André Lakos, der Verschmähte schlägt mit Znaim zurück

Voller Einsatz: André Lakos weiß, was der Linzer Andrew Kozek nicht mag © Bild: APA/EXPA/REINHARD EISENABAUER

Der Wiener war bis Jänner arbeitslos, jetzt kämpft er um den Finaleinzug.

Die Gesichter diverser Hobbyspieler waren im Herbst ziemlich blass, als Gastspieler André Lakos in die Kabine kam. Angst vor dem 2,01-Meter-Mann war natürlich unbegründet. Der Wiener war dankbar für jede Minute Eiszeit, die er bekommen konnte. Als arbeitsloser Ex-Teamspieler trainierte der 36-Jährige zwei Mal pro Woche mit Wiener Hobby-Mannschaften. "Es war auch mal ein 76-Jähriger dabei", erinnert sich der Verteidiger.

Jetzt spielt er gegen die Besten der Erste Bank Liga. Anfang Jänner kam das Angebot aus Znaim. Mit mehreren Sportarten hatte er sich fit gehalten, nach ein paar Partien kam auch der Rhythmus wieder. Drei Monate nach seinem Debüt kämpft Lakos um den Einzug ins Finale der Liga. Mit Znaim führt er in der Best-of-seven-Semifinalserie gegen Linz 2:1, im Auswärtsspiel am Sonntag könnte die Vorentscheidung fallen.

Beim 3:2-Sieg am Freitag in Znaim kamen auch wieder ein paar seiner Ex-Kollegen mit dem einst blassen Gesicht zu Besuch. Znaim ist aber nicht nur wegen Lakos zum zweiten Lieblingsklub der Ostösterreicher nach den Vienna Capitals geworden. "Es sind immer ein paar Hundert Österreicher bei den Heimspielen. Wir bieten eben ein Spektakel, das Bier kostet fast nix und es herrscht eine familiäre und nette Atmosphäre."

Genau diese Stimmung hat ihm auch den Umstieg vom Hobby- zum Profi-Spieler erleichtert. "Als ich hergekommen bin, habe ich mich sofort wohlgefühlt." Für Lakos, der zu jedem Training und Spiel von Wien anreist, ist es das zweite Tschechien-Abenteuer. Nachdem er 2013 bei den Capitals trotz elf Scorer-Punkten in 15 Play-off-Partien keinen Vertrag mehr bekommen hatte, versuchte er es bei Chomutov in der tschechischen Extraliga. Doch nach nur zwölf Spielen war das Experiment gescheitert. In Znaim ist es auch von der sprachlichen Integration her leichter: "Einige Spieler können Deutsch, einige Englisch." Trainer Jiri Reznar spricht nur Tschechisch. "Aber es gibt immer einen Spieler, der den drei Legionären übersetzt." Anscheinend hat Lakos alles verstanden. In den neun Play-off-Partien kam er auf zwei Tore und sechs Assists. "Wichtiger ist mir aber, dass wir gewinnen", sagt Lakos.

Wie es nach der Saison weitergeht, kann er noch nicht abschätzen. Weiterspielen will er auf jeden Fall. "Ich bin topfit. Drei Jahre sind sicher noch drinnen."

Salzburg unter Druck

Auch in der zweiten Semifinalserie kann am Sonntag eine Vorentscheidung fallen: Villach führt gegen Salzburg 2:1 und hat heute Heivorteil. Villach-Coach Greg Holst schwärmt von seinem Team: "Salzburg ist stark, aber wie unsere Spieler auftreten, ist beeindruckend. Das zeigt den Charakter unserer Mannschaft." ServusTV überträgt beide Spiele in Konferenzschaltung ab 20.15 Uhr.

( kurier.at ) Erstellt am 20.03.2016