Ski-WM: Schild im ÖSV-Aufgebot

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Foto: reuters Marlies Schild ist im Kader und hofft noch auf ein kleines Wunder.

Slalom-Spezialist Reinfried Herbst ist im 27-köpfigen Team nicht zu finden.

Der Österreichische Skiverband (ÖSV) hat am Mittwoch wie erwartet 14 Herren und 13 Damen für die alpinen Ski-Weltmeisterschaften von 4. bis 17. Februar in Schladming nominiert und das Kontingent von 24 plus Titelverteidiger (maximal 14 pro Geschlecht) voll ausgeschöpft. Das 27-köpfige Team wird angeführt vom Weltcup-Spitzenreiter Marcel Hirscher und umfasst auch Slalom-Titelverteidigerin Marlies Schild, die nach ihrer Verletzung (Riss des Innenbandes im rechten Knie) noch auf ein kleines Wunder und einen Start hofft.

Herbst nicht im Kader

Prominentester Abwesender aus dem vom ÖSV am 21. Jänner veröffentlichten erweiterten Kader (20 Herren, 16 Damen) ist der Olympia-Zweite im Slalom von 2006, der Salzburger Reinfried Herbst. Im Verletzungsfall dürfte der ÖSV Aktive aus diesem erweiterten Aufgebot nachnominieren.

Die Heim-Titelkämpfe werden am Montagabend eröffnet, am Dienstag steht mit dem Super-G der Damen bereits der erste Bewerb auf dem Programm, die Steirerin Elisabeth Görgl ist Titelverteidigerin. Am Mittwoch folgt der Super-G der Herren. Bei beiden Geschlechtern geht es jeweils um fünf Medaillensätze, die elfte Entscheidung ist der gemischte Team-Bewerb.

Kaderliste der Damen:

Anna Fenninger, Elisabeth Görgl, Marlies Schild (alle drei sind Titelverteidigerinnen), Andrea Fischbacher, Nicole Hosp, Michaela Kirchgasser, Stefanie Köhle, Stefanie Moser, Bernadette Schild, Nicole Schmidhofer, Regina Sterz, Carmen Thalmann, Kathrin Zettel.

Aus dem erweiterten Kader nicht berücksichtigt wurden: Eva-Maria Brem, Alexandra Daum, Cornelia Hütter

Anna Fenninger ist als Titelverteidigerin in der Super-Kombi fix, daneben ist sie in den Bewerben Super G, Abfahrt und Riesentorlauf ebenfalls gesetzt. Kathrin Zettel konnte sich mit ihren guten Leistungen einen Startplatz für Slalom und Riesentorlauf sichern. Daneben ist die Niederösterreicherin im Teambewerb und in der Super-Kombi auch ein Thema. Nicole Hosp dürfte in der Super-Kombination einen gesicherten Startplatz haben. Auch für den Team-Bewerb hat Hosp gute Karten, im Slalom jedoch wird sie sich mit Carmen Thalmann um einen Platz matchen. Elisabeth Görgl hat als Titelverteidigerin in den Disziplinen Abfahrt und Super G zwei Tickets fix in der Tasche. Zusätzlich könnte die Steirerin bei der Heim-WM noch in der Super-Kombination und dem Riesentorlauf starten. Neben Görgl darf auch Kirchgasser auf einen RTL-Platz hoffen. Fix  dürfte sie auf der Slalom-Starliste stehen. Ebenfalls wird 27-jährige Salzburgerin höchstwahrscheinlich zusammen mit Marcel Hirscher das österreichische Aufgebot beim Teambewerb anführen. Die Teilnahme von Titelverteidigerin Marlies Schild beim WM-Slalom wäre ein kleines Wunder. Nicole Schmidhofer darf sich nur wenig Hoffnung auf einen Platz im Abfahrtsteam machen, Sterz und Moser haben ihr gegenüber deutliche Vorteile.

  In der Abfahrt darf Stefanie Moser, durchaus berechtigt, auf einen Startplatz hoffen. Im Super G hat sie jedoch nur Außenseiterchancen. Im Salom wird wohl Bernadette Schild ihre Schwester vertreten. Carmen Thalmann hat im Slalom-Bewerb der WM nur wenig Chancen auf einen Platz auf der Rennliste. Hosp gilt als schärfste Konkurrentin. Im Super G wird sich Stefanie Köhle um die drei weiteren Tickets mit Nicole Schmidhofer, Regina Sterz und Andrea Fischbacher rangeln. Auch für den Riesentorlauf kommt sie in Frage. Regina Sterz blickt auf die Super-G-Startplätze. Für Andrea Fischbacher wird es eng mit WM-Startplätzen: Neben der Abfahrt hat sie auch im Super-G wenig Chancen auf ein Rennstart.

Kaderliste der Herren:

Romed Baumann, Max Franz, Marcel Hirscher, Klaus Kröll, Marcel Mathis, Mario Matt, Matthias Mayer, Manfred Pranger, Joachim Puchner, Benjamin Raich, Hannes Reichelt, Florian Scheiber, Philipp Schörghofer, Georg Streitberger.

