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07.09.2017

Eishockey: Was die neue EBEL-Saison bringt

Der Sommer-Nebel lichtet sich - die Eishockey-Liga startet in die 15. Saison. Ein Überblick über Alt und Neu.

Die Erste Bank Eishockey Liga geht am Freitag in ihre 15. Saison. Der KURIER gibt einen Überblick über Neues, Altes, Gutes und Schlechtes:

Das ist neu

2012/’13 hatte die EBEL mit 1.323.939 die meisten Zuschauer. Dann verließ Zagreb die Liga Richtung russische KHL. In der vergangenen Saison waren es mit 1.048.122 spürbar weniger. Jetzt ist wieder ein deutliches Plus zu erwarten. Denn Zagreb kehrt nach vier Jahren in der KHL zurück. Der Zuschauermagnet ersetzt den publikumslosen Nachzügler Laibach. Es ist davon auszugehen, dass Zagreb ins Play-off kommen wird. Die Kroaten stellen ein Team mit nur acht gebürtigen Kroaten, der Rest sind Legionäre und Eingebürgerte.

Mehr Fans in den Hallen, aber weniger TV-Zeit. Zumindest was den linearen Fernseh-Empfang betrifft. Denn Free-TV-Partner ServusTV wird im Grunddurchgang nach dem ersten Spiel am Sonntag (Capitals – KAC) nur noch online übertragen. Was die Reichweiten- und Media-Analyse-Daten erschwert, wird die Gesamtseherzahlen eher steigen lassen. Denn schon in der vergangenen Saison hat ServusTV bei manchen Übertragungen mehr Zuschauer online als im TV gehabt. Außerdem soll es ab Samstag Applications auf smartTV, AppleTV, usw. geben, damit die Spiele in gewohnter Qualität auf dem Flatscreen oder auf www.servushockeynight.com zu sehen sind.

Neu ist auch terminliche Flexibilität in den Play-offs. Waren bislang alle Termine vorgegeben, können 2018 Halbfinale und Finale um eine Woche früher beginnen, wenn die Play-off-Duelle davor nach spätestens fünf Spielen entschieden sind.

Zuschauer, die ab Freitag bei einem Spiel einen über das Bandenglas geflogenen Puck finden, sollten ihn behalten. Denn es gibt heuer 3000 Pucks im Grunddurchgang, die nicht extra verkauft werden – für Sammler also ein begehrtes Objekt.

Das ist alt

Die EBEL bleibt die EBEL. Namenssponsor Erste Bank hat den Vertrag um drei Jahre verlängert.

Nichts geändert hat sich auch am Modus. Durch den Tausch Laibach – Zagreb sind weiterhin zwölf Teams am Start. Gespielt wird eine doppelte Hin- und Rückrunde, also 44 Runden im Grunddurchgang. Die oberen Sechs spielen dann in zehn Runden um die Reihung für das Play-off, die unteren Sechs um die restlichen zwei Plätze im Viertelfinale.

Kontinuität herrscht auch beim Meister. Die Vienna Capitals gaben nur drei Spieler ab und holten zwei neue. So einen ruhigen Sommer gab es in Wien noch nie.

Das gibt Hoffnung

In einigen Vereinen wird mittlerweile im Nachwuchs sehr gut gearbeitet. In Salzburg, Klagenfurt und Wien haben die Talente die Chance, in Farmteams Erfahrung gegen Erwachsene zu sammeln. Villach setzt auf 15 einheimische Spieler und sogar als einziger Klub auf zwei österreichischer Torhüter.

Das macht Sorgen

Dass ServusTV als exklusiver Free-TV-Partner nicht mehr im TV überträgt, sollte zu denken geben. Ist das Produkt Eishockey nicht mehr so gut, dass ein kleiner TV-Sender damit Quote machen kann? Täuschen die guten Zuschauerzahlen in den Hallen? Außer im eishockeyverrückten Kärnten können die Stars der Liga unerkannt bleiben, sobald sie den Helm abnehmen und das Trikot ausziehen. Der Liga fehlen Geschichten, die über den Wert eines Resultates von 54 Vorrunden hinausgehen.