Ausbaufähig: Marcel Hirscher sieht nach seiner Galavorstellung in Sölden noch viel Luft nach oben.

© APA/EPA/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Ski Alpin
10/27/2014

Beeindruckende Konstanz von Hirscher

Nach dem Sölden-Erfolg fehlt Hirscher auf der Siegeslandkarte nur noch Wengen.

von Christoph Geiler

Natürlich hätte es Marcel Hirscher bei seiner Rennanalyse auch durch die Blume sagen können. Er hätte darauf verweisen können, dass auf dem Gletscher traditionell eigene Gesetze herrschen und dass das erste Saisonrennen klarerweise nicht überbewertet werden dürfte. Er hätte als Erklärung auch die teils fehlerhaften Fahrten seiner Konkurrenz ansprechen können und dass er im Gegenzug eben einen perfekten Sonntag erwischt hätte.

Aber was sagte Marcel Hirscher nachdem er in Sölden mit 1,58 Sekunden Vorsprung den Riesentorlauf gewonnen hatte? "Ich habe noch einiges in petto."

Übersetzt. Das was für alle wie ein Husarenritt über diese vereiste, steile, holprige Piste auf dem Rettenbachferner ausgesehen hatte, war in den Augen von Hirscher eigentlich gar keiner. Er habe sicher zehn Schwünge nur angedriftet, erklärte der 25-jährige Salzburger nach seinem Triumph. Und: "Die gehen sicher auch noch voll."

Dieser Marcel Hirscher ist ein echtes Phänomen. Das war jetzt nicht nur bei seiner Riesentorlauf-Show in Sölden zu sehen , das wird einem vor allem beim Blick auf vergangene Ski-Größen erst so richtig deutlich.

Klar vor Maier

Der Salzburger ist gerade einmal 25 und hat schon 24 Weltcupsiege auf seiner Habenseite. Zwei Siege noch, dann hat Hirscher mit Franz Klammer gleichgezogen und scheint in den Top Ten der ewigen Bestenliste auf. Dass er der Konkurrenz und seiner Zeit voraus ist, macht auch der Vergleich mit Hermann Maier (54 Weltcupsiege) und Benjamin Raich (36) deutlich. Maier hatte in diesem Alter erst das Anfangskapitel seiner Erfolgsstory geschrieben und war mit elf Weltcupsiegen noch weit weg vom Herminator späterer Tage. Und Raich hatte mit 25 Jahren auch erst zehn Siege gefeiert.

Beeindruckend ist auch die Konstanz, mit der Hirscher fährt. Mit dem Sieg in Sölden hat er nach Kitzbühel und Schladming nun auch das letzte Heimrennen gewonnen. Auf der aktuellen Weltcup-Landkarte gibt es überhaupt nur mehr einen weißen Fleck. Ob Val d’Isère oder Alta Badia, ob Zagreb oder Adelboden – nur der Klassiker in Wengen fehlt Hirscher noch in seiner Siegessammlung.

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