Kampf um das Rennen: Sollte die Hausbergkante (links) nicht befahren werden können, wird die Strecke umgeleitet.

© Reuters/WOLFGANG RATTAY

Streiflichter

Kitzbühel: Wenig Schnee = viele Rekorde

Wie die Kitzbüheler ihr Hahnenkamm-Spektakel zu retten versuchen.

von Wolfgang Winheim

01/21/2014, 08:08 AM

Ob, wo und wie schnell auch immer gefahren wird auf der Streif – die Kitzbüheler können schon zu Beginn dieser Hahnenkamm-Woche Rekorde vermelden. Darunter auch solche, die sie gern vermieden hätten. Denn: Die 74. Veranstaltung auf der Streif wird als die teuerste eingehen in die Tiroler Ski-Geschichte.

Nie zuvor musste so viel Geld (sieben Millionen Euro) in eine Streif-Show investiert werden.

Nie zuvor hat ein Veranstalter so viel Preisgeld (590.000 Euro ) ausgeschüttet, obwohl die Kitzbüheler schon seit Einführung des Euro als die Gagen-Kaiser im Weltcup gelten.

Nie zuvor standen am Hahnenkamm an drei Tagen vier Bewerbe auf dem Programm.

Nie zuvor haben so viele Läufer ihre Nennung (115 wollen allein am Kombi-Bewerb teilnehmen) abgegeben.

Nie zuvor wurde – so wie für Freitag ab 16.45 Uhr vorgesehen – in Kitzbühel unter Flutlicht um Weltcuppunkte gecarvt.

Und nie zuvor wurden die Vorbereitungen am Hahnenkamm von so viel Hubschrauber-Lärm begleitet.

An fast allem ist Petrus schuld. Der Wettergott hatte dem Kitzbühelern mit Föhn und Regen eine Fülle von Problemen ins Skiclub-Haus geschneit. Doch seit gestern gibt sich Rennleiter Peter Obernauer wieder optimistisch, wenn er hinauf auf das schmale Schneeband blickt. Zum aktuellen Wetterbericht für Kitzbühel

Er kann die Streif wieder von Start bis Ziel auf Skiern abrutschen – was keinesfalls selbstverständlich ist, zumal der 69-jährige, international bewährte FIS-Funktionär vor zehn Tagen beim Damen-Weltcup in Zauchensee von einem Anfänger auf einer menschenleeren Piste in höchster Not als Prellbock benützt, brutal gerammt und verletzt worden war.

Am Kitzbüheler Hausberg sind Sturzräume noch Mangelware. Aber das sollte sich ändern, wenn die Temperaturen in der Nacht endlich wieder unter die Null-Grad-Grenze sinken und eine Kunstschneeproduktion ermöglichen.

Beim Super-G am Freitag wird der Hausberg noch geschont (= umfahren) werden. Die Spezialabfahrt am Samstag sollte aber mit all ihren heiklen Schlüsselstellen durchführbar sein. Dann, wenn auch der Terminator (Arnold Schwarzenegger) auf der Ehrentribüne sitzt, während Herminator (Hermann Maier) abwesend ist, weil er sich auf Bitte von TV-Showmaster Markus Lanz schon für eine „Außenwette“ aufs Kärntner Nassfeld begibt.

70.000 Euro Prämie

Die Sieger von Abfahrt und Spezialslalom (Sonntag) werden mit jeweils 70.000 Euro brutto belohnt. Der Beste in Maiers einstigem Spezialbewerb (Super-G) erhält „nur“ 50.000, hat aber zugleich die Möglichkeit, am Freitag gleich doppelt zu kassieren. Denn:

Der Super-G ist zugleich mit EINEM Slalomlauf gekoppelt, um den besten Allrounder zu ermitteln, der als Kombinationssieger ebenfalls mit 50.000 Euro honoriert wird. Dieser neue Kitzbühel-Bewerb, an dem sich auch Slalom-Weltmeister Marcel Hirscher beteiligt, entstand aus einem Kompromiss.

Premiere

Die Kitzbüheler hatten zunächst auf ihre traditionelle Kombination (Zusammenzählen von Abfahrt und Spezialslalom) gepocht. Die FIS wiederum verlangt eine Kombi in Form eines eigenen Bewerbs. Und so wird auf dem Kitzbüheler Ganslernhang am Freitag erstmals unter Scheinwerfern gecarvt werden. Damit die Läufer am späten Nachmittag glänzen können, liehen sich die Kitzbüheler für 200.000 Euro eine Flutlichtanlage aus.

Das Ski-Wochenende

Herren in Kitzbühel
Mittwoch: Abfahrtstraining (11.30)
Donnerstag: Abfahrtstraining (11.30)
Freitag: An diesem Tag gibt es zwei Bewerbe: Es wird ein Super-G (11.30) gefahren und danach gibt es für die Teilnehmer noch Weltcuppunkte bei einer Kombinationswertung mit einem Slalom (16.45)
Samstag: Abfahrt (11.45)
Sonntag: Slalom (10.15 und 13.30)

Damen in Cortina
Mittwoch: Abfahrtstraining (10.30)
Donnerstag: Super-G (10.15)
Freitag: Abfahrt (10.15)
Samstag: Die in Garmisch abgesagte Abfahrt (10.15)
Sonntag: Der in Garmisch abgesagte Super-G (12)

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