Aigner: "Muss schauen, ob die Unterhose noch weiß ist"

Johannes Aigner fuhr mit Guide Nico Haberl im RTL zu seiner bereits vierten Medaille bei den Paralympics. Es ist seine dritte Goldene.
Johannes Aigner mit Guide Nico Haberl.

Vier Medaillen aus vier Rennen. Nach Veronika Aigner (23) hat auch Bruder Johannes im Riesentorlauf der sehbeeinträchtigten Skifahrer bei den Paralympics in Cortina wieder angeschrieben. Wie die große Schwester, die am Donnerstag ihre dritte Goldene einfuhr, jubelte auch der 20-Jährige über seinen dritten Sieg bei diesen Winterspielen.

Hinter Aigner und seinem Guide Nico Haberl sicherte sich der Italiener Giacomo Bertagnolli, der nach Durchgang eins noch in Führung gelegen hatte. Auch der hält bei bereits vier Medaillen aus vier Rennen (Einmal Gold). Aigner hatte am Ende 0,34 Sekunden Vorsprung. Platz drei ging an den Polen Michal Golas (+2,08 Sekunden). Der zweite Österreicher bei den Sehbeeinträchtigten, Michael Scharnagl belegte Rang sieben. 

Der 36-Jährige und Guide Lilly Sammer - die mit Veronika Aigner zu drei Medaillen gefahren war - hatten am Ende 10,27 Sekunden Rückstand auf Bronze. Österreich hält nun bei elf Medaillen, sechs davon in Gold. Für alle davon zeichnen sich die Aigner-Geschwister verantwortlich.

Haberl: "Am ganzen Körper gezittert"

"Im ersten Durchgang habe ich ein Tor etwas versemmelt, jetzt haben wir uns vorgenommen, voll draufzudrücken. Es war jetzt noch einmal sehr, sehr spannend zum Schluss", freute sich Aigner und scherzt: "Ich muss schauen, ob die Unterhose eh noch weiß ist." Haberl versuchte seinen Partner "runterzutreiben": "Dass wir jetzt wieder Gold haben ist einfach unglaublich."

Besonders spannend war für das Duo die Wartezeit, als die führenden Italiener die Tofana hinunterfuhren: "Ich habe am ganzen Körper gezittert und einfach nur gehofft und gebetet, dass es sich ausgeht", war Haberl fix und fertig aber "überglücklich". Aigner ist damit weiter makellos, hat mit Peking gemeinsam neun Medaillen in neun Rennen geholt. "Heute bin ich sehr stolz. Nach jedem Rennen fällt etwas Druck ab. Ich schätze jede einzelne Medaille wert."

Die Fans von Markus Salcher

Die Fans von Markus Salcher.

Abschied einer Ski-Legende

Markus Salcher hat indes am Freitag im Riesentorlauf die Abschiedsvorstellung seiner langen und erfolgreichen Karriere gegeben. Bei fünf Para-Winterspielen sammelte der Kärntner sieben Medaillen, je zwei in Gold und Silber sowie drei in Bronze. Im RTL blieb er wie zu erwarten ohne Medaillenchance, zeigte aber dennoch eine gelungene Fahrt. "Es war noch einmal ein schönes Rennen." Das wurde auch noch einmal zelebriert. "So kann man die Karriere ausklingen lassen, zumal es meine schwächste Disziplin ist."

Er habe den "Zeitpunkt richtig gewählt": "Bei einem Großereignis selbstbestimmt aufzuhören wünscht sich jeder Sportler." Es sei eine "zache" Saison gewesen. Vor allem die Probleme mit dem Knie im Laufe des Winters. Das werde im Alter immer beschwerlicher.

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