Alpine Skiing World Cup in Bormio

Archivbild: Markus Waldner im Schnee, beim Gespräch strahlte die Sonne.

© EPA / ANDREA SOLERO

Sport Wintersport
08/13/2021

FIS-Renndirektor Waldner: "Es wird wieder kein normaler Winter"

Die kommende Weltcup-Saison werde noch komplizierter, prophezeit der Südtiroler, der auf ein Ende der Geisterrennen hofft.

von Christoph Geiler

Die Sonne stand hoch über dem Grödnertal. Kein Wölkchen störte an diesem kitschigen Sommertag die Postkartenidylle, selbst der mächtige Langkofel (3.181 Meter) vermochte die Szenerie nicht in den Schatten zu tauchen.

Es waren nicht wirklich die Verhältnisse, um über das Skifahren zu sprechen, und doch gab es auf der Saslonch-Hütte unweit des Starts zur legendären Saslong-Abfahrt kein anderes Gesprächsthema: Da wurde einerseits der Norweger Aleksander Aamodt Kilde, der im vergangenen Winter den Super-G und die Abfahrt für sich entschieden hatte, als Sieger der Dolomites Val Gardena Südtirol Ski Trophy geehrt, da bestätigten die engagierten Grödner rund um Saslong-Präsident Rainer Senoner noch einmal ihre Kandidatur für die WM 2029.

Und schließlich nahm sich FIS-Renndirektor Markus Waldner auch noch Zeit für einen Rückblick auf die Corona-Saison 2020/’21 und einen Ausblick in den Weltcup-Winter, der bereits in 71 Tagen in Sölden startet. Also sprach der Südtiroler über ...

  • Die Lehren aus dem vergangenen Winter

„Keiner hätte sich gedacht, dass wir die Saison so reibungslos durchbringen. Da waren wir alle ein bisschen überrascht. Das erste Saisonrennen war in Wahrheit ausschlaggebend. Sölden und der ÖSV hatten ein Konzept, das sie von der Formel 1 in Spielfeld übernommen hatten – und daran haben sich die anderen Veranstalter orientiert. Natürlich war es für die Läufer und Teams sehr aufwendig, es war für alle lästig und kompliziert mit der ständigen Testerei. Aber es war zugleich der einzige Weg, um zur WM nach Cortina zu kommen. Alle waren extrem flexibel, das wird weiter gefragt sein.“

  • Die nächste Weltcupsaison

„Es wird wieder kein normaler Winter. Man sieht gerade überall, dass die Zahlen wieder steigen, es wird also Infektionen geben. Damit müssen wir leben. Ich denke, dass es sogar komplizierter wird als im letzten Winter.“

  • Neue Herausforderungen

„Letzten Winter waren wir überall alleine. Bei den Rennen haben die Orte nur für uns die Lifte und die Hotels aufgesperrt. Zumindest bis auf die Schweiz – und dort hatten wir dann auch die Probleme. Heuer werden wir mit dem Tourismus zusammenleben müssen, weil es keinen Lockdown mehr geben wird. Zum Glück. Denn zwei solche Winter könnten wir nicht überleben.“

  • Eine mögliche Impfpflicht für die Läufer

„Eine Impfpflicht für Athleten kann es nicht geben, das wäre ein Eingriff in die Menschenrechte. Aber natürlich können Länder bei der Einreise die Impfung verlangen, so wie es zum Beispiel auch China macht. Das wird dann problematisch.“

  • Geisterrennen

„Ich glaube, dass diese Geisterrennen Geschichte sind. Der Skisport ist zum Glück sehr fernsehfreundlich, man hat im TV nie wirklich gesehen, dass im letzten Winter nie Zuschauer dabei waren. Die TV-Regisseure haben das auch sehr gut umgesetzt. Heuer planen wir bei den meisten Veranstaltungen wieder eine limitierte Anzahl an Besuchern. Natürlich werden es in Kitzbühel nicht wie früher 40.000 sein, aber bis zu einer Anzahl von 10.000 Besuchern kann ich es mir mit all den Maßnahmen vorstellen. Wichtig sind auch die VIP-Packages, die Veranstalter müssen den Sponsoren etwas bieten – sonst geht uns die Kohle aus.“

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