Warum die ÖSV-Biathleten weit weg vom Schuss sind

Die Olympischen Spiele haben es verdeutlicht: Österreichs Männer-Team steckt tief in der Krise.
Biathlon - Men's 4 x 7.5km Relay

Die vier in die Jahre gekommenen Herren, denen während dieser Spiele in Antholz ein großer Empfang bereitet wurde, führten allen vor Augen, dass Österreich vor gar nicht langer Zeit einmal eine kleine Biathlon-Nation war:

Dominik Landertinger, Simon Eder, Daniel Mesotitsch und Christoph Sumann (v.l.) erhielten nachträglich Staffel-Silber von den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi

Dominik Landertinger, Simon Eder, Daniel Mesotitsch und Christoph Sumann (v.l.) erhielten nachträglich Staffel-Silber von den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi

Christoph Sumann (Bronze 2010 im Massenstart) sowie die ÖSV-Staffel mit Daniel Mesotitsch, Dominik Landertinger, Simon Eder und Sumann (Silber 2014) bekamen mit Verspätung feierlich ihre Olympiamedaillen, die den russischen Biathleten wegen Dopingvergehen aberkannt worden waren.

Die Zeremonie in der Biathlon-Arena im Antholzertal wirkte dabei wie eine Reise in eine fremde Zeit

6 Olympia-Medaillen

Als Österreichs Biathleten noch für Volltreffer und Schützenfeste standen und erfolgreiche Trophäenjäger waren (6 Olympiamedaillen zwischen 2010 und 2018). 

Als Österreichs Männer im Nationencup Dritte waren (2009/’10) und Christoph Sumann um 15 Pünktchen den Sieg im Gesamtweltcup verpasste.

Niemandsland

Heute sind die Österreicher im Biathlon ziemlich weit weg vom Schuss. Vor allem mit dem Männer-Team ging es in den letzten Jahren zusehends bergab, und die Talsohle scheint noch nicht einmal erreicht. 

Es kommt nicht von ungefähr, dass der olympische Massenstartbewerb (30 Teilnehmer aus 11 Nationen) am Freitag ohne ÖSV-Beteiligung stattfand.

Österreichs Biathlon-Herrenteam gibt kein gutes Bild ab

Österreichs Biathlon-Herrenteam gibt kein gutes Bild ab

Ein ÖSV-Biathlet in den Top 70

Österreich ist zu einem Niemandsland verkommen, im Nationencup sind die ÖSV-Biathleten nur mehr die 14. Kraft, mit Routinier Simon Eder (28.) scheint im Gesamtweltcup gerade noch ein Österreicher in den Top 70 auf. Wie konnte es nur so weit kommen?

Mit Hochfilzen, Obertilliach und Seefeld verfügt Österreich gleich über drei anerkannte Biathlon-Zentren. Aber eine gute Infrastruktur allein macht noch keine Loipenjäger und Meisterschützen. Bezeichnend, dass seit Jahren der Oldie Simon Eder (wird am Montag 43 Jahre) die Fahnen hochhalten muss.

Christoph Sumann ist seit dieser Saison für die ÖSV-Biathleten verantwortlich

Christoph Sumann ist seit dieser Saison für die ÖSV-Biathleten verantwortlich

Heim-WM 2028

Der ÖSV hat derweil die Mission 2028 ausgerufen, bei der Heim-WM in zwei Jahren in Hochfilzen wollen die Verantwortlichen nicht ein ähnliches Debakel erleben wie bei den vergangenen Großereignissen. 

Aus diesem Grund wurde schon vor einem Jahr Christoph Sumann zum neuen Sportchef bestellt. Vor allem die eklatante Schwäche der österreichischen Biathleten im Langlauf erfordert neue Schritte im Training. 

Christoph Sumann gibt sich vorerst keinen Illusionen hin: „Mir war bewusst, dass das ein schwerer Winter wird.“

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