Heinrich, Lebler, Hundertpfund und Koch: die erhofften Leistungsträger

© KURIER/Georg Diener

Eishockey
04/26/2014

Österreich ist wieder erstklassig

Dank des 5:4 n.P. von Ungarn gegen Japan stand Österreich schon vor dem 1:3 gegen Slowenien als Aufsteiger fest.

von Peter Karlik

Österreich hat es geschafft. Noch bevor das Eishockey-Team das abschließende Spiel bei der WM der Division IA in Goyang bei Seoul gegen Slowenien mit 1:3 verlor, standen die Österreicher am Samstag früh schon als Aufsteiger fest. Denn im ersten Spiel des Schlusstages gewann Ungarn gegen Japan einen echten Krimi mit 5:4 nach dem Penaltyschießen, die Österreicher waren somit nicht mehr von einem der beiden Aufstiegsplätze zu verdrängen, weshalb das Nationalteam von 1. Bis 17. Mai 2015 an der Weltmeisterschaft der 16 besten Nationen in Prag und Ostrau teilnehmen wird.

Bedeutungslose Niederlage

Im letzten und für Österreich bedeutungslosen Spiel gewannen die Slowenen mit 3:1 und sicherten sich den zweiten Ausftiegsplatz. Für Österreich war es zwar die erste Niederlage. Die Slowenen erweckten anfangs überhaupt nicht den Eindruck, dass sie an diesem Tag unbedingt gewinnen wollten. Die Österreicher waren tonangebend auf dem Eis, wirkten spritziger und aggressiver - Tore fielen zunächst aber nicht. Und entgegen dem Spielverlauf waren es die Slowenen, die in der 34. Minute dank eines Treffer von Jan Urbas mit 1:0 in Führung gingen. Das Tor fiel aber in die Kategorie „Geschenk“.

Aber nur knapp zwei Minuten später machte aus der dritten Linie Benjamin Petrik für Österreich alles wieder gut, der VSV-Angreifer knallte den Puck aus größerer Distanz erfolgbringend durch Freund und Feind hindurch aufs Tor (36.) von Luca Gracnar. Mit den Österreichern jubelten auch die auf der Tribüne sitzenden Japaner, die auf Schützenhilfe des rot-weiß-roten Teams hofften. Im Schlussabschnitt war es wieder Jan Urbas, der die Slowenen erneut in Führung brachte (49.). Die Österreicher, bei denen Viveiros auch die jüngeren Linien mit viel Eiszeit bedachte, drängten infolge auf den Ausgleich, ließen aber auch das dritte Powerplay dieser Partie ungenützt. Nachdem Miha Stebih mit seinem Treffer zum 3:1 (59.) nach Vorarbeit von Matchwinner Urbas alles klargemacht hatte, nahm Viveiros noch Tormann Bernhard Starkbaum heraus, ein Slowene saß auf der Strafbank, die 6:4-Überzahl wurde aber nicht mehr genützt.

Im Paternoster

Für Österreich geht somit die Paternoster-Fahrt ohne Pause weiter. Seit 2005 bei der Heim-WM stieg das Nationalteam bei jeder A-WM ab und bei der darauffolgenden B-WM wieder auf. Heuer ist der Aufstieg aber wesentlich höher einzuschätzen, da nach dem zehnten Platz bei den Olympischen Spielen in Sotschi viele Spieler ihre Karriere beendeten und Teamchef Manny Viveiros 20 Absagen (darunter natürlich auch die im NHL-Play-off stehenden Thomas Vanek und Michael Raffl) bekam. Doch der scheidende Headcoach der machte aus der Not eine Tugend, berief zehn WM-Debütanten in den Kader ein, das Durchschnittsalter sank um fünf Jahre auf unter 25. Und Viveiros schaffte es, die Spieler nach den Verwirrungen um die nächtlichen Eskapaden in Sotschi wieder zu einer verschworenen Einheit werden zu lassen.

Unglaublich, großartig, verdient

Emanuel Viveiros (Teamchef Österreich): „Es ist einfach unglaublich. Diese junge Mannschaft hat in den letzten Wochen so hart gearbeitet und sich diesen Aufstieg wirklich verdient. Diese Leistung ist einfach großartig. Ich würde das beinahe mit der Qualifikation für die Olympischen Spiele vergleichen.“
Zum Match gegen Slowenien. „Es war eine Partie auf einem gutes Niveau. Wir wollten ein gutes Spiel haben. Aber klar, der Druck, dass man gewinnen muss, war nicht da, dennoch wollte jeder Punkte haben. Ich bin stolz auf diese Mannschaft, es war sehr positiv und sehr gut mit diesen jungen Spielern zu arbeiten. Da kam jeden Tag Freude auf, darauf müssen wir aufbauen. Für mich ist es Spaß, mit dieser Mannschaft zu arbeiten, kein Job. Meine Absicht ist es, Teamchef zu bleiben, aber schauen wir, was passiert.“
Konstantin Komarek (Angriff): „Wir wollten Slowenien besiegen, für uns ist das wie ein Derby. Wir wollten es ihnen nach der Niederlage bei Olympia zurückzahlen, leider hat es nicht funktioniert. Aber das Wichtige ist, dass wir mit dieser Mannschaft aufgestiegen sind. Es haben nicht alle geglaubt, dass wir das schaffen, wir haben es bewiesen und sind stolz. Wir haben gut zusammengefunden. Nun wollen wir oben bleiben und nicht immer rauf und runter.“
Dieter Kalt (Teamchef-Assistent Österreich): „Wir wollten das Spiel unbedingt gewinnen, haben ja einige Rechnungen mit den Slowenen offen. Das Spiel ist unglücklich verlaufen, wir wollten mit einem Sieg abschließen. Aber es sind zwei Tore auf der falschen Seite gefallen. Die Jungs sind mit einer Supereinstellung reingegangen, der Druck war bei den Slowenen.“
Alpo Suhonen (ÖEHV-Sportdirektor): „Erstens muss man gratulieren, auch den Coaches. Es ist im Sport immer knapp, wir haben sehr viele Spiele knapp gewonnen. Leider haben wir gegen Slowenien verloren, aber es ist eine schöne Sache nach Sotschi, dass wir zurück (in A-Gruppe) sind. Ich war zum ersten Mal bei einer B-WM - es ist ein ziemlich großer Unterschied zwischen A und B. Wir gehören nicht in B, aber gehören wir in A? Das ist unsere Challenge.“

Drei Österreicher im All-Star-Team

Mit Dominique Heinrich, Brian Lebler und Thomas Koch sind von Journalisten gleich drei österreichische Spieler ins All-Star-Team der Eishockey-B-WM gewählt worden. Salzburg-Spieler Heinrich wurde zudem von den Turnier-Verantwortlichen zum besten Verteidiger gekürt. Als wertvollster Spieler (MVP) der WM wurde Sloweniens Tormann Luka Gracnar ausgezeichnet.


All-Star-Team der B-WM in Südkorea (Journalistenwahl):

Tor: Luka Gracnar (SLO)
Verteidigung: Dominique Heinrich (AUT), Marton Vas (HUN)
Sturm: Brian Lebler, Thomas Koch (beide AUT), Jan Urbas (SLO)
Wertvollster Spieler (MVP): Gracnar

Auszeichnungen durch die Turnierverantwortlichen:

Bester Tormann: Yutaka Fukufuji (JPN)
Bester Verteidiger: Heinrich
Bester Stürmer: Jan Mursak (SLO)

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