Hirscher hat nun vier kleine Kristallkugeln in seinem Trophäenschrank.

© REUTERS/SRDJAN ZIVULOVIC

Ski Alpin
03/14/2015

Hirscher erreicht das erste Ziel

Dem Salzburger reicht in Kranjska Gora ein zweiter Platz zum Gewinn der kleinen RTL-Kristallkugel.

von Wolfgang Winheim

Auch ein zweiter Platz kann ein Sieg sein. Dementsprechend locker hat es Marcel Hirscher akzeptiert, dass Alexis Pinturault in Kranjska Gora um 0,68 Sekunden schneller war als er. Denn schon vor dem Weltcup-Finale steht Hirscher als Sieger der Disziplinenwertung Riesenslalom fest. Seinem Hauptziel, der Titelverteidigung im Gesamtweltcup, ist Hirscher zudem einen Riesenschritt nähergekommen.

Vor dem Slalom am Sonntag, in dem Verfolger und Speedspezialist Kjetil Jansrud (am Samstag 23.) auf einen Start verzichtet, hat Hirscher seinen Vorsprung gegenüber dem Norweger im Gesamtweltcup auf 124 Punkte ausgebaut.

Mit 100 Punkten wird ein Sieg honoriert. Drei Torlaufbewerbe und zwei Speed-Rennen stehen noch aus. Der Salzburger Torlaufspezialist könnte somit den Champagner schon einkühlen. Doch er sagt: "Ich hüte mich davor, zu früh zu feiern." Denn Jansrud sei beim Finale in Méribel ein gutes Riesenslalom-Resultat durchaus zuzutrauen. Umgekehrt gilt dies allerdings auch für Hirscher im Super-G, weshalb er den finalen Speedbewerb bestreiten wird.

Hirscher war vor dem ersten Riesenslalom-Lauf für seine Begriffe "untypisch arg nervös". Und das, obwohl er den Riesenslalom von Garmisch mit Rekordvorsprung gewonnen und sich danach mit ungewöhnlich viel Aufwand auf Kranjska Gora vorbereitet, dort trainiert und danach die Bedingungen auf der Reiteralm kopiert hatte. Sein Rennleistung aber glich Hasard. Oder, wie es Hirscher formuliert: "Das unten war Vollgas. Das wär’ mir fast zum Verhängnis geworden. Der Fehler im Flachstück war richtig oa... Heute hab’ ich die 80 Punkte erzwungen."

Wie erwartet mussten sich die Läufer von einer eisharten Piste (erster Durchgang) auf Frühlingsschnee im zweiten Lauf umstellen. Zudem machten die tückischen Übergänge zu schaffen, weshalb selbst Pinturault seine Bestzeit bei Halbzeit nicht fassen konnte.

Premiere & Déjà-vu

Für den französischen Kombi-Besten von Kitzbühel war es der erste Rennsieg in diesem Winter. Für Hirscher ist es die erste Kristallkugel in der Disziplin Riesenslalom seit der bis heute umstrittenen Materialreform 2012. Er habe seither 80 Prozent der Vorbereitung dem Riesenslalom gewidmet, sagt Hirscher, eine Lobeshymne auf Servicemann und Ausrüster Atomic anstimmend. Nur dank Teamwork sei es möglich gewesen, die Vormachtstellung von Ted Ligety zu brechen.

So wie Ligety war Hirscher (im Gegensatz zu Benjamin Raich) nicht glücklich mit der Materialreform (längere Skier, größere Radien), die von den Läufern mehr Kraftaufwand erfordert. Fazit: Statt Knieverletzungen stieg nun die Zahl der Rückenbeschwerden. Einer von denen, die ein Kreuz mit dem Kreuz haben, ist Matthias Mayer. Der Abfahrts-Olympiasieger schied in Durchgang zwei deshalb aus. Philipp Schörghofer indes freute sich über Platz neun – das beste Abschneiden des WM-Dritten von 2011 in dieser Saison.

(aus Kranjska Gora)

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