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29.04.2018

Österreich mit Selbstvertrauen und Raffl zur WM

Der Philadelphia-Stürmer kommt defenitiv zum Team, das sich in St. Petersburg an das hohe Tempo gewöhnt hat.

Klar, es waren nicht die Top-Mannschaften der Eishockey-Nationen Weißrussland, Norwegen und Russland beim Alrosa-Cup in St. Petersburg. Doch die zwei Siege (3:2 gegen Weißrussland, 3:1 gegen Norwegen) und die knappe 3:4-Niederlage nach der Verlängerung gegen Russland waren äußerst gute Ergebnisse für Österreich. Die drei Gegner stellten Teams, die für die Olympischen Winterspiele 2022 aufgebaut werden sollen. Bei Russland kamen die Spieler dennoch aus der starken KHL, die natürlich weit über der EBEL steht. Trainer Roger Bader freute sich über die Leistung des Teams: „Das Tempo und die Intensität waren sehr hoch, genau das, was wir vor der Weltmeisterschaft gebraucht haben.“

Erkenntnisse gab es einige: Zum Beispiel, dass Österreichs Spieler Zeit benötigen, um sich vom relativ langsamen Spiel der EBEL auf das hohe internationale Tempo umzustellen. Probleme bereitete auch, dass einige gewohnt sind, dass in der EBEL Fouls mit dem Schläger oft als Kavaliersdelikte gesehen werden, bei Länderspielen aber rigoros bestraft werden. Russland erzielte im ersten Drittel zwei Powerplay-Tore, weil Österreicher nach dummen Fouls auf der Strafbank saßen. Interessant ist das Verhalten der Österreicher in Unterzahl: Die Spieler agierten sehr aggressiv und machten Druck auf den puckführenden Gegenspieler, die Russen konnten das ausnützen. Doch andere Gegner könnten damit überrascht werden.

Nach dem Turnier reduzierte Teamchef Bader den Kader für die WM auf 27 Spieler inklusive NHL-Stürmer Michael Raffl sowie den Schweiz-Legionären Stefan Ulmer und Patrick Obrist, die noch nicht im Teamcamp waren (siehe unten). Raffl musste erst einen Reisepass für sein zwei Monate altes Kind besorgen, damit die Familie nach dem Sommer wieder ohne Probleme in die USA reisen kann. Ob Raffl noch nach Wien oder direkt nach Kopenhagen kommt, ist noch unklar.

Die Abstiegsregel

Anders als bei früheren A-WM-Teilnahmen wissen die Österreicher schon vor dem Turnier, wie die Abstiegsfrage heuer in Dänemark geklärt wird. Normalerweise steigen die jeweils Letzten der Gruppe A und der Gruppe B ab. Weil die Slowakei als Veranstalter 2019 nicht absteigen kann, gilt folgende Regel: Sollte in der Österreicher-Gruppe A die Slowakei den achten und letzten Platz belegen, dann ist das schlechtere Team der beiden Siebtplatzierten der zweite Absteiger.

Für die WM 2019 sind bereits zwei Teams qualifiziert: Italien und Großbritannien (erstmals seit 1994) sind nach der B-WM in Budapest wieder erstklassig.

Österreichs Kader für die WM in Dänemark (ab 4. Mai)

Tor:  Starkbaum (Salzburg), Kickert (Capitals), Madlener (KAC).
Verteidigung: Altmann (Linz), Heinrich, Viveiros (beide Salzburg), Peter (Capitals), Schlacher (Villach), Schumnig, Strong (beide KAC),  St. Ulmer (Lugano), Unterweger (Graz).
Angriff: Cijan, Kainz, Rauchenwald (alle Salzburg), Ganahl, Hundertpfund (beide KAC), Haudum (Malmö), Hofer, Lebler, Spannring (alle Linz), Komarek (Karlskrona), Obrist (Kloten), M. Raffl (Philadelphia), Schneider (Capitals), Woger (Graz), Zwerger (Ambri-Piotta).