Ski-Europacup: Warum die ÖSV-Hoffnungsträger oft schon Mitte 20 sind
Anna Schilcher führt im Europacup die Abfahrtswertung an
Während in Norwegen das Weltcup-Finale steigt, blicken die Verantwortlichen beim ÖSV nach Saalbach-Hinterglemm und Schladming, wo das Finale im Europacup über die Bühne geht.
Auf der zweiten Ebene werden ab Freitag auch Startplätze für die Weltcupsaison 2026/’27 ausgefahren:
Hoffnungsträger
Die Top 3 in jeder Disziplinenwertung haben im kommenden Winter einen Fixplatz, und vor den letzten Saisonrennen dürfen sich auch einige ÖSV-Athleten Hoffnungen auf den Aufstieg in den Weltcup machen.
Der 2000er-Jahrgang
Allen voran Anna Schilcher, die seit ihrem Auftaktsieg in St. Moritz die Europacup-Abfahrtswertung anführt und praktisch nicht mehr aus den Top 3 verdrängt werden kann.
Die Steirerin Anna Schilcher kam bereits zu einigen Weltcupeinsätzen
Wie viele ihrer ÖSV-Kolleginnen, die sich im Europacup tummeln, geht auch die Steirerin nicht mehr als Talent durch. Anna Schilcher ist bereits 26 und kam in diesem Winter auch schon sporadisch im Weltcup zum Einsatz, zu einem Punkt reichte es aber nicht.
Verletzungspech
Auch ihre Teamkolleginnen Emily Schöpf und Lisa Grill, die im Super-G vor dem Europacupfinale auf den Rängen 2 und 3 liegen, sind Jahrgang 2000 und unternehmen über diesen Weg den x-ten Anlauf, endlich im Weltcup Fuß zu fassen.
„Der 2000er-Jahrgang wäre eigentlich einer unserer stärksten, aber fast alle wurden durch Verletzungen aufgehalten“, erklärt der österreichische Alpindirektor Christian Mitter.
Manuel Traninger erreichte heuer mit Rang 24 in Kitzbühel sein bestes Weltcupergebnis
Davon kann auch Manuel Traninger ein Klaglied singen: Der Steirer galt einst als eine der größten österreichischen Skihoffnungen, Kreuzbandrisse warfen ihn aber immer wieder zurück.
Mit 27 Jahren winkt dem Speedspezialisten in der kommenden Saison ein fixer Weltcup-Startplatz im Super-G. Aktuell ist Traninger an der zweiten Position, rechnerische Chancen auf die ersten drei besitzen auch noch Felix Hacker (Jahrgang 1999) und Fabian Bachler (Jahrgang 2001).
Der Vorarlberger Jakob Greber (22) darf sich im Slalom Hoffnungen auf einen Fixplatz im Weltcup machen
Im Slalom hat sich Jakob Greber eine gute Ausgangsposition gesichert, der 22-jährige Vorarlberger teilt sich vor dem Finale mit zwei Konkurrenten den dritten Platz.
Rechnerische Chancen haben auch noch die beiden Slalomläuferinnen Natalie Falch und Leonie Raich.
„Wir sind froh, wenn sich jemand einen Startplatz für den Weltcup erarbeitet. Grundsätzlich war das eine Europacup-Saison mit sehr vielen Ups und Downs“, sagt Christian Mitter.
Problemdisziplin
Trist ist die Situation vor allem im Riesentorlauf, in dieser Disziplin ist Österreich bei Frauen wie Männern ein Niemandsland.
Bei den Frauen findet sich die beste ÖSV-Athletin in der Europacup-Wertung erst an der 11. Position. Und das ist die Weltcupläuferin Nina Astner (25), die den Europacup nur zu Trainingszwecken nutzt.
Noch besorgniserregender ist aber das Abschneiden der ÖSV-Männer: 68 Skifahrer sammelten in diesem Europacup-Winter im Riesentorlauf Punkte, darunter waren gerade einmal fünf Österreicher – und zwei von ihnen haben eigentlich im Europacup nichts verloren.
Patrick Feurstein war im Olympia-Riesentorlauf am Start, und auch Joshua Sturm gehört längst der Weltcupmannschaft an.
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