Tränen bei Feller nach Kitzbühel-Sieg: "War die schwierigste Phase meines Lebens"

Hurra die Gams
Der Heimsieg am Ganslernhang war für ÖSV-Star Manuel Feller ein emotionaler Befreiungsschlag nach vielen Problemen auf und abseits der Piste.

Der laute Schrei, den Manuel Feller am Fuße des Ganslernhangs in Kitzbühel losließ, war wahrscheinlich noch im benachbarten Fieberbrunn zu hören, seinem Heimatort.

Dieser Schrei drückte all die Gefühle aus, die der Tiroler erlebte, als er auf dem Siegespodest stand und die Goldene Gams in die Höhe recken durfte.

Glückseligkeit. Genugtuung. Erleichterung. Stolz. Und auch eine gewisse Form von Sentimentalität.

Großer Jubel

Ekstase pur

Das große Lebensziel

Auf keinen Erfolg hatte Manuel Feller so lange hingearbeitet, keinen Triumph hatte der gebürtige Fieberbrunner so herbeigesehnt wie den Sieg auf dem berühmten Ganslernhang in Kitzbühel.

Feuchte Augen

Als er dieses große Lebensziel dann nach etlichen Anläufen und vielen Rückschlägen endlich erreicht hatte, übermannten den zweifachen Familienvater die Emotionen. Und Manuel Feller war nicht der Einzige unter den 21.000 Fans, die feuchte Augen bekamen.

Kindheitstraum

„Das ist für mich alles nur sehr schwer in Worte zu fassen. Ich habe oft davon geträumt, das ist der größte Moment in meiner Karriere“, sagte der 33-Jährige. „Schöner kann es wirklich nicht sein.“

Manuel Feller hatte an seinem ganz persönlichen Sehnsuchtsort schon häufig Jagd auf die Goldene Gams gemacht. 

Viele Anläufe

Aber immer war dem Lokalmatador im entscheidenden Moment etwas dazwischen gekommen. Einmal war er nach einer Halbzeitführung ausgeschieden (2023), ein anderes Mal unterliefen ihm unerklärliche Fehler, nie konnte er im für ihn wichtigsten Slalom des Jahres seine hohen Erwartungen erfüllen.

Manuel Feller raste zum Heimsieg

Manuel Feller raste zum Heimsieg

Diesmal war die Ausgangslage eine andere als in den letzten Jahren, als Manuel Feller stets als Mitfavorit ins Rennen gegangen war. Der Routinier plagte sich durch den heurigen Winter und wirkte auf der Piste oft fahrig und fehleranfällig. 

Das mag auch an seinen privaten Problemen gelegen haben, die Feller zuletzt mehrmals öffentlich angesprochen hatte. „Das war die schwierigste Saison und Phase meines Lebens“, gab Manuel Feller nach dem hochemotionalen Triumph zu. „Ich möchte meiner Frau Danke sagen.“

Auftrag vom Sohn

Der sechsjährige Sohn Lio hatte Feller per Sprachnachricht einen klaren Auftrag mit auf den Ganslernhang gegeben: „Papa, am Sonntag holen wir uns die Gams.“

Diese Mission erfüllte der Fieberbrunner dann mit einer Mischung aus Unbekümmertheit und Reife, der zweite Lauf, der Feller vom vierten Zwischenrang ganz hinauf aufs Podium katapultierte, war war das Meisterstück eines Routiniers. „Das hat keiner so erwartet, aber besser spät, als nie.“

Rückenwind fürs Team

Es gab im Ziel des Ganslernhangs wohl niemanden, der Manuel Feller diesen Erfolg nicht vergönnt hatte. Jeder weiß, welche Bedeutung für ihn der Triumph vor der Haustüre hat. „Endlich hat er es geschafft, er hat es sich erarbeitet“, sagte Cheftrainer Marko Pfeifer mit Tränen in den Augen.

Der Kärntner weiß, wie wichtig dieser Erfolg für das gesamte ÖSV-Herrenteam war. Einen Tag nach der größten Abfahrtspleite von Kitzbühel und wenige Tage vor den Winterspielen.

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