Sport | Wintersport
26.10.2018

Der Eishockey-Klub der Roten Armee erobert Wien

Die Kontinental Hockey League macht mit den Spielen Bratislava gegen ZSKA Moskau und gegen St. Petersburg Werbung.

Wenn am Freitag um 18.30 Uhr  in der Erste Bank Arena in Kagran der Puck zum ersten Bully fällt, dann wird Kagran  Gastgeber einer Mannschaft, die Sportgeschichte geschrieben hat. ZSKA Moskau spielt im Rahmen der KHL World Games in Wien gegen Slovan Bratislava. Die Kontinental Hockey League  veranstaltet am Freitag und Sonntag in Wien die Spiele BratislavaZSKA Moskau und Bratislava gegen SKA St. Petersburg. Im November (26. und 28.)  spielt Dinamo Riga in Zürich gegen die beiden Top-Klubs aus Russland.

Die Vienna Capitals mussten wegen den prominenten Gästen ausweichen und gastieren am Freitag in Klagenfurt. Dort können die Wiener mit dem 13. Sieg seit Saisonbeginn einen Rekord in der Erste Bank Liga aufstellen.

ZSKA Moskau ist wohl einer der berühmtesten  Eishockey-Klubs der Welt. 32 Titel in der sowjetischen Meisterschaft und 20 im Europacup wurden gewonnen. Nach seiner Gründung 1946 war ZSKA der Klub der sowjetischen Armee. Es gibt kaum eine andere Mannschaft, die ihren Sport  über Jahrzehnte so geprägt hat, wie ZSKA.

Aber das ging nur mit großen Opfern. Die Spieler des Klubs wurden wie Leibeigene 11 Monte im Jahr kaserniert und trainiert. Private Kontakte hatten die Profis kaum. Selbst Telefonate mit den Ehefrauen waren reglementiert. Im Film „Red Army“ von Gabe Polsky erzählen  die Hauptdarsteller um Wjatscheslaw Fetissow vom Leben in der damals besten Mannschaft der Welt. Das Team war übrigens fast ident mit jenem der UdSSR, das über Jahre bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen als unschlagbar galt. Wjatscheslaw Fetissow, Alexej Kassatonow, Wladimir Krutow, Igor Larionow und Sergej Makarow  bildeten das beste Team der Welt.

 

Mittlerweile gehört der Klub dem staatlichen russischen Ölkonzern Rosneft. Kapitän ist Sergej Andronow, Olympiasieger mit dem russischen Team 2018.
ZSKA Moskau und St. Petersburg sind die  Aushängeschilder der KHL. „Sie sind unsere stärksten Marken. Klar, dass wir sie für die World Games ausgesucht haben“, begründet KHL-Vizepräsident Georgij Kobiljanskij.

Die Liga streckt sich derzeit über 11.000 Kilometer von Bratislava  bis  Wladiwostok. Mit  Kunlun Red Star (Peking),  Jokerit Helsinki, Slovan Bratislava, Barys Astana, Dinamo Minsk und Dinamo Riga nehmen sechs nichtrussische Teams an der KHL teil. Die 25 Klubs unterwerfen sich einem  Salary Cap, der bei  400,0 Millionen Rubel (etwa 10,9 Millionen Euro) für 21 Spieler liegt. Für vier weitere  Stars dürfen  162,5 Millionen Rubel (etwa 4,4 Millionen Euro) ausgegeben werden. Jede Mannschaft hat im Grunddurchgang 60 Spiele,  48 Spiele gegen jedes andere Team der Liga (je ein Heim- und Auswärtsspiel) und vier Spiele (jeweils zwei Heim- und Auswärtsspiele) gegen Teams der eigenen Konferenz.  Im Play-off der 16 besten Mannschaften geht es dann um den Gagarin-Pokal.

Die Spiele in Wien sind reguläre Meisterschaftspartien. Slovan Bratislava ist seit 2012 Teil der KHL, die Heimstätte ist die Arena  Ondrej Nepela, die 10.055 Zuschauer fasst und im Mai 2019 Schauplatz der Weltmeisterschaft sein wird.