Abschied mit Ausrutscher: Österreichische Ski-Legende vor Karriere-Ende

Die Speed-Karriere von Markus Salcher endete mit einer Enttäuschung. Er will als einer der "erfolgreichsten Para-Sportler Österreichs" in Erinnerung bleiben.
Markus Salcher mit Helm und Skibrille hält einen Skistock in der Hand.

Markus Salcher hatte sich einiges für die Paralympics in Cortina vorgenommen. Sein „letzter Tanz“ sollte im Optimalfall mit einer Medaille zu Ende gehen. Und mit Cortina hatte Salcher ohnehin noch „eine Rechnung offen“.

Nach den beiden Speed-Bewerben in der Stehend-Klasse ist allerdings klar: Die Karriere des 34-Jährigen wird aller Voraussicht nach ohne ein weiteres paralympisches Edelmetall enden. Mit Platz acht in der Abfahrt feierte der Kärntner am Samstag noch einen emotionalen Abschied von seiner Lieblingsdisziplin. Im Super-G am Montag herrschte dann allerdings Frust. Schon nach wenigen Toren war Schluss mit lustig. Salcher rutschte weg und schied aus. „Es ist schon bitter. Ich wollte mich noch würdig verabschieden – das ist absolut nicht das, was ich kann.“

Medaillenhamster

Abfahrt und Super-G waren über Jahre Salchers sportliches Zuhause. Mit seiner halbseitigen Lähmung sind die Speed-Disziplinen einfacher zu fahren: „Je mehr Kurven drin sind, desto schwieriger ist es, Zug auf den Ski zu bringen“, erklärt Salcher. Hinzu kommt die Leidenschaft zum Schnellfahren.

Dass er sich schon vor Jahren auf die schnellen Disziplinen konzentriert hat, hat sich ausgezahlt. 2014, in Sotschi, gab es zweimal Gold und einmal Bronze, vier Jahre später legte er mit zwei dritten Plätzen nach. In Peking, 2022, gab es zwei weitere Silber-Medaillen. Dazu kommen unter anderem zwölf Podestplätze bei Para-Weltmeisterschaften sowie der Gewinn des Gesamtweltcups in der Saison 2016/17. Für den Routinier ein ganz besonderes Highlight.

Der 34-Jährige hat also alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Das überwiegt dann auch die Enttäuschung auf der Tofana. Zumal er seine letzten Tage als aktiver Para-Skifahrer noch genießen will. Da helfen auch die Dutzenden Fans, die extra wegen ihm nach Italien gereist sind. „Das ist einfach richtig schön.“

Die Karriere danach

Am kommenden Freitag fährt Salcher dann sein definitiv letztes Rennen. Im Riesentorlauf sind keine Wunder zu erwarten, einfach „nur“ runterfahren will der 34-Jährige aber auch nicht. „Wenn ich am Start stehe, dann will ich einfach Gas geben und das Maximale, was ich draufhabe, runtersetzen.“

Schade, dass ich  nicht liefern konnte. Aber ich glaube, das wird mir keiner verübeln.

von Markus Salcher

nach dem Super-G-Aus

Und wie geht es danach weiter? Der Kärntner wird nicht nur dem Zoll, sondern auch dem Para-Sport erhalten bleiben. Er will sich besonders dem Nachwuchs annehmen. „Viele Eltern sagen: Sport ist gefährlich, gerade mit Handicap. Dann bekommt das Kind nie die Chance, zu erfahren, was es kann. Wir müssen erst die Eltern abholen und dann die Kinder begeistern.“

Sportlich will er „als einer der erfolgreichsten Para-Sportler in Österreich“ im Gedächtnis bleiben. Und er selbst freut sich nach den Paralympics vor allem auf eines: „Wenn ich in der Urlaubsplanung keine Rücksicht mehr auf einen Plan vom Trainer nehmen muss.“

Hinweis: Die Reise zu den Paralympics in Cortina erfolgte auf Einladung des ÖPC.

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