Kathrin Zettel wurde wie im Vorjahr Zweite im Riesentorlauf von Sölden.

© Johann Groder / EXPA

Zettel zum Weltcup-Auftakt Zweite
10/26/2013

Zettel zum Weltcup-Auftakt Zweite

Die Schweizerin Lara Gut gewinnt in Sölden. Anna Fenninger wird Vierte. Tina Maze enttäuscht als 18.

Lara Gut heißt die erste Siegerin des Skiwinters 2013/14. Die 22-jährige Schweizerin gewann am Samstag beim Weltcup-Auftakt in Sölden den Riesentorlauf der Damen bei strahlendem Sonnenschein und Plusgraden 0,84 Sekunden vor der Österreicherin Kathrin Zettel, die wie im Vorjahr Platz zwei holte. Anna Fenninger verpasste vor 11.000 Zuschauern als Vierte hinter der deutschen Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg einen weiteren ÖSV-Podestplatz knapp. Titelverteidigerin Tina Maze enttäuschte als 18.

Vor einer Traumkulisse ging der Saisonstart bei perfekten Bedingungen auf dem Rettenbach-Gletscher über die Bühne. Während Gut für den ersten Damensieg für die Schweiz in Sölden überhaupt und den ersten RTL-Triumph einer Eidgenossin seit zehn Jahren (Sonja Nef/2003 Bormio) sorgte, klappte es am österreichischen Nationalfeiertag und zum 20-Jahr-Jubiläum der Söldener mit einem Heimsieg aber knapp nicht.

Zettel, 2008 Österreichs letzte Sölden-Siegerin, unterstrich aber ihre starke Verfassung ebenso wie Fenninger und holte sich gleich zum Start 80 Punkte und fast 20.000 Euro Preisgeld. Während Michaela Kirchgasser und die Vorjahres-Dritte Stefanie Köhle schon im ersten Lauf ausschieden, war Andrea Fischbacher als 13. und drittbeste Österreicherin zudem eine Positiv-Überraschung aus ÖSV-Sicht. Auch Europacup-Gesamtsiegerin Ramona Siebenhofer gefiel als starke 15.

Schweizer Schritt nach vorne

Dementsprechend positiv war die Stimmung, vor allem im Schweizer Lager. "Das ganze Team hat einen Schritt nach vorne gemacht", lobte der neue Alpinchef Rudi Huber. Im Vorjahr war den Schweizern kein einziger Weltcup-Sieg gelungen, nun ging es unter der Führung des Österreichers gleich mit einem Triumph los. "Damit ist ein Riesendruck weg. Die Messer waren schon gewetzt", scherzte Huber und lobte die ganze Damenmannschaft, die mit Hans Flatscher ebenfalls von einem Österreicher geführt wird.

Gut trainiert freilich weitgehend mit ihrem Privatteam, hat aber einen Monat vor dem Start ihren Chefcoach gefeuert. "Vor allem hier in Sölden auf diesem schwierigen und coolen Hang zu gewinnen, taugt mir voll", freute sich die fünf Sprachen sprechende Tessinerin über ihren vierten Weltcupsieg, den ersten im Riesentorlauf. "Wenn ich so weiterfahre, wird das eine gute Saison."

Auch Gut lobte in Sölden das neue Führungsteam. "Ich kenne Rudi als er noch mein Atomic-Rennchef war. Er ist super und kennt sich nicht nur im Sport aus."

Die Krise ist vorbei

Hochzufrieden war man auch im ÖSV-Lager. "Voll cool. Ich habe mir gewünscht, dass ich es bei dieser Traumkulisse wieder auf das Podest schaffe", freute sich Zettel. Die Niederösterreicherin unterstrich damit eindrucksvoll, dass sie ihre große Krise endgültig hinter sich hat. "Das war ein guter Beginn, aber alles war's noch nicht", drohte die Göstlingerin lachend. "Darauf kann ich aufbauen und nun auch im Slalom angasen. Alles geht in die richtige Richtung."

Fenninger haderte aber ein wenig, vor allem wegen eines kleinen Fahrfehlers in der Entscheidung. "Ich kann brutal schnell fahren, mache aber noch zu viele Fehler", erklärte die Salzburgerin. "Ein vierter Platz ist aber nicht schlecht. Ich kämpfe schon lange hier und irgendwann stehe ich oben auf dem Podest", versicherte die 24-Jährige.

Maze enttäuschte

Während auch Weltmeister-Tochter Tina Weirather (5.) aus Liechtenstein und die 18-jährige US-Slalom-Weltmeisterin Mikaela Shiffrin (bestes RTL-Ergebnis) als Sechste stark aufzeigten, ging der Auftaktbewerb für Tina Maze (18.) und Weltmeisterin Tessa Worley (21.) völlig in die Hose. Maze hatte im Vorjahr mit einem souveränen Sölden-Sieg den Startschuss in eine grandiose Saison gegeben, in der sie mit neuer Rekordmarke dann auch die große Kristallkugel holte.

