Setzinger und das medizinische Wunder

Elf Wochen nach dem Kreuzbandriss könnte Lausanne-Legionär am Wochende sein Comeback geben.

Als am 18. Dezember Kreuz- und Seitenband im Knie von Oliver Setzinger rissen, war klar, dass die Saison des Lausanne-Spielers beendet ist.

Nur einer sagte der Prognose "Saisonende" den Kampf an. "Ich habe dem Doktor gleich gesagt, dass er sich das abschminken kann. Ich spiele im März wieder", kündigte der 29-jährige Wiener an und machte eine intensive Therapie mit Thomas Schmal, dem ehemaligen Physiotherapeuten des Fußball-Nationalteams. Seit zwei Wochen ist er bereits wieder auf dem Eis, seit Beginn dieser Woche trainiert er mit der Mannschaft und könnte am Wochenende in der zweiten Schweizer Liga zum Einsatz kommen.

Weltmeisterschaft

Die Genesung seines am 21. Dezember operierten Knies darf als medizinisches Wunder angesehen werden. "Sie wollten, dass ich im April wieder mit dem Training beginne. Aber ich habe überhaupt keine Beschwerden", sagt Setzinger. Eine Schiene sichert das Gelenk noch. Setzinger freut sich: "Nach sieben Wochen war ich zur Kontrolle, und mein Arzt hat gemeint, dass das Knie stabiler ist als das gesunde."

Operiert wurde der Wiener in der Schweiz von Jaques Vollotton. "Er operiert seit 25 Jahren sieben Knie pro Woche. So eine schnelle Genesung hat er noch nie gesehen", sagt der Kurzzeit-Patient. In diesen Tagen hat Setzinger in der Kraftkammer einbeinig 140 Kilogramm in der Beinpresse gestemmt. Mit dem operierten Bein. "Das muss also halten." Sollte die Rückkehr weiterhin so reibungslos verlaufen, dann wird Setzinger auch bei der WM in Helsinki spielen können.

Noch keine Angebote

Wo Setzinger kommende Saison spielt, ist noch nicht sicher. Ein Angebot aus Graz dementiert er. „Co-Trainer Herbert Hohenberger hat mich auf Facebook gefragt, ob wir mal reden können. Ich habe mit ’Ja’ geantwortet, wir haben aber noch nicht gesprochen.“

Setzinger gibt zu, gerne in seine Heimat zurückzukehren: "Ich habe Wien mit 16 Jahren verlassen und seither nur zwei Jahre bei den Capitals gespielt. Ich würde gerne nach Hause kommen." Gespräche gab es aber noch mit keinem österreichischen Verein.

( Kurier ) Erstellt am 07.03.2013