Paralympics-Bilanz: Ein Familienfest mit Schattenseiten

Wie die Aigner-Geschwister die Paralympics prägten, wie viel Geld sie für ihre Medaillen kassieren und was in Cortina für Chaos sorgte.
Goldhamster: Die Aigner-Geschwister bei den Paralympics

Nach 10 Tagen gehen am Sonntag die paralympischen Winterspiele zu Ende. Österreichs Ausbeute kann sich sehen lassen, eine Familie sticht besonders heraus. Eine (subjektive) Bilanz der Spiele:

Die Aigners 

Schon bei den letzten Paralympics in Peking zeichneten die Aigners aus Gloggnitz für 9 der 13 österreichischen Medaillen verantwortlich. In Italien fuhren Johannes und Veronika Aigner mit ihren Guides bislang ebenfalls neun Mal auf das Podest. Heute kann Johannes Aigner im Slalom sogar noch nachlegen. Österreich hält vor dem Schlusstag bei 13 Medaillen.

Lilly Sammer 

16 Jahre jung und schon dreifache Medaillengewinnerin. Lilly Sammer sprang spontan für die verletzte Elisabeth Aigner als Guide in den Speed-Bewerben für Veronika ein, das Duo hatte nur wenige Tage, um sich aufeinander einzustellen. Am Ende gab es zweimal Gold und einmal Silber. „Die Lilly ist wie die kleine Schwester, die ich immer wollte“, adelte Aigner ihre sieben Jahre jüngere Teamkollegin.

Das Preisgeld 

Die Wertschätzung für den paralympischen Sport steigt stetig, auch finanziell werden die österreichischen Athletinnen und Athleten für ihre Erfolge immer besser entlohnt. Für Gold gab es diesmal eine Prämie von 15.000 Euro, Silber brachte 13.000 und Bronze immerhin noch 11.000 Euro ein. Die Guides erhalten jeweils die Hälfte davon.

Die Russen 

Die erstmalige Teilnahme der Russen und Belarussen unter eigener Flagge seit 2014 sorgte schon im Vorfeld der Spiele für Wirbel, auch in Italien selbst spielte das Thema eine Rolle. Erst der Eröffnungs-Boykott zahlreicher Nationen – darunter auch Österreich, dann gab es bis gestern auch noch fünf Gold-Medaillen und damit auch die russische Hymne zu hören. Der Protest fiel verhalten aus, auch für die Sportler war es eine schwierige Situation.

Italienisches Chaos 

Die Italiener wurden ihrem schlechten Ruf als Chaoten gerecht. Teils fehlten zentrale Wegmarkierungen, teils wussten Shuttle-Fahrer nicht, wo sie eigentlich hinfahren sollten. Von la dolce vita merkte man oft nichts. Besonders negativ stach der Bewerb der Para-Snowboarder auf der Tofana heraus. Dort wurde extra ein Snowboard-Park errichtet, der allerdings mehr Baustelle als wirkliches Erlebnis war. Sportler und Zuschauer hätten sich anderes verdient gehabt.

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