kapitel?

Den Ski-Fans in Crans-Montana und vor den TV-Geräten stockte am Freitag der Atem, als Lindsey Vonn vor einer scharfen Rechtskurve dem Druck nicht standhalten konnte und ins Fangnetz katapultiert wurde. Nach einem ersten Schock stand die 41-jährige US-Amerikanerin aber wieder auf und griff sich mit schmerzverzerrtem Gesicht ans linke Knie.  Hoffnung machte nur, dass sie noch selbst ins Ziel fahren konnte, von dort wurde sie ins Krankenhaus geflogen. 

Ihr Coach Aksel Lund Svindal gab die erste Auskunft zu ihrem Zustand: „Ich hoffe, es geht ihr gut. Sie wird untersucht und hat ein wenig Schmerzen. Hoffentlich ist es nicht so schlimm.“ 

Natürlich steht jetzt auch hinter dem letzten Kapitel ihrer Karriere ein Fragezeichen. Kommenden Freitag werden in Mailand/Cortina die Olympischen Winterspiele eröffnet. Seit ihrem Comeback ordnete die Amerikanerin alles diesem Ziel unter.  

Vonn wurde ins Krankenhaus geflogen

Vonn wurde ins Krankenhaus geflogen

Vonn erlitt in ihrer Karriere zahlreiche schwere Knieverletzungen, darunter Kreuzbandrisse in beiden Knien. Ihr Körper sei „broken beyond repair“, also so kaputt, dass er nicht zu reparieren sei, sagte sie bei ihrem Rücktritt 2019. Weil auf der Außenseite des rechten Knies kaum Knorpelmasse übrig war, war auch ihr Alltag beeinträchtigt. Operationen brachten keine Verbesserung, im April 2024 ließ sie sich eine Teilprothese einsetzen.

"Mein Traum ist nicht vorbei"

Und plötzlich hatte sie keinerlei Schmerzen mehr. Auch nicht beim Skifahren. Also wagte sie ein Comeback und ist jetzt wieder fast so stark wie in alten Zeiten. Mit 41 Jahren und einer Knieteilprothese führt sie klar den Abfahrtsweltcup an und wäre in den Speed-Disziplinen bei Olympia Mitfavoritin.

Am späten Nachmittag meldete sich Lindsey Vonn auf Instagram. "Ich habe mich am linken Knie verletzt. Ich diskutiere die Situation mit meinen Ärzten und meinem Team und werde mich weiter untersuchen lassen. Dies ist sehr schwierig eine Woche vor Olympia... aber wenn es eine Sache gibt, von der ich weiß, wie es geht, dann ein Comeback. Mein olympischer Traum ist noch nicht vorbei. Danke für all die Liebe und Unterstützung. Ich gebe mehr Informationen, wenn ich sie habe. 

Das Rennen in Crans-Montana wurde nach drei schweren Stürzen nach der sechsten Läuferin abgebrochen.  Der erste Sturz betraf auch Österreichs Startläuferin Nina Ortlieb. Genau an jener Stelle, an der sie sich vor fünf Jahren schwer verletzt hatte, stürzte sie erneut und hatte Glück. „Ich bin in einem guten Winkel ins Netz geprallt und mit einem blauen Auge davongekommen“, sagte sie. „Ich bin dankbar. Das ist keine Selbstverständlichkeit, wenn man so ins Netz fliegt“, sagte Ortlieb, die beim Sturz mit dem Rücken voraus in den Fangzaun flog und dabei auch noch ihre Beine durchstrecken konnte.

Der zweite Sturz des Rennens war nicht so glimpflich ausgegangen. Die Norwegerin Marte Monsen verlor bei einem heftigen Aufprall kurz vor dem Ziel den Helm und musste im Zielraum lange behandelt werden.

ÖSV-Hoffnung Conny Hütter kam nicht mehr an den Start: „Ich bin hinunter gerutscht und hatte nicht so ein schlechtes Gefühl. Ganz kann ich den Abbruch nicht nachvollziehen. Die Sicht kann hoffentlich nicht der Grund sein.“ Peter Gerdol, Verantwortlicher der FIS, begründete: „Die Bedingungen haben sich verändert und sollten noch schlechter werden. Wir wollen keine weiteren Verletzungen riskieren.“

Gedenkminute für die Opfer der Brandkatastrophe

Vor dem Rennen war eine Gedenkminute für die Opfer der Brandkatastrophe zu Silvester abgehalten worden. Die Hoffnung, mit dem Rennen dem Ort etwas Positives zu bringen, erfüllte sich am Freitag nicht. "Mir tut es leid für die Zuschauer. Wir hatten gehofft, ihnen eine positive Energie zu übermitteln", sagte Ortlieb. "Das ist nicht das, was wir zeigen wollten." 

Am Samstag (11.00 Uhr/live ORF 1) steht noch ein Super-G der Frauen auf dem Programm, 24 Stunden danach eine Abfahrt der Männer.

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