Freche Sprüche vor dem Saison-Auftakt

RTL der Damen

Endstand:
1. Lara Gut SUI 2:25,16
2. Kathrin Zettel AUT 2:26,00
3. Viktoria Rebensburg GER 2:26,44
4. Anna Fenninger AUT 2:26,57
5. Tina Weirather LIE 2:26,74
6. Mikaela Shiffrin USA 2:26,78
7. Maria Pietilä-Holmner SWE 2:27,07
8. Jessica Lindell-Vikarby SWE 2:27,33
9. Dominique Gisin SUI 2:27,37
10. Marie-Michele Gagnon CAN 2:27,40
11. Veronique Hronek GER 2:27,55
12. Anemone Marmottan FRA 2:27,73
13. Andrea Fischbacher AUT 2:27,97
14. Nadia Fanchini ITA 2:28,01
15. Ramona Siebenhofer AUT 2:28,13
Weiter:
17. Eva-Maria Brem AUT 2:28,19
18. Tina Maze SLO 2:28,21
22. Elisabeth Görgl AUT 2:28,48
1. Durchgang:
1. Lara Gut SUI 1:09,26
2. Viktoria Rebensburg GER 1:10,03
3. Anna Fenninger AUT 1:10,09
4. Kathrin Zettel AUT 1:10,33
5. Mikaela Shiffrin USA 1:10,65
6. Tina Maze SLO 1:11,43
7. Jessica Lindell-Vikarby SWE 1:11,50
. Tina Weirather LIE 1:11,50
9. Maria Pietilä-Holmner SWE 1:11,51
10. Federica Brignone ITA 1:11,85
Weiter:
11. Elisabeth Görgl AUT 1:11,92
22. Ramona Siebenhofer AUT 1:12,53
23. Andrea Fischbacher AUT 1:12,55
27. Eva-Maria Brem AUT 1:12,79
Out:
. Maria Höfl-Riesch GER
. Stefanie Köhle AUT
. Michaela Kirchgasser AUT
. Carmen Thalmann AUT
. Marion Bertrand FRA
2. Durchgang:
1. Nadia Fanchini ITA 1:14,95
2. Dominique Gisin SUI 1:14,99
3. Anemone Marmottan FRA 1:15,04
4. Veronique Hronek GER 1:15,09
5. Marie-Michele Gagnon CAN 1:15,20
6. Tina Weirather LIE 1:15,24
7. Eva-Maria Brem AUT 1:15,40
8. Andrea Fischbacher AUT 1:15,42
9. Adeline Baud FRA 1:15,50
10. Maria Pietilä-Holmner SWE 1:15,56
Weiter:
13. Kathrin Zettel AUT 1:15,67
22. Anna Fenninger AUT 1:16,48
24. Elisabeth Görgl AUT 1:16,56
Out: Jasmina Suter SUI

Zettel: "Lässig, so in Saison zu starten"

Auf Kathrin Zettel ist in Sölden Verlass. Mit dem Auftakt restlos zufrieden? Zettel: Es ist voll cool und traumhaft, dass ich wieder auf dem Podest stehe. Es ist extrem lässig, so in eine Saison zu starten. Ich bin absolut zufrieden mit dem zweiten Rang, es ist mein fünfter Podestplatz hier. Ich hatte ein sehr gutes Training in Neuseeland, habe mich im Riesentorlauf sehr gut gefühlt, war gleich auf einem guten Level und habe gehofft, hier auf das Podest zu kommen. Perfekt ist es Gott sei Dank noch nicht, aber das lässt nur Gutes hoffen für die nächsten Rennen. Ich bin viel entspannter, weil ich einen guten Sommer hatte.

Es war ein Sommer ohne gröbere körperliche Probleme. Sind Sie jetzt völlig schmerzfrei? Nahezu. Spüren wird man immer wieder etwas, aber das sind Kleinigkeiten im Gegensatz dazu, was ich gehabt habe. Ich strahle was ganz Anderes aus, gebe mich so, wie ich mich fühle. Ich glaube, das sehen alle Leute. Es macht um so vieles mehr Spaß, so Ski zu fahren. Ich bin viel befreiter, ich glaube, es ist einfach mehr möglich als in den vergangenen Jahren. Die Siegchance war heute nicht unbedingt da, da hätte alles funktionieren müssen. Aber ich glaube, es passt dann besser, wenn ich im Dezember, Jänner, Februar in Hochform bin.

Das nächste Weltcup-Rennen ist im November der Slalom in Levi. Wie für ein Gefühl haben Sie in dieser Disziplin? Im Slalom fehlt mir noch mehr, aber da habe ich sehr wenig trainiert. Ich habe auch etwas zurückgesteckt, weil ich mir die Hand geprellt habe. Das war Pech und schmerzhaft. Ich werde jetzt sehr viel in den Slalom investieren. Wir bleiben noch für drei Tage zum Slalomtraining in Sölden.

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