Aus dem erweiterten Kader nicht berücksichtigt wurden: Frederic Berthold, Manuel Feller, Reinfried Herbst, Wolfgang Hörl, Johannes Kröll, Christoph Nösig

Marcel Hirscher ist die unangefochtene Nummer eins im Herren-Team. Der Gesamtweltcup-Leader ist sowohl im Slalom, als auch im Riesentorlauf gesetzt und wird auch im Teambewerb antreten. Ob er in der Kombi startet, wo er ebenfalls einen Fixplatz hätte, hat er noch nicht entschieden. Klaus Kröll ist im Abfahrtsweltcup als bester Österreicher Dritter, folglich in diesem Bewerb auch bei der WM ein Fixstarter. Er darf sich aber auch im Super-G Hoffnungen auf einen Start machen. Spätestens seit seinem zweiten Platz im Super-G von Kitzbühel hat der Kärntner Matthias Mayer sein Ticket in der Tasche, könnte möglicherweise auch in der Abfahrt an den Start gehen. Fix dabei ist Hannes Reichelt in der Abfahrt. Der 32-jährige ist aber auch für Super-G, Riesentorlauf und Super-Kombination ein Thema. Spätestens nach seinem fünften Platz in Kitzbühel wird an Max Franz in der Herren-Abfahrt kein Weg vorbei führen. Auch im Super-G könnte er an den Start gehen. Benjamin Raich wird trotz einer wenig erfolgreichen Saison wohl in drei Bewerben dabei sein. Der Routinier dürfte in Slalom, Riesentorlauf und der Super-Kombination starten. Mario Matt ist im Slalom gesetzt. Auch Manfred Pranger wird wohl im Slalom mit dabei sein. Romed Baumann ist in der Super-Kombination ein Fixstarter, kommt aber auch für den letzten zu vergebenden Platz in der Abfahrt in Frage und könnte auch im Teambewerb starten. Philipp Schörghofer dürfte sich sein Riesentorlauf-Ticket im letzten Moment gesichert haben, kommt auch für den Teambewerb in Frage. Georg Streitberger hat in der Abfahrt und im Super-G Chancen auf einen WM-Einsatz. Auch Florian Scheiber darf sich in Abfahrt und Super-G Hoffnungen auf einen Start machen. Joachim Puchner darf sich vor allem im Super-G Hoffnungen machen, könnte auch in der Abfahrt starten. Marcel Mathis Mathis ist ein Kandidat für Riesentorlauf und Teambewerb.

Nicht Nominierung

Herbst: "Brutale Watschn"

Reinfried Herbst zeigt sich angesichts seiner Nicht-Nominierung für die WM enttäuscht.

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Foto: apa

Slalom-Spezialist Reinfried Herbst bezeichnete die Nicht-Nominierung für die WM als "brutale Watschn". "Das ist natürlich sehr enttäuschend für mich, dass es nicht zu einer internen Qualifikation kam. Für mich ist das eine brutale Watschn. Ich musste schon viele Rückschläge in meiner Karriere verdauen, das ist jetzt ein weiterer", meinte der Salzburger am Mittwochnachmittag.

"Wenn die Aufstellung nach rein sportlichen Gesichtspunkten erfolgt wäre, hätte ich die Chance auf eine Qualifikation bekommen", haderte der 34-Jährige. "Aber das ÖSV-Herrenkontingent von 14 Fahrern ist leider ausgeschöpft, das war die Begründung des ÖSV. Aber trotzdem sind Fahrer und Fahrerinnen mit wesentlich schlechteren Platzierungen im Kontingent zu finden. Deshalb falle ich durch den Rost und Benni (Raich, Anm.) bekommt das vierte Slalomticket."

"Eine Qualifikation wäre nur fair gewesen"

Sollte sich einer des geplanten Slalom-Quartetts verletzen, könnte der ÖSV Herbst nachnominieren. "Ich bin Ersatzfahrer, aber das ist ein schwacher Trost", so der zweifache Familienvater. Der Ärger über den Ausfall am vergangenen Sonntag in Kitzbühel ist nun bei Herbst umso größer. "Leider habe ich dort durch Pech mein drittes Top-Ten-Ergebnis drei Tore vor dem Ziel verspielt. Spekulationen bringen nichts, aber danach hätte es sicher anders ausgesehen. Besonders bitter ist, dass Benni in dieser Saison im direkten Vergleich nur ein Mal schneller war als ich. Deshalb wäre eine Qualifikation nur fair gewesen."

Herbst berichtete, dass er bereits Trost von vielen Seiten erhalten hat. "Egal, ob Trainer oder Kollegen, nicht viele können die Aufstellung nachvollziehen. Aber ich akzeptiere die Entscheidung und will festhalten, dass ich niemanden persönlich angreife."

(apa / kk) Erstellt am
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