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Sport Wintersport

Ein Lebenszeichen der totgesagten Langläufer

Im Langlauf hatte vor der Heim-WM in Seefeld niemand eine Spitzenleistung erwartet - Hauke/Baldauf glänzten als Sechste.

von Christoph Geiler

02/25/2019, 07:00 AM

Vielleicht war’s gar nicht einmal so schlecht, dass Markus Gandler sich vor der Weltmeisterschaft in Zweckpessimismus geübt hat. Österreich sei keine Langlaufnation hatte sich der Nordische Direktor des ÖSV da im KURIER-Interview beklagt und in einem Anflug von Resignation gemeint, dass Österreich in Seefeld kaum Athleten in die Loipe schicken kann, die tatsächlich in der Lage sind, in die Top 15 zu laufen.

Eine bessere Motivation hätte es für Dominik Baldauf und Max Hauke wohl gar nicht geben können. Und ganz ehrlich: Wer würde nicht gerne seinen Vorgesetzten widerlegen und ihn in aller Öffentlichkeit vor tausenden Fans Lügen strafen?

Die beiden Österreicher konterten jedenfalls die Expertise des Staffelweltmeisters von 1999 (Ramsau) auf ihre Weise und gaben im Teamsprint genau die sportliche Antwort, die der langjährige Sportdirektor Markus Gandler insgeheim wohl auch erhofft hatte.

Der sechste Platz des Duos bedeutet nicht nur das beste ÖSV-Abschneiden in diesem Bewerb bei einem Großereignis, Hauke und Baldauf ließen mit Finnland, Deutschland oder den USA auch deutlich höher eingeschätzte Nationen hinter sich.

Wahnsinnsergebnis

„Sechster Platz und die Teilnahme an der Siegerehrung, das ist ideal“, sagte Dominik Baldauf. Tatsächlich ist diese Ausbeute sogar noch viel mehr als ideal. Immerhin hatte dem Vorarlberger noch wenige Tage vor der Weltmeisterschaft eine hartnäckige Verkühlung zu schaffen gemacht, weshalb Baldauf im Skating-Sprint als 44. auch klar die Qualifikation für die Finalrunde verpasst hatte.

Auch sein Partner Max Hauke wuchs im Wettkampf über sich hinaus. Der Steirer war bislang nicht gerade für seine Sprinterqualitäten bekannt, der 26-Jährige gilt eher als Mann für die längeren Distanzen, weshalb sein persönlicher Höhepunkt bei dieser WM auch der Start im 50-Kilometer-Rennen am Schlusstag ist. „Das ist ein Wahnsinnsergebnis für die gesamte Mannschaft. Wir haben zeigen können, was in uns steckt“, meinte Hauke.

Dieses Erfolgserlebnis hat das ÖSV-Langlaufteam auch bitter nötig gehabt. Denn die Erkrankung von Medaillenhoffnung Teresa Stadlober hat innerhalb der kleinen österreichischen Langlauffamilie für große Ernüchterung gesorgt. Die Salzburgerin, die seit fünf Jahren auf die Heim-WM hingefiebert und hingearbeitet hatte, verpasste wegen ihrer Atemwegsprobleme den Skiathlon, ob sie am Dienstag im 10-Kilometer-Rennen in der klassischen Technik an den Start gehen kann, ist noch unklar.

Dort wird, wie bei jedem Langlaufbewerb, der Sieg wieder über Norwegen führen. Im Teamsprint riss gestern der norwegische Goldlauf von Seefeld: Bei den Damen gab es dank Schweden erstmals bei dieser WM keinen Sieg für die Langlaufnation Nummer eins.

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