Matthias Mayer: "Der schwerste Olympiasieg war der in Peking"

Matthias Mayer als Trainer am Pistenrand
Der dreifache Olympiasieger über seinen aktuellen Job als Nachwuchscoach, sein Erfolgsgeheimnis und die Form der ÖSV-Abfahrer.

Mit seinen drei Goldmedaillen bei drei aufeinanderfolgenden Winterspielen in Sotschi (Abfahrt), Pyeongchang (Super-G) und Peking (Super-G) hat Matthias Mayer Sportgeschichte geschrieben. Seit seinem Rücktritt im Dezember 2022 kümmert sich der 35-Jährige als Coach um den heimischen Ski-Nachwuchs.

Die letzten Tage war er bei einem FIS-Riesentorlauf in St. Anton im Einsatz, am Wochenende begleitet er im Rahmen der Ski-Austria-Speed-Charity 20 Kinder mit Downsyndrom zu den Hahnenkammrennen.

Matthias Mayer sprach in Kitzbühel über ...

... seine Aufgabe als Nachwuchstrainer 

„Ich stehe an der Piste, setze Kurse, analysiere mit den Athleten Videos – das ist ein typischer Trainerjob eben. Wir reden da von Läufern zwischen 18 und 21 Jahren. Die sind voll motiviert, aber es ist natürlich ein breiter Weg bis in den Skiweltcup. Es ist ein hartes Brot als Skifahrer.“

... Olympische Spiele 

„Olympia war von klein auf bei uns ein großes Thema. Allein schon wegen der Erfolge von meinem Vater. Mir hat es immer Spaß gemacht, die Spiele zu verfolgen – und noch mehr dann, selbst dabei zu sein und Erfolge zu feiern. Wenn ich an die Hymne denke, dann ist das ein Riesengänsehautmoment.“

... die Spiele in Bormio 

„Ich freue mich, dass ich als Zuschauer dabei bin und das Ganze von dieser Perspektive aus betrachten kann. Natürlich hatte ich auch den Gedanken, dass ich da noch dabei sein könnte. Bormio ist eine lässige Abfahrt, die mir immer gut gelegen ist. Und ich hab es ja wirklich noch einmal probiert und war bei der WM in Saalbach Vorläufer. Aber da habe ich beschlossen, dass es kein Comeback geben wird. Und ich trauere auch nicht nach.“

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Matthias Mayer arbeitet als ÖSV-Nachwuchscoach

... die Rückkehr nach Kitzbühel, wo er Siege gefeiert hat, 2024 aber auch negativ in die Schlagzeilen geriet 

„Grundsätzlich überwiegen die Erfahrungen als Skirennläufer, die waren nämlich sehr, sehr schön. Das Thema mit meiner mentalen Schwäche von damals ist natürlich im Hinterkopf, das ist aber kein großes Thema für mich und deshalb auch kein Hinderungsgrund, jetzt nach Kitzbühel zu kommen.“

... sein Erfolgsrezept bei Winterspielen 

„Ich habe jetzt nicht irgendwo ein Rezept aufgeschrieben, es hat intuitiv einfach immer funktioniert. Ich hatte einen Plan, wie ich die Spiele angegangen bin. Die zwei Minuten, die du Zeit hast, um so schnell wie möglich ins Ziel zu fahren, kannst du nicht bis ins kleinste Detail durchplanen. Du darfst dich einfach nicht aus der Ruhe bringen lassen.“

... die Unterschiede zwischen den drei Goldmedaillen 

„Jeder Olympiasieg hat seinen eigenen Charakter. Der erste ist irgendwie passiert, ohne dass ich davor ein Weltcuprennen gewonnen hatte. Es war eine Überraschung, weil ich nicht einmal ein Podestfahrer war. 2018 war so eine Art Comeback, weil ich in Bormio einen Sturz hatte. Der anstrengendste und schwerste Olympiasieg war sicher der letzte in Peking. Weil ich damals als Favorit gehandelt worden bin.“

... die österreichischen Abfahrer 

„Dem Vincent Kriechmayr traue ich grundsätzlich immer alles zu. Er hat das größte Potenzial. Und wenn er fit und motiviert ist, dann geht alles. Ein Stefan Babinsky kommt immer besser in Schwung, das macht Hoffnung auf ein super Olympiaergebnis. Ich war am Anfang immer total nervös, wenn ich mir ein Rennen angeschaut habe. Das hat sich inzwischen gelegt.“

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