Pokel: "Respektlos gegenüber Fans, Sponsoren"

Tom Pokel versucht bislang vergeblich aus seinem Team eine Play-off-Mannschaft zu formen. © Bild: Agentur Diener/DIENER / Philipp Schalber

Vor dem Duell mit Tabellenführer Salzburg versucht der Capitals-Coach seine Spieler wachzurütteln.

Tom Pokel kann richtig laut werden. Am Freitag, nach dem blamablen 1:5 gegen Innsbruck, wurde der Capitals-Coach bei seiner Wutrede in der Mannschaftskabine sogar bis in die Innsbrucker Kabine gehört. Und das, obwohl die Tiroler laut Musik hörten und ein Gang die beiden Räume trennt.

Der 47-jährige Amerikaner versucht mit allen Mitteln, aus seiner Mannschaft ein Play-off-Team zu formen. Noch ohne Erfolg. Ob seine Worte erhört wurden, wird sich bereits heute im Heimspiel gegen Salzburg zeigen. Der roten Bullen sicherten am Freitag mit einem 4:2 gegen Bozen Platz eins im Grunddurchgang ab.

Pokels beste Aussagen vor den Journalisten im O-Ton:

"Das war peinlich. Es gab keine Führungskraft, keinen Charakter, kein Herz, keinen Stolz. Die Spieler verstehen nicht, dass jeder Gegner zeigen will, dass er es sich verdient hätte, bei den Vienna Capitals spielen zu dürfen.

Es ist respektlos und unfair gegenüber den Fans und Sponsoren, die den Verein so gut unterstützen. Sie kapieren nicht, um was es geht.

​Die letzten drei vier Mal, wenn unser David Kickert im Tor gespielt hat, dann hat die Mannschaft nicht für ihn gespielt. Sie lassen ihn im Stich und er reißt sich das ganze Jahr über im Training den Hintern für die Mannschaft auf. Das ist ein Schlag in sein Gesicht. Ich wäre stocksauer. Die Linzer spielen derzeit auch mit ihrem jungen Tormann Dechel und gewinnen weiter. Da sieht man, welchen Charakter die Linzer haben.

Meine Spieler bringen nur unter Druck ihre Leistung. Das beunruhigt mich vor den Play-offs. Wenn wir keinen Druck haben, dann versagen wir.

Für das, was die Spieler bringen, werden sie in Wien zu gut bezahlt. Es ist Zeit, zu zeigen, wer ein Mann und wer ein Junge ist. Die Jungs sollten hinausgehen und sich bei den Fans entschuldigen. "

Erstellt am 25.01.2015