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Sport Wintersport
02/12/2021

Die Stars kritisieren die WM-Abfahrt: "Das sind brutale Kehren"

Nach dem ersten Abfahrtstraining auf der WM-Piste gab es kaum zufriedene Gesichter. Den Läufern ging's viel zu langsam dahin.

von Christoph Geiler

Dominik Paris war im ersten Abfahrtstraining in Cortina d'Ampezzo am schnellsten im Ziel. Aber das hatte nichts zu sagen. Denn der Südtiroler wollte diese Tortur einfach schnell hinter sich bringen und so entschloss er sich, einfach den direkten Weg zu nehmen und ließ kurzerhand einige Richtungstore aus.

Im Ziel war Paris entsetzt über die Kurssetzung im obersten Streckenabschnitt. Dort ähnelte die Abfahrt eher einem Riesentorlauf und die Läufer hatten kaum Tempo. "Das waren brutale Kehren. Solche Spitzkehren bin ich noch nie gefahren", kritisierte Paris. "Vielleicht muss ich die Disziplin wechseln. Man kann alles übertreiben."

Sicherheitsaspekt

Mit seiner Meinung stand der 31-Jährige nicht alleine da. Viele Stars, darunter auch Abfahrtsweltmeister Beat Feuz, waren von der ersten Fahrt über die Vertigine-Piste alles andere als angetan. Auch dem Schweizer ging es viel zu langsam. "Mit der Linie werden ich und Paris da runter nichts gewinnen", meinte die Nummer eins im Abfahrtsweltcup.

FIS-Renndirektor Hannes Trinkl wollte im ersten Training ganz bewusst auf Nummer sicher gehen. Nachdem es nach dem Super-G Kritik an der Kurssetzung und dem weiten Sprung gegeben hatte, ließ der verantwortliche Oberösterreicher die Läufer mit einem geringeren Tempo über die Piste gehen.

Deshalb verstehen die österreichischen Abfahrer auch die Aufregung nicht. "Es wird ja sowieso noch umgesetzt. Einige Tore werden für Samstag sicher versetzt. Und dann wird es auch schneller werden", sagte Matthias Mayer. Auch Super-G-Weltmeister Vincent Kriechmayr sieht die Sache gelassen. "Natürlich ist es eine untypische Abfahrt, aber es wird auch am Sonntag einen würdigen Abfahrer geben. Und dann fragt keiner mehr."

Bestzeit für Franz

Der Schnellste, der korrekt und ohne Torfehler ins Ziel kam, war der Kärntner Max Franz. Unmittelbar hinter ihm landete Otmar Striedinger. Die beiden werden voraussichtlich zusammen mit Matthias Mayer und Vincent Kriechmayr das Quartett in der WM-Abfahrt am Sonntag bilden.

Das Damen-Quartett

Mirjam Puchner, Christine Scheyer, Ramona Siebenhofer und Fixstarterin Tamara Tippler werden Österreich bei der alpinen Ski-WM in Cortina in der Damen-Abfahrt vertreten. Das gab der ÖSV am Freitag nach dem zweiten Training bekannt. Nicht in das Team haben es damit Stephanie Venier und Ariane Rädler geschafft. Das Rennen findet am Samstag (11.00 Uhr/live ORF 1) statt.

Venier habe zwar „schon die besseren Resultate im Weltcup, trotzdem hat Christine eigentlich gute Teilzeiten gezeigt, so wie im zweiten Trainingslauf oben“, erklärte Damen-Rennsportleiter Christian Mitter. „Wir haben immer gesagt, der Speed ist wichtig“, ergänzte der Steirer. Puchner und Siebenhofer hätten in den Trainings am Freitag voll überzeugt, „es waren super Leistungen“.

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