Manuel Feller war als Zwölfter bester Österreicher in Sölden. 

© APA/AFP/JOE KLAMAR

Sport Wintersport
10/28/2019

ÖSV erfolglos in Sölden: "Das ist halt die Zeit nach Marcel"

Kein Österreicher schaffte es in Sölden in die Top Ten, der Franzose Pinturault feierte einen Favoritensieg.

von Christoph Geiler

Peter Schröcksnadel hatte schon so eine Vorahnung: Als der ÖSV-Präsident in Sölden zur Lage der Skination gefragt wurde, war er bemüht, keine falschen Hoffnungen zu wecken. „Das wird keine einfache Zeit“, sagte der Tiroler. „Die Erwartungen sind nicht so groß. Das ist halt die Zeit nach Marcel.“

Insofern braucht die Skination Nummer eins jetzt auch nicht gleich in Depression verfallen, nur weil das Herren-Siegespodest in Sölden erstmals seit zehn Jahren eine österreichfreie Zone war. Gerade im Riesentorlauf hat der ÖSV nach dem Rücktritt Hirschers großen Aufholbedarf und kaum Personal. Es sagt schon alles, wenn mit Matthias Mayer ein ausgewiesener Speedspezialist im Riesentorlauf der zweitbeste Österreicher ist.

Der 15. Rang des 29-Jährigen war genauso ein kleiner Lichtblick wie Roland Leitinger, der mit Startnummer 53 immerhin auf Platz 19 fuhr. Bei den restlichen ÖSV-Läufern regierte derweil die Enttäuschung: Der Halbzeitsiebente Stefan Brennsteiner ließ die gute Ausgangsposition ungenutzt und kam im zweiten Durchgang nicht ins Ziel; Manuel Feller rutschte im Finale vom achten auf den zwölften Platz zurück.

Wilde Brez’n

Wobei der Tiroler froh sein durfte, dass er überhaupt an den Start gehen konnte, nachdem er am Samstag laut eigenen Aussagen die „wildeste Brez’n meiner Karriere“ gerissen hatte. Was Manuel Feller aber noch weit mehr schmerzt als seine Prellungen, ist der Umstand, dass nach diesem Auftakt nach Mittelmaß nun wohl wieder auf den großen Abwesenden verwiesen werden wird. „Wir wollten das Thema Marcel im ersten Rennen abschließen“, erklärte der 26-Jährige.

Aber so ganz lässt Marcel Hirscher den Weltcup nicht los. Auch Alexis Pinturault erwähnte in seinem Siegerinterview den abgetretenen Rivalen. „Ohne ihn ist es anders, ich habe jetzt mehr Druck“, sagte der Franzose, der bereits das letzte Gletscherrennen 2016 gewonnen hatte. Der andere legitime Hirscher-Nachfolger, Henrik Kristoffersen, tat sich mit der neuen Rolle ungleich schwerer. Der Norweger wurde nur 18.

Blickt man jetzt auf den Weltcupauftakt nicht durch die rot-weiß-rote Brille, dann war Sölden eine Werbung für den Skisport und der Herren-Riesentorlauf auch ein Beweis für die Leistungsdichte: Läufer aus sieben Nationen schienen in den Top Ten auf.

Weltcup in Zürs?

Drei Wochen ruht nun der Weltcup, ehe die Saison in Levi mit zwei Slaloms fortgesetzt wird. Diese Wettkampfpause dauert der FIS zu lange, nächste Saison soll im November ein zusätzliches Rennen (Parallelbewerb) einge- schoben werden. Voraussichtlicher Austragungsort: Zürs.